"Monstermaschinen" unterwegs

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Bad Endorf - Seit kurzer Zeit herrscht fast ununterbrochen hektische Betriebsamkeit rund um das Bad Endorfer Bahnhofsareal. Grund hierfür sind umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen.

Dazu gehören Bahnsteig- und Gleisbauarbeiten. Derzeit wurde bereits ein Teil von Gleis 1 abgebaut, das in der Folgezeit wieder in einer verkürzten Version eingebaut wird. Für den Gleisbau ist die DB Netz AG Regionalbereich Süd zuständig, für den Bahnsteigumbau/westliche Bahnhofsvorplatz die DB Station & Service AG. Die Baumaßnahmen dauern voraussichtlich bis 19. November.

Parallel dazu erfolgen Erdarbeiten auf dem westlichen Bahnhofsvorplatzes für einen künftigen barrierefreien Zugang zum Gleis 2. Die dritte Baustelle betrifft den Bahnkörper von Gleis 2. Auf einer Länge von knapp 1500 Metern erfolgt eine Erneuerung des alten Gleisbetts.

Die Hauptarbeit übernimmt dabei eine Spezial-Schotterreinigungsmaschine mit einer imposanten zusammen gekoppelten Gesamtlänge von 300 Metern. Die 16-köpfige Maschinenbesetzung trennt im ersten Arbeitsschritt das Gleis. Im zweiten Takt wird die so genannte Aushubkette unter das Gleis eingebaut. Als nächstes folgt das Zusammenlaschen des Gleises. Nach der Schotterentnahme des alten Untergrundes wird dieser über eine Förderanlage zur Siebanlage transportiert und nach der Reinigung wieder unter die Schienen eingebaut.

Das gelb lackierte Maschinenmonstrum kann pro Stunde bis zu 800 Kubikmeter Steinmaterial bewegen. Dabei sind die Arbeiter einer Geräuschkulisse von bis zu 100 Dezibel ausgesetzt. Eine eigens aufgebaute Akustik- und Lichtwarnanlage sorgt dafür, dass es mit dem weiter fortlaufenden Zugverkehr in der ausgewiesenen Langsamfahrstrecke zu keinen Unfällen und Zwischenfällen kommt. Mit einem weithin vernehmbaren lauten Hupton sowie gelben Blinkzeichen (Schaltkontaktauslösung durch Zugräder) werden die Arbeiter vor einfahrenden und durchfahrenden Zügen gewarnt.

Das anfallende Abbruch- und Abraummaterial wird per Lkw zu einer eigens in der Nähe des Ortsteils Bergham hergestellten großflächigen Zwischenlagerungsstelle gefahren. Durch aufwendigen Ackerbodenabtrag, dem Einbringen von Sandlagen sowie Folienabdeckungen und Schutzschichtaufträgen wird der Boden und Untergrund unter Naturschutzaspekten vor möglichen Verunreinigungen geschützt.

Sowohl die Baubetriebe als auch die Gemeindeleitung sowie das gemeindliche Baureferat sind sich über das hohe Maß der Lärmbelästigung für die betroffenen Anwohner als auch über die Einschränkungen des Bahnbetriebes für die Reisenden bewusst. In diesem Zusammenhang wird um Nachsicht gebeten, auch unter dem Aspekt, dass die Modernisierungsmaßnahmen in einem engen Zeitfenster abgewickelt werden und auf Dauer einen wichtigen Beitrag zum Ausbau der Endorfer Infrastruktur leisten.

tn/Oberbayerisches Volksblatt

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