Neue Fähre nimmt ihre Fahrt auf

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Auf dem schönen Chiemsee ist die neue Fähre ab jetzt im Einsatz.

Prien/Herreninsel - Auf diesen Tag hat die Schloss- und Gartenverwaltung auf Herrenchiemsee acht Jahre gewartet: Gestern hat die neue Fähre zur Herreninsel ihre Fahrt aufgenommen.

"Für uns ist ein Traum in Erfüllung gegangen", sagte Josef Austermayer, der Chef der Schlossverwaltung auf der Insel, im Rahmen der Schiffstaufe in Prien-Stock. "Ich taufe dich auf den Namen Herrenwörth", verkündete Marlies Pschierer, die Gattin von Staatssekretär Franz-Josef Pschierer. Und dann ließ sie die volle Sektflasche an den Rumpf der neuen Fähre prallen.

Der "Star des Tages" hatte noch sanft auf seinen Lagerungsschienen nahe des Chiemseeufers in der Feßlerwerft geruht, als der Chef der Chiemsee-Schifffahrt, Ludwig Feßler, Austermayer zur neuen Fähre gratulierte. Über Wochen war sie dort zusammengebaut worden, nachdem die Einzelteile in Andernach am Rhein gefertigt worden waren. Schwere Transporter brachten sie nach Prien (wir berichteten). "Acht Jahre haben wir über eine neue Fähre geredet", so der Präsident der Schlösserverwaltung, Dr. Johannes Erichsen. Jetzt nehme sie ihre Fahrt auf. 30 Jahre sei die alte Fähre bis zu 40-mal am Tag zwischen Mühlen (Gemeinde Breitbrunn) und der Herreninsel hin und her gefahren und habe alles transportiert, was man auf einer Insel brauche. "Aber die Lkws werden immer größer, die Logistik immer komplizierter und teurer - und wir haben in den nächsten zwei Jahren auf der Insel viel vor", meinte Erichsen und deutete damit an, dass die alte Fähre mit einer Tragfähigkeit von maximal 20 Tonnen für die künftigen Bautätigkeiten am Schloss und am ehemaligen Augustiner-Chorherrenstift nicht mehr ausreichen würde.

Ins technische Detail ging der Geschäftsführer der Hersteller-Firma SBS Andernach, Matthias Schmitt. Insgesamt sei die neue Fähre 45 Meter lang und 9,5 Meter breit. Sie sei bis zu 80 Tonnen belastbar und verfüge über zwei Antriebe sowie über zwei Fahrstände. Auch für das Eis sei die neue Fähre gerüstet, betonte der Geschäftsführer weiter. Austermayer sprach von "Hoffen und Bangen", als es um die Neuanschaffung der Fähre gegangen sei. Er sagte, dass die neue Fähre "weniger Sprit braucht, weniger Schadstoffe verursacht und auch weniger Lärm". Der bayerische Finanzminister Georg Fahrenschon habe gerade noch rechtzeitig die Gelder für die Fähre genehmigt. "In der Krise wäre das nicht mehr gegangen", war sich Austermayer hinsichtlich der Anschaffungskosten in Höhe von 1,5 Millionen Euro sicher.

Er erinnerte daran, dass die alte Fähre 30 Jahre unfallfrei im Dienst gestanden sei - was der Besatzung zu verdanken sei. Auch der Betriebsleiter der Firma Feßler, Herbert Hauck, wünschte wie alle seine Vorredner dem neuen Schiff "allzeit gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unter dem Rumpf". Nachdem die Sektflasche glücklich im zweiten Versuch zerschellt war, schwebte die "Herrenwörth" mit Hilfe eines riesigen Krans ins Hafenbecken. "Jetzt schwimmt sie", kommentierte ein Herr, als die Halte-Leinen mit den 100 Tonnen locker wurden und dann eine Millimeter-Arbeit schließlich glücklich zu Ende ging. Für die 45-Meter-Fähre erwies sich der Uferabschnitt zwischen Steganlagen und neuer Schiffshalle als beinahe zu kurz.

daa/Chiemgau-Zeitung

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