Nach Saufgelage: So sehen es die Schüler

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Trostberg - Nach einer ausgearteten Prüfungsfeier und der radikalen Kürzung ihrer Abschlussfeier , melden sich jetzt die Schüler der Realschule Trostberg zu Wort.  **Video**

Fünf Schüler der zehnten Klassen haben chiemgau24.de ihre Sicht geschildert. Dass die „Aus is “-Feier am Alz-Knie in der Gemeinde Altenmarkt völlig aus dem Ruder gelaufen ist, ist den Schülern bewusst. „Aber nur weil einige über die Stränge geschlagen habe, ist es unfair, dass alle dafür büßen müssen“, meint einer der Jugendlichen.

Trotzdem wollen sich die Abschlussklässler jetzt mit der Strafe durch ihre Schulleitung abfinden. „Anfangs waren wir sehr wütend über die Entscheidung von Rektor Kellner, aber jetzt verstehen wir, dass er etwas unternehmen muss . Aber traurig sind wir trotzdem, dass wir keine richtige Abschlussfeier bekommen.“

Wichtig ist den Schülern der Abschlussklasse die Feststellung, dass nicht sie alleine Schuld am Ausufern der Party trügen. „Da waren viele da, die nicht zu unserem Jahrgang gehören. Viele Ehemalige und auch Schüler aus der siebten und achten Klasse haben mit gefeiert. Die haben uns sogar die Getränke gestohlen“, erzählt einer der Schüler.

Dass vier der fünf Jugendlichen, die mit Verdacht auf Alkoholvergiftung ins Krankenhaus gebracht wurden, aber zu ihrem Jahrgang gehören, wollen sie gar nicht bestreiten. „Doch dass wir am Alz-Knie einen Saustall hinterlassen haben, ist nicht wahr!“

Und auch für die Beschädigung der Zäune und Geländer sehen sie sich nicht verantwortlich: „Keiner kann nachweisen, dass das ein Schüler von uns war. Deshalb verstehen wir auch nicht, dass der Rektor fordert, wir sollen die 900 Euro aufbringen.“ Die Stadt hat wegen der Beschädigungen Anzeige gegen Unbekannt erstattet.  

Obwohl sein Appell an die Schüler, zusammen für den Schaden aufzukommen, nicht gefruchtet hat, lässt Rektor Klaus Kellner sie nicht hängen. Wie er chiemgau 24.de gegenüber mitteilte, soll noch in diesem Jahr ein Spendenlauf organisiert werden. So soll das Geld gesammelt werden, um die Reparaturen bezahlen zu können. Sollte etwas übrig bleiben, werde es an wohltätige Organisationen gespendet, sagt Kellner. 

Die Schüler sehen inziwschen ein, dass sie die Bestrafung hinnehmen müssen. „Schade ist nur, dass immer die Gleichen am Ende versuchen, alles wieder gerade zu biegen. Von den Verantwortlichen hat sich noch keiner bei seinen Klassenkameraden entschuldigt.“ Stattdessen haben die verantwortungsvolleren Schüler einen Brief an Bürgermeister Karl Schleid geschrieben und sich für das Verhalten entschuldigt.

Das tiefe Bedauern, jetzt keine richtige  Entlassfeier zu haben, bleibt bei den Schülern allerdings : „Der Chor probt seit Weihnachten dafür, und auch einige der Eltern können nicht dabei sein, weil sie Freitag Vormittag nicht frei bekommen.“ Und ein anderer sagt noch: „Sechs Jahre sind wir jetzt in diese Schule gegangen, dann macht man einmal Käse und wird so hart bestraft.“

Polizei will kein Spaßverderber sein

Als simplen „Käse“ bewertet die Polizei den Vorfall allerdings nicht: Insgesamt vier Beamten, darunter ein Jugendbeauftragter, waren am besagten Abend vor Ort gewesen und hatten sich ein Bild gemacht.  Die eingesetzten Polizisten kennen die Szenerie am Alz-Knie gut, denn fast schon jede Abschlußklasse hat dort nach den Prüfungen gefeiert. „Es gab in den letzten Jahren immer vereinzelt Probleme“, sagt Dienststellenleiter Manfred Liebl , „aber nicht in diesem Ausmaß.“

Alarmiert worden war die Polizei von der Rettungsleitstelle -  nachdem Sanitäter das dritte schwer alkoholisierte Kind vom Alz-Knie ins Krankenhaus gebracht hatten. „Uns freut‘s ja, wenn die Kinder ihren Abschluss feiern“, so Liebl weiter, „aber sie sollen ihre Finger vom Schnaps lassen.“

Die fünf Jugendlichen, die nach dem Saufgelage die Nacht im Krankenhaus verbracht haben, sind mittlerweile vom Jugendbeamten ins Gebet genommen worden. Liebl: „Denen ist oft nicht klar, was ihnen passieren kann. Aber am schockiertesten sind sie, wenn sie erfahren, dass sie eventuell ihren Führerschein mit 17 nicht machen können.“

(ch24-red/ch)

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