Nacktbader am Rottspitz nehmen zu

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Übersee - "Was können wir gegen zunehmende Nacktbader am Rottspitz tun?", fragte sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Das Treiben ist den Verantwortlichen ein Dorn im Auge.

Seltsame Dinge passieren am Rottspitz, dem Chiemseeufer im Bereich der Gemeinde Übersee. Während sich der südliche Teil laut dem Gebietsbetreuer für den Chiemsee, Hannes Kraus, zu einem Aufenthaltsort für nackte Homosexuelle entwickelt, hat sich an der Spitze vermutlich ein Einzelner sein persönliches Paradies geschaffen.

Normalerweise beschäftigt sich der Chiemseegebietsbetreuer mit der Einrichtung von Bojenketten, dem Vogelschutz oder Infoveranstaltungen für Vermieter. Das jetzige Treiben am Rottspitz ist auch für ihn nach eigenen Worten eher ungewöhnlich, aber dennoch ein Dorn im Auge.

Die Nacktbader nähmen ständig zu, vor allem, weil in der Münchener Homoszene für dieses idyllische Fleckchen am See bereits geworben werde. Auch der vermutete "Einsiedler" an der Spitze halte sich hartnäckig. Nachdem man ihm von höherer Stelle bereits seine "Hausmauer" aus Beton weggerissen habe, so Kraus, habe er das Gelände nun in mehrere Terrassen aufgeteilt.

Der Gebietsbetreuer sieht momentan keine Möglichkeit, das Problem zu lösen, weil der Uferabschnitt ein "naturschutzrechtliches Vakuum ist". Wasserseitig bestünden zwar Bade- und Aufenthaltsverbote, aber für das Land habe man bisher keine Handhabe. Kraus sagte: "Möglich wäre es, über den Landschaftsschutz mit Zustimmung der Gemeinde ein Betretungsverbot zu erwirken. Dann müsste aber von der Gemeinde auch die Kontrolle übernommen werden."

Man dürfe hier auf keinen Fall ein Refugium für Randgruppen schaffen, meinte Wolfgang Hofmann (Bayernpartei). Seiner Meinung nach müsste das Gebiet von der Wasserschutzpolizei kontrolliert werden. Ludwig Ertl (Freie Bürgerliste) wies darauf hin, dass dieser Uferstreifen ganz früher schon einmal ein FKK-Strand gewesen sei, den man dann bewusst auf das Areal östlich des Campingplatzes Rödlgries verlegt habe. Sollte dieser Uferbereich in ein Naturschutzgebiet umgewandelt werden, sei hier keine Mückenbekämpfung mehr möglich, gab Leo Segin (CSU) zu bedenken.

Bürgermeister Marc Nitschke plädierte dafür, die Probleme am Rottspitz weiter zu verfolgen und sich "zu gegebener Zeit noch einmal zusammenzusetzen".

vd/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

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