Mit neuen Ideen zu mehr Gästen

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Bald wird ein weiteres Highlight der Chiemgau-Thermen fertig sein: die chillige Cabana Bar. Der Sand fürs Barfußfeeling wurde dieser Tage bereits angeliefert.

Bad Endorf - Die Chiemgau-Thermen wollen sich neu erfinden. Mit frischen Ideen und Angeboten sollen neue Zielgruppen gefunden werden. Die Verjüngungskur sei dringend notwendig:

Noch liegen die neuesten Zahlen des Abschlussberichts der Chiemgau-Thermen Bad Endorf für 2011 nicht auf dem Tisch, doch das Minus werde wie im Vorjahr wieder bei rund 700.000 Euro liegen, sagt Roland Zeh, Finanzvorstand der Gesundheitswelt Chiemgau (GWC). Nur wenige Bäder in Deutschland seien in der Gewinnzone, die meisten lebten von Zuschüssen. Sein Ziel: mit attraktiven Angeboten neue Zielgruppen ansprechen und so das Minus verringern. "Wir müssen uns verjüngen", sagt er.

Vorstand Roland Zeh

Zusammen mit einem Top-Bäderspezialisten aus Düsseldorf wollen Marketingleiterin Ingrid Dangl, Thermen-Geschäftsfüher Jens Stadler und Vorstand Roland Zeh die Weichen für die Zukunft der Chiemgau- Thermen neu stellen und die Besucherzahlen steigern. "Es ist ziemlich einmalig in Deutschland, dass eine Therme keine Zuschüsse bekommt. Wir zahlen sogar Pacht", sagt Zeh. Die meisten Bäder seien ein Zuschussgeschäft, nur die Erdinger Therme sei im Umkreis in der Gewinnzone. Doch die spiele in einer anderen Liga.

Aus Defizitgründen die Chiemgau-Thermen zu schließen, komme derzeit nicht in Frage, sagen Zeh, Dangl und Stadler übereinstimmend. "Das ist die letzte Option. Doch das hätte gravierende Auswirkungen für Bad Endorf." Derzeit fange der Gesamtkonzern GWC das Defizit ab.

Marketingleiterin Ingrid Dangl

Mit verbesserten Angeboten, neuen und längeren Öffnungszeiten sowie zahlreichen Attraktionen im Bereich der Sauna und der Therme sollen neue Badegäste angesprochen und das Minus in Schach gehalten werden. "Mit romantischen Kerzerlabenden und lauschigen Konzerten an langen Vollmondnächten wollen wir junge Pärchen und Junggebliebene, mit günstigen Azubi- und Studententarifen junge Leute ansprechen", zählt Ingrid Dangl auf. Zusätzlich soll es jetzt auch die Möglichkeit zum "After-Work-Relaxing" für 40- bis 60-Jährige geben. "Mit attraktiven Angeboten in der Sauna, mit farbig beleuchteten Becken und gemütlichen Feuerplätzen zum Entspannen bieten wir Gelegenheit, dem Burn-out vorzubeugen", sagt die Marketingleiterin.

Ganz neu und derzeit noch im Bau: die Cabana Bar für echtes Urlaubsfeeling mit Sand, Sonnenuntergängen und chilliger Musik.

Geschäftsführer Jens Stadler

"Wir werden allerdings kein Spaßbad wie andere Thermen. Wir bleiben unserer Linie treu und bieten als Gesundheitstherme Entspannung pur. Das ist und bleibt unser Markenkern", betont Stadler. Und das schätze auch das treue Stammpublikum, an dem Stadler viel liegt. "Vor allem Senioren kommen zu uns. Die starke Jod-Thermalsole wirkt sich heilungsfördernd auf den Bewegungsapparat, auf Herz-Kreislauf-Beschwerden und Bluthochdruck aus. Wir werden alles tun, damit sich diese Gruppe weiterhin bei uns wohlfühlt."

Doch die zahlreichen Sommerangebote, die am 1.Mai starten und weitere zahlende Gäste anlocken sollen, sind nur eine Seite der Medaille. "Wir müssen auch an der Ausgabenschraube drehen", so Zeh. So werde über einen "gemäßigten Personalabbau" nachgedacht. Dennoch werde es schwierig, in die Gewinnzone zu kommen, sagt der Finanzfachmann.

Die jährlichen Pachtzahlungen an die Marktgemeinde, die als hohe Fixkosten im Haushalt der Chiemgau-Thermen auftauchen, sowie Instandhaltungskosten, Wartungskosten oder Anforderungen an die Infrastruktur wie beispielsweise die Bohrungen fressen den Gewinn immer wieder auf. "Allein im letzten Jahr mussten wir für den Brandschutz 3,2 Millionen Euro aufbringen, die neue Wärmepumpe kostete insgesamt 400000 Euro", erinnert Zeh. Da sei ein Gewinn kaum zu erwirtschaften. "Dennoch steigern wir unseren Umsatz jährlich um rund zwei Prozent." Und auch die Besucherzahl sei 2011 um 5,8 Prozent gestiegen.

Ein ordentliches Leck in die Finanzen reißen die Heizkosten. Stadler: "Das Wasser kommt mit 40 Grad Celsius aus der Tiefe. Doch durch das Reinigen und Klären kühlt es auf 24 Grad ab und muss dann wieder auf 34 Grad erwärmt werden." 5600 Liter Heizöl seien so pro Tag in winterlichen Spitzenzeiten nötig.

Doch gerade das Schwimmen in den Außenbecken machten die Attraktivität der Chiemgau-Thermen aus. "Wo kann man sonst noch mit einem solchen Traumblick auf Berge und See baden", fragt er. Und fügt an: "Das wollen wir erhalten. Doch auch die Marktgemeinde muss das Ihre beim Tourismus tun." Wichtig sei vor allem eines: ein neues Hotel, um die Gäste auch beherbergen zu können.

Sigrid Knothe/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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