Nein zu Lärmschutzwand

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Prien - Abgelehnt: Der Bauausschuss sprach sich jetzt gegen eine 1,80 Meter hohe Lärmschutzwand aus Betonsteinelementen, die begrünt werden und ein Grundstück an der Weidachstraße abschirmen sollte, aus.

Bürgermeister Jürgen Seifert wie auch die vier Mitglieder des Gremiums, die gegen den Bauantrag stimmten, fürchteten einen Präzedenzfall, der Nachahmer auf den Plan rufen könnte, und verwiesen auf die gängigen Regelungen. "Dann kommen andere und dann haben wir halb Westernach eingemauert", warnte Zweite Bürgermeisterin Renate Hof (CSU) vor den möglichen Folgen einer Zustimmung.

Weil das Grundstück im so genannten Außenbereich liegt, gelten dort andere Vorschriften als im Ortsinnern. Im Außenbereich gibt es keinen gültigen Bebauungsplan, der regelt, welche Baumaßnahmen in welcher Größe möglich sind. Für jedes Vorhaben muss eine Genehmigung eingeholt werden. Wie in der Sitzung betont wurde, gibt es in Prien noch keine vergleichbare Mauer.

Günter Stampfl (MDfP), der wie Joachim Bensemann (FW) am Ende der Diskussion gegen die Ablehnung stimmte, äußerte Verständnis für den Wunsch nach Lärmschutz, weil sich viele Autos in der Weidachstraße nicht an Tempo 50 halten würden. Seifert wiederum wies darauf hin, dass eine 1,80 Meter hohe Mauer zu niedrig sei, um wirksam vor Straßenlärm zu schützen.

Stampfls Hinweis auf eine ähnliche Mauer in der Bachstraße erwies sich im Nachhinein als irreführend. Aus Unterlagen im Rathaus geht hervor, dass der damalige Bauausschuss 1989 die Mauer in der beantragten Höhe (1,60 Meter) abgelehnt hatte und auf die Festlegung in der gemeindlichen Baufibel verwiesen hatte, die heute noch gilt und eine maximale Höhe von 1,20 Metern vorsieht.

Mitarbeiter der Bauverwaltung überzeugten sich zudem am Tag nach der jüngsten Sitzung, dass es in Westernach keine vergleichbare Mauer gibt, verlautete aus dem Rathaus.

Seifert hatte in der Sitzung an ähnliche Fälle in jüngerer Vergangenheit erinnert. Demnach hatte die Gemeinde 2009 sogar eine Mauer, die höher gebaut worden war als erlaubt, zurückbauen lassen. Ein anderer, vergleichbarer Antrag war, wie der jüngste, abgelehnt worden.

db/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © pa

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