Auf dem Weg in die Natur

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Wie die Teilnehmer der Wanderungen in der Kendlmühlfilzn konnten auch die Besucher am Tag der offenen Tür in der Jugendherberge einen Moorboden kennenlernen. Unter dem Mikroskop konnten sie sich nicht mehr verstecken: Zahlreiche Kleinstorganismen leben im Wasser und sind für das bloße menschliche Auge so gut wie unsichtbar.

Prien (ch-z) - Man schrieb das Jahr 1909. Der Lehrer Richard Schirrmann kam auf die Idee, jungen Menschen eine Alternative zum "Stubenhocker-Dasein" zu bieten.

Sie sollten wandern und in Herbergen unterkommen, die einem gleichzeitig auch Wissen über die Natur vermitteln und die Gemeinschaft pflegen. Anlässlich des 30. Geburtstags der Jugendherberge in Prien betonte Dr. Helmut Wittmann, der Präsident des Jugendherbergsverbands Bayern, dass dieser Gedanke nach wie vor modern sei.

Viel zu bieten hat die Priener Jugendherberge - wovon sich auch und gerade die Besucher der Geburtstagsfeier überzeugen konnten. So gehören etwa auch Kanus zum Haus, die jetzt draußen im Garten, schon winterfest gemacht, auf Böcken liegen. Laut Hilde Rosrucker, der Herbergsleiterin, ermöglichen sie das Programm "Kanufahren auf dem Chiemsee", das die Jugendherberge zusammen mit den Chiemsee-Naturführern organisiert. Zehn verschiedene Wochenprogramme mit ganz unterschiedlichen Ansätzen stehen den Herbergssuchenden zur Verfügung. Ganz besonders beliebt sind auch die ganztägigen Moorwanderungen durch die Kendlmühlfilzn und der abschließende Besuch des Torfbahnhofs. "Dort ist ein Batzplatz, und die Kinder können ohne die Schuhe im Moor waten", beschreibt Mareike Goetz, die Umweltpädagonin, das besondere Erlebnis.

Rund 17000 Übernachtungen zählt die Jugendherberge in Prien jedes Jahr, was einer Zahl von gut 7000 Gästen entspreche, so Goetz. Gut ein Drittel der Gäste beteiligten sich auch an den Programmen. "Die Tendenz ist steigend", freute sich Goetz. Hauptsächlich kommen ihren Angaben zufolge Schulen und Jugendgruppen, die dann einen mehrtägigen Aufentahlt mit Veranstaltungen buchen. Beim Festakt würdigten alle Laudatoren den pädagogischen Ansatz der Jugendherberge und wiesen darauf hin, dass in Prien vor gut 20 Jahren der erste Umweltstudienplatz in ganz Deutschland eingerichtet worden sei. Gibt es derer mittlerweile 20 in der Republik, trägt die Priener Jugendherberge seit fast zwei Jahren auch das Prädikat "Umweltbildung Bayern".

Deshalb war zum 30. Geburtstag auch Ministerialrat Dr. Rudolf Kibler, der im bayerischen Umweltministerium das Referat für Umweltschutz und Nachhaltigkeit leitet, gekommen. Neben diesem gratulierten auch die stellvetretende Landrätin Marianne Loferer und die Zweite Bürgermeisterin von Prien, Renate Hof. Beide betonten die Bedeutung der Jugendherberge für Prien und den Landkreis. Sie hoben ganz besonders den Stellenwert der sozialen Gemeinschaft hervor. Im Anschluss an die Reden konnten die Gäste nicht nur die hervorragende Küche kosten, sondern auch an verschiedenen Stationen im Haus ausprobieren, was die Jugend bei solchen Ausflügen lernen kann und wo der pädagogische Ansatz zum Tragen kommt. So hatte das Herbergsteam eine Informationsecke zum Thema "Moor" aufgebaut - und sogar ein Eimer mit "echter" Moorpackung für die Füße fehlte nicht. Ein anderes Erlebnisfeld befasste sich mit dem Thema "Wasser". Unter dem Mikroskop konnte man auch die kleinsten Wasserlebewesen sehen, die für das bloße Auge unsichtbar bleiben.

daa

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