"Milchzehnerl" trägt schon erste Früchte

+
Die Chieminger Kundin Resi Ofensberger beim Aufkleben des Symbols "Milchzehnerl" auf einer gekauften Milchflasche.

Chieming - Die Anfang Juni angelaufene Aktion "Milchzehnerl" zur finanziellen Unterstützung der Milchbauern in der Region kommt deutlicher in Schwung. Immer mehr Einwohner sind bereit, für heimische Produkte mehr zu bezahlen.

Diese Zwischenbilanz haben jetzt die die Initiatoren, die Chieminger Josef Pfeilstetter und Heinz Wallner, gezogen.

Vor dem Edeka-Markt hatten sich auch die Politiker Dr. Peter Ramsauer, Klaus Steiner, Bürgermeister Benno Graf und seine Kollegen aus Grabenstätt und Seeon-Seebruck, Georg Schützinger und Konrad Glück, eingefunden.

Kaufmann Pfeilstetter, Pächter des dortigen EdekaGeschäftes mit Filialen in Seebruck, Grabenstätt, Bergen, Siegsdorf und Traunstein erinnerte an die dramatische Entwicklung des Milchpreises, die nach seinen Worten die Existenz der Milchbauern zunehmend gefährdet: "Bei einem Niedrigpreis von nur 20 Cent je Liter Milch werden sie in naher Zukunft gezwungen sein, nur noch allerbilligste Futtermittel zu verwenden." Vonnöten seien mindestens 40 Cent, um die "zeitaufwändige Arbeit an sieben Tage in der Woche rund ums Jahr bei jeder Witterung mit Unterstützung der ganzen Familie" angemessen zu entschädigen.

Dass die Zahl der Milchbauern stetig zurückgehe belegte er mit einem Beispiel: So habe ihm der Bergner Ortsheimatpfleger Sigmund Gehmacher erzählt, dass heuer erstmals seit etwa 500 Jahren auf der Bründlingalm am Hochfelln keine Almwirtschaft mehr betrieben werde.

Um diesem Trend entgegen zu wirken, habe er die Aktion gestartet. In allen seinen Filialen haben die Kunden nun die Möglichkeit, auf jedes Milchprodukt aus dem Kühlregal einen Aufkleber anzubringen, eben das "Milchzehnerl". Diese zehn Cent mehr werden an der Kasse gesondert erfasst, gesammelt und am Monatsende an die Milchbauern des jeweiligen Ortes ohne Bearbeitungsgebühren ausbezahlt.

Pfeilstetter freute sich, dass auch die Allianz-Bank, vertreten durch die Chieminger Agentur, mitmache und jedes neue Milchkonto mit einem Gutschein von 50 Euro unterstütze.

Heinz Wallner, Besitzer des Gasthauses "Oberwirt", berichtete, bei ihm seien bisher 120 Euro zusammengekommen. Ramsauer würdigte das Engagement von Pfeilstetter, Wallner und Steiner, während der Kreisobmann des Bauernverbandes Traunstein, Andreas Kainzmaier, Steiner und Bürgermeister Graf einmütig unterstrichen, um gesunde Nahrungsmittel herstellen zu können, müsse es eben "vernünftige" Preise für die Milchbauern geben.

oh/Chiemgau-Zeitung

Zurück zur Übersicht: Chiemsee

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser