357 Millionen Euro Kundengelder

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So wird es im Erdgeschoss aussehen, wenn das neue VR Bank-Gebäude bis zum Jahresende, wie geplant, bezugsbereit ist.

Prien - Die Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee verwaltet Kundengelder im Gesamtwert von gut 357 Millionen Euro. Für sechs Millionen Euro wurden 2010 neue Kredite vergeben.

Bei ihrer Mitgliederversammlung im großen Kursaal zog die Bank ein positives Fazit. Einmal mehr konnte Peter Holzner, Geschäftsführer der Hauptgeschäftsstelle Prien, vor über 300 Mitgliedern der genossenschaftlichen Bank im großen Kursaal über Wachstumsraten in den meisten Geschäftsfeldern berichten. Neben dem Zuwachs der Kundengelder (Einlagen und Ausleihungen/Kredite) um 7,5 Millionen Euro im Jahresvergleich berichtete er auch von Steigerungen bei den sogenannten Verbundeinlagen (bei Partner wie der Bausparkasse Schwäbisch Hall, der "R+V"-Versicherung und anderen) um 12,7 auf 334 Millionen Euro. Angesichts des derzeit noch niedrigen Zinsniveaus konnten zum Beispiel neue Bausparverträge mit einem Gesamtvolumen von 10,1 Millionen Euro abgeschlossen werden, 1,5 Millionen mehr als im Jahr davor.

Für rund sechs Millionen Euro wurden im Geschäftsbereich Prien 2010 neue Kredite vergeben, sodass deren Gesamtsumme auf fast 152 Millionen wuchs. "Angesichts dieser Zahlen kann man nicht von Kreditklemme sprechen", kommentierte Holzner. Wieder mehr gefragt waren im vergangenen Jahr auch Depot- und Anlagekonten. In diesem Bereich sind bei der VR Bank 84,5 Millionen Euro deponiert. Sichere und solide Anlagen seien besonders gefragt gewesen, umschrieb Holzner das Kundenverhalten.

Rückgänge musste die Bank bei Lebens-, Renten- und auch Sachversicherungen verzeichnen. Dieser Beratungsbereich solle im Neubau neu gestaltet werden, kündigte Holzner an. Weil dank der Witterung den ganzen Winter durchgearbeitet werden konnte, liege das 12,6-Millionen-Euro-Vorhaben im Zeitplan, bis Jahresende will die Bank Erdgeschoss und ersten Stock mit gut 30 Mitarbeitern beziehen. Im zweiten Stock entstehen Büros, im Dachgeschoss Wohnungen, jeweils zur Vermietung. Die Größe des Vorhabens lässt sich auch an einer Zahl ermessen, die Holzner nannte: 480 Tonnen Baustahl werden verbaut.

Die Kunden- (gut 12.400) und Mitgliederzahl (knapp 4500) blieb Holzner zufolge im Geschäftsbereich Prien 2010 im Jahresvergleich praktisch konstant, aber die Zahl der Girokonten stieg um gut 400 auf fast 11800. Und noch eine Zahl nannte der Geschäftsführer: 557.000 Euro Gewerbesteuer und Fremdenverkehrsbeiträge habe die Bank 2010 an die vier Kommunen im Geschäftsbereich überwiesen.

Vorstand Walter Geser beleuchtete anschließend die Entwicklung und Situation im internationalen Finanzwesen und den politischen Umgang damit. Zwar sah er nach Banken- und Wirtschaftskrise in Deutschland inzwischen wieder eine "kräftige Erholung", die sich unter anderem auch am steigenden Konsum, bedingt durch höhere Nettolöhne, ablesen lasse. Sorgen bereite aber das hohe Staatsdefizit. "Die sozialen Sicherungssysteme sind gefährdet. Große Aufgabe wird es sein, die Staatsfinanzen dauerhaft zu sanieren", so Geser. Öffentliche Haushalte ohne Neuverschuldung nannte er als eine wichtige Voraussetzung, um "die Hypotheken für unsere Kinder und Kindeskinder" angesichts einer bereits heute rechnerischen Pro-Kopf-Verschuldung von 22.000 Euro pro Bundesbürger nicht noch anwachsen zu lassen.

Der Vorstand forderte eine europaweit einheitliche Regulierung, damit Großbanken durch Abwanderungen ins Ausland Bankenabgaben nicht einfach umgehen können.

Als richtigen Schritt bezeichnete er die politisch angestrebte Erhöhung der Eigenkapitalquote von Banken von vier auf 8,5 Prozent der Bilanzsumme, die europaweit nach einer Übergangsphase bis 2018 gelten soll. "Unser Haus erfüllt bereits heute diese Norm, wir haben unsere Hausaufgaben gemacht", berichtete Geser.

Am Beispiel Griechenlands schilderte er die Gefahren für Deutschland, dass inklusive Bürgschaften im sogenannten Rettungsschirm Haftungsgrößen von 190 Milliarden Euro übernommen habe. Seine Prognose umschrieb er angelehnt an den Werbeslogan der Telefonauskunft 11880: "Elf Millionen Griechen bekommen 88 Milliarden Euro und werden wahrscheinlich null zurückbezahlen."

db/Chiemgau-Zeitung

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