Moorbad auf dem Prüfstand

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Ob Badende noch im kommenden Jahr über die Stahlrutsche ins Endorfer Moorbad gleiten können, soll ein fraktionsübergreifendes Projektteam in Kooperation mit einem Fachplaner klären. Derzeit versickert im wahrsten Sinn des Wortes nicht nur viel Wasser, sondern auch viel Geld im rissigen Beckenboden.

Bad Endorf - Neben der möglichen Realisierung eines Kreisverkehrs am Endorfer Kirchplatz hatte sich der Gemeinderat in der November-Sitzung auch noch mit anderen wegweisenden Themen zu befassen.

Ausführlich drehte sich dabei die Sachabwägung um das Moorbad und die Kernfrage: Was soll mittel- und langfristig mit dem bei den Endorfern beliebten Bad passieren?

Grundsätzlicher Tenor der Mehrheit der Kommunalvertreter: "Wir sollten es schon im Interesse unserer Bürger weiter erhalten und betreiben, falls dies finanztechnisch akzeptabel ist". Doch sind dafür nach Aussage von Josef Moser vom gemeindlichen technischen Bauamt enorme Finanzmittel erforderlich. Bei einer Besichtigung durch die Gemeinde-Unfall-Versicherung musste eine lange Mängelliste erstellt werden. Die einzelnen Positionen umfassen: Den Zugang/die Treppe ins Becken, eine Absturzsicherung am Nichtschwimmerbereich, die Wasserrutsche, die Ausstiegsleiter, die Chlorverteilung, den Beckenboden sowie den Lager- und Pumpenraum als auch den Raum für die Badeaufsicht.

Nach dem Sachvortrag kam es zu einer ausführlichen Aussprache, in deren Verlauf das Für und Wider von erforderlichen Investitionen abgewägt wurde. Letztlich einigten sich die Räte darauf, sämtliche Eventualitäten mit den nötigen Modernisierungsmaßnahmen (samt Finanzvolumen) zeitnah unter der Federführung eines fraktionsübergreifenden Projektteams und unter Beteiligung eines Fachplaners zu Papier zu bringen und dem Gremium als Entscheidungsgrundlage wieder zur weiteren Beratung vorzulegen. "Dies kann und darf aber nicht auf die lange Bank geschoben werden", mahnten die Räte unisono abschließend zur Eile.

In einer weiteren Hauptsache ging es dann um den Bebauungsplan Nummer 56 "Furtner Hof". Nach einem detaillierten Vortrag und einer damit verbundenen Einzelverfahrenabstimmung aller im Rahmen der zweiten öffentlichen Auslegung eingegangenen Anregungen und Stellungnahmen von Behörden (51 wurden angeschrieben) und Privatpersonen (108), stimmte das Plenum mehrheitlich (gegen sechs CSU-Stimmen) der abschließenden Endfassung für einen Rewe-Lebensmittelmarkt samt Backwarenshop (insgesamt 1575 Quadratmeter Verkaufsfläche), Begrünung, Parkplatzsituierung, Anlieferzone und fußwegiger Erschließung zu. Mit deutlicher Mehrheit genehmigten die Räte auch zwei Vergaben zur Erstellung von Lärmschutz- und Verkehrsgutachten für die Bebauungspläne "Neue Mitte" sowie "Westlich und östlich des Bahnhofes" und die erforderlichen Arbeiten für den Neubau des Feuerwehrgeräte- und Bürgerhauses im Ortsteil Antwort.

Weiter votierten die Kommunalpolitiker für den ersten Nachtragshaushalt 2010 mit geändertem Stellenplan. Auch beschlossen sie ein Änderungsverfahren für etliche Grundstücke zum Bebauungsplan Nummer 6, "Bippusalm" durchzuführen. Zum Themenaspekt Wasserversorgung "Heilige Länder" legte das Ingenieurbüro Europplan eine Planung vor, die nun mit den Anliegern durchgesprochen wird. Auch sollen die damit verbundenen Dienstbarkeiten eingeholt werden. Das Plenum verständigte sich abschließend darauf, die Aufnahme der Wasserversorgung der "Heiligen Länder" in die Dringlichkeitsliste 2011 des Rosenheimer Wasserwirtschaftsamtes zu beantragen, um dadurch Fördermittel erhalten zu können. Zum Ende stimmten die Räte noch der Verlängerung des Mietvertrages für das Touristikbüro am Endorfer Bahnhof bis 2016 zu.

tn/Oberbayerisches Volksblatt

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