Absage an Freizeitzentrum

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Auf diesem Grundstück unmittelbar westlich des Kreisels an der Ortseinfahrt aus Bernau wollte ein Investor ein "Freizeitzentrum" bauen.

Prien - Eine einstimmige Absage hat der Bauausschuss der Anfrage eines Investors zum Bau eines Freizeitzentrums am Kreisel Bernauer Straße erteilt.

Vor allem mit den vier geplanten Spielcasinos konnte sich das Gremium gar nicht anfreunden. Eine Disco im Keller als Bestandteil des Gesamtkonzepts könnte nur vorgeschoben sein, um grünes Licht für die lukrativen Spielhallen zu bekommen, mutmaßte Bürgermeister Jürgen Seifert.

In seiner Juli-Sitzung hatte das Gremium noch durchblicken lassen, dass es sich ein Freizeitzentrum mit Bowlingbahnen sowie Spielflächen für Dart und Billard an der Ortseinfahrt vorstellen könnte - aber nur ohne die vier Spielcasions mit jeweils knapp 150 Quadatmetern. Sie sind ein wesentlicher Teil des Gesamtkonzepts der "hbf Bluestar Real-Estate" ausFreising. Ein Beschluss wurde damals zurückgestellt, damit sich die Gemeinderatsfraktionen beraten und eine Meinung bilden können.

Die Positionen waren nun eindeutig. Alle Bauausschussmitglieder blieben, auch stellvertretend für ihre Fraktionen, beim "Nein" für die Spielhallen. Dr. Claudia Trübsbach (BfP) strafte solche Einrichtungen mit Spielautomaten als "Landplage" ab und verwies auf ein mutmaßlich erfolgreiches Konzept im Landkreis Erding, dass Vergnügungsstätten per Satzung nur in klar definzierten Bereichen zulässt.

Sportreferent Alfred Schelhas (SPD) konnte sich mit Bowlingbahnen und Dart-Scheiben durchaus anfreunden, aber auch nicht mit Casions. Im Kurort Prien würden sich mehrere Klinikendarum kümmern, dass die Menschen gesund werden. Eine solche Einrichtung könne das Gegenteil bewirken, spielte er auf das Problem der "Spielsucht" an.

Joachim Bensemann (FW) stellte stellvertretend für das ganze Gremium fest: "Eine Disco geht wirklich ab in Prien." Aber alle anderen Bestandteile des Konzepts lehne er eher ab. Auch Günter Stampfl (MDfP) machte sein Nein an den Spielcasions fest.

Bürgermeister Jürgen Seifert verwies auf ein informelles Gespräch, dass er mit dem Betreiber mehrerer Diskotheken geführt habe. Das beantragte Größenverhältnis (400 Quadratmeter Disco zu vier Mal knapp 150, also fast 600 Quadratmeter Spielcasinos) "lässt vermuten, dass die Disco im Keller nur ein Anhängsel ist, um die Spielsalons genehmigt zu bekommen". Prien brauche zwar eine Disco, aber in diesem Fall sei sie wohl nur "schaufestermäßig mit eingeplant". EineDisco dieser Größe sei kaum, Spielsalons dagegen schon mit einem Automaten in Betrieb wirtschaftlich zu betreiben, fasste Seifert seine Informationen zusammen.

Einstimmig lehnte der neunköpfige Bauausschuss die Voranfrage für das "Freizeitzentrum" ab.

db/Chiemgau-Zeitung

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