9,5 Millionen für Hager-Schule

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Die mehr als 30 Jahre alte Franziska-Hager-Schule wird komplett saniert. Der neue Turnhallenboden und neue Fenster sollen noch bis Ende der Sommerferien installiert werden, die Gesamtmaßnahme bis August 2010.

Prien - Am Anfang war von 1,2 Millionen Euro die Rede. Dann sattelte der Schulverband kräftig drauf und schnürte ein Sanierungspaket für die Franziska-Hager-Schule, das fünf Millionen schwer war.

Jetzt wird nochmals deutlich aufgestockt: Ganze 9,5 Millionen Euro sollen in die Runderneuerung des Gebäudekomplexes gesteckt werden. Das beschloss der Schulverband gestern einstimmig. Der Verbandsvorsitzende, Priens Bürgermeister Jürgen Seifert , sprach von einem "bahnbrechenden -Beschluss". Im Juli 2008 hatte die Regierung den Antrag mit einem Volumen von 1,2 Millionen Euro für Fassadenisolierung und neue Fenster mangels Geld abgelehnt. Als die Bundesregierung das Konjunkturpaket II auflegte, war der Hauptschulverband schnell zur Stelle. Das Gremium schnürte Ende Februar ein Fünf-Millionen-Paket - und wurde belohnt. 2,2 Millionen Euro wurden Prien und den Nachbargemeinden aus dem Förderprogramm zugesprochen - die höchste Zuschusssumme im ganzen Landkreis.

Aber damit nicht genug. Im Mai reiste eine Priener Delegation mit weiteren Plänen in der Tasche nach München - und konnte die Regierung offensichtlich von der Notwendigkeit weiterer Erneuerungsmaßnahmen am und im 30 Jahre alten Schulkomplex überzeugen. Im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs (FAG) sollen weitere Gelder in die Marktgemeinde fließen. Unterm Strich steht deshalb jetzt ein Sanierungskonzept, das 9,5 Millionen Euro schwer ist. Gut die Hälfte wäre nach jetziger Rechnung durch Fördermittel abgedeckt. Die Kommunen aus dem Schulsprengel von Eggstätt bis Aschau müssten also einen Betrag selbst stemmen, der jenseits der 4,5 Millionen liegt. Prien ist mit rund 40 Prozent dabei, weil aus der Marktgemeinde nicht nur die meisten Hauptschüler kommen, sondern sie auch eine eigene Grundschule in dem Komplex hat. Ihr Anteil dürfter deshalb zwischen 1,6 und 1,8 Millionen Euro liegen. Auf Vorschlag des Breitbrunner Bürgermeisters Hans Thalhauser wird der Arbeitskreis "Schulsanierung" in den fortlaufenden Prozess eingebunden. Mindestens alle drei Monate kommt das Gremium der umliegenden Gemeinden zusammen, um sich über den Baufortschritt und die Kostenentwicklung informieren zu lassen.

Im Vordergrund der geplanten Maßnahmen steht die komplette energetische Sanierung. Bereits In diesen Tagen soll damit begonnen werden, die Scheiben der über 420 Fenster auszutauschen. Es wird Wärmeisolierglas nach neuestem technischen Standard verwendet. Ebenfalls noch in den Ferien sollen die Vorarbeiten für die Umstellung auf Gasheizung getroffen werden. Bisher laufen in der Franziska-Hager-Schule Nachtspeicheröfen, die als "Stromfresser" gelten. Fachleute gehen davon aus, dass nach Abschluss aller Maßnahmen mindestens 60000 Euro Energiekosten jährlich gespart und 600 Tonnen Kohlendioxid (CO2) vermieden werden können. Im August 2010 soll schon alles vorbei sein, wenn es nach den Vorstellungen der Planer geht. Denn ein Schuljahr mit Einschränkungen scheint sinnvoller, als das Gesamtvorhaben über mehrere Jahre auszudehnen. Die Eile hat aber auch noch einen finanziellen Hintergrund. Die FAG-Mittel müssen vorfinanziert werden. Je schneller die Rechnungen vorgelegt werden können, desto früher fließt das Geld - das spart Zinsen.

Allein eine Million Euro soll investiert werden, um alle Sanitäranlagen inklusive der Duschen in der Turnhalle zu erneuern. Alle 60 Klassen- und Funktionsräume sollen neue Böden, Decken und Beleuchtungssysteme bekommen. Alle Fassaden - in der Summe etwa 3500 Quadratmeter - werden neu isoliert. Zusätzlich ist vorgesehen, in einem Treppenhaus einen Aufzug einzubauen, der vom Keller bis in den zweiten Stock alle Etagen erreicht, damit das Schulhaus barrierefrei wird. Einzige Ausnahme: der erste Stock der Förderschule. Die Arbeiten in den Räumen sollen flurweise erledigt werden und jeweils etwa einen Monat in Anspruch nehmen. In dieser Zeit müssen dann jeweils bis zu vier Klassen vorübergehend in Container "auswandern". Aber das dürfte zu verschmerzen sein, wenn das Klassenzimmer danach wie neu ausschaut.

In dem gestrigen Beschluss wurde zugleich die Verwaltung mit der Umsetzung der Maßnahme beauftragt sowie damit, die entsprechenden Förderanträge zu stellen. Die Schulsanierung machte zudem einen Nachtragshaushalt des Hauptschulverbandes erforderlich. Nach dem ebenfalls einstimmig erfolgten Votum hat sich der Gesamtetat, rückwirkend zum 1. Januar 2009, von bisher 2,241 auf 3,221 Millionen Euro erhöht (ausführlicher Bericht dazu folgt).

db/mt/Chiemgau-Zeitung

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