Zeil begutachtete die Hochwasser-Schäden

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Grabenstätt -  Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) machte sich rund sieben Wochen nach dem Hochwasser an der Tiroler Ache und am Chiemsee persönlich ein Bild von der Lage.

Eine Vielzahl von Gemeinderäten und interessierten Bürgern begrüßten den Staatsminister vor dem Restaurant „zur Hirschauer Bucht“, das Anfang Juni selbst bis zu 60 Zentimeter im Wasser stand.

Keine Zukunft mehr für die Hirschauer Bucht?

Der Achendamm gehe mindestens 200 Meter zu weit in Richtung See, wandte sich Albert Multerer persönlich an Zeil. Dies sei nämlich der Grund, warum sich der Sand und das Schwemmholz nicht mehr in den Auwäldern beidseits der Ache ablagern könne, sondern direkt in die Hirschauer Bucht geschwemmt werde.

Wenn die Verlandung in der derzeitigen Geschwindigkeit voranschreite, sei die Hirschauer Bucht nicht nur aus Sicht der Berufsfischer bald tot, stellte Heinrich Wallner klar und forderte, dass mit dem Schwemmholz und Plastikmüll dringend etwas passieren müsse. Alle Maßnahmen müssten aber im Einklang mit dem Naturschutz geschehen. Derzeit gelte in der Kernzone des Naturschutzgebietes mit wenigen Ausnahmen ein absolutes Betretungsverbot, so Wallner.

Auf Zeils Frage, wie es mit den Hochwasserschäden aussehe, antwortete Bürgermeister Georg Schützinger, dass „wir in Grabenstätt mit einem blauen Auge davon gekommen sind und nur fünf Häuser vom Hochwasser betroffen waren“. Wäre der Damm bei Staudach auf der anderen Flussseite gebrochen, hätten in Übersee 500 Häuser unter Wasser gestanden, stellte das Gemeindeoberhaupt klar.

"Furchtbare Katastrophe"

Beim Betrachten von Hochwasser-Bildern, sprach Zeil von einer „furchtbaren Katastrophe“, die aber auch bewirken könne, dass die Leute „ins Denken kommen“. Im Rahmen eines „intelligenten Hochwasserschutzes“ brauche es nämlich weniger kanalisierte Flüsse und mehr Überschwemmungsflächen, ansonsten sei die nächste Flutkatastrophe vorprogrammiert. Auch bei Bebauungsplänen müsse man künftig noch genauer darauf achten, dass in Hochwasser gefährdeten Gebieten weniger Missbrauch betrieben werde.

Anschließend fuhr man mit Zeil zum Mündungsbereich des abgetrennten Achenarms, wo Rosa-Maria Multerer einen informativen Vortrag über die Hintergründe der Verlandung der Hirschauer Bucht und etwaige Renaturierungsmaßnahmen hielt. Die Hochwasserkatastrophe sei nicht „schicksalhaft“ gewesen, sondern „durch unsinnige Baumaßnahmen, zu enge Bedeichung und Schließung des Achenarms bedingt.“ Die Fehler der Vergangenheit könnten mit einer Zurückverlegung der Achendämme nördlich der A8 sowie der Öffnung des Achenarms „wenigstens teilweise berichtigt werden“, so Multerer.

Nächste Station Grassau

Begleitet wurde Wirtschaftsminister Zeil unter anderem von der stellvertretenden Kreisvorsitzenden Sandra Sonntag und seiner neuen Parteifreundin Gabriele Weishäupl. In ihrer Funktion als Direktorin des Fremdenverkehrs- später Tourismusamtes von München war Weishäupl bis 2012 als Festleiterin für die Durchführung des Oktoberfestes verantwortlich. Im Januar ist sie der FDP beigetreten und bewirbt sich nun in ihrem Stimmkreis 102 (Bogenhausen, Berg am Laim und Au/Haidhausen) für ein Landtagsmandat. Nach dem Gastspiel in der Hirschauer Bucht ging es weiter nach Grassau.

mmü

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