Für neuen Standort entschieden

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Der neue Standort für den Verkehrsübungsplatz liegt zwischen dem bestehenden Platz und dem Pausenhof der Mittelschule (grüne Fläche). Er wird geteilt durch den neuen Schulweg (orange markiert). Unterhalb der roten Strichlinie sollen in einem zweiten Schritt die Bushaltestellen und Parkplätze für die "Elterntaxis" ausgebaut werden.

Prien - Die Lösungssuche zum Thema "Verkehrsübungsplatz an der Franziska-Hager-Schule" in Prien wurde am Mittwochabend im Gemeinderat abgeschlossen.

Einen entscheidenden Schritt weiter gekommen ist die Marktgemeinde Prien bei ihrer Lösungssuche zum Thema "Verkehrsübungsplatz an der Franziska-Hager-Schule". Als besten Standort für einen Neubau favorisieren der Arbeitskreis Ortsentwicklung und die Bürgerwerkstatt Verkehr die Grünfläche zwischen dem bestehenden Platz und dem Pausenhof der Mittelschule. In seiner Sitzung am Mittwochabend beschloss der Marktgemeinderat einstimmig, diese Variante zu verwirklichen.

Zum wiederholten Mal hatte der Marktgemeinderat in seiner Januarsitzung über die Neuanlage des Verkehrsübungsplatzes an der Grundschule beraten, eine Entscheidung aber zurückgestellt, um weitere Informationen einzuholen und auch den Arbeitskreis Ortsentwicklung mit einzubeziehen. In der folgenden Sitzung im Februar stellten dieser Arbeitskreis wie auch die Bürgerwerkstatt Verkehr ihre Abschlussberichte vor. Aus den vorgeschlagenen Sofortmaßnahmen der Bürgerwerkstatt griff der Marktgemeinderat unter anderem den Themenschwerpunkt "Umfeld Franziska-Hager-Schule - Verbesserung der Schulwegsicherheit" auf und legte ihn als eins von fünf Starterprojekten unter Einbezug des Arbeitskreises Ortsentwicklung fest. Dabei sollte auch das Thema "Verkehrsübungsplatz" bearbeitet werden (wir berichteten).

Bei ihrer Tagung am 19. März seien Arbeitskreis und Bürgerwerkstatt zu dem Schluss gekommen, dass der beste Standort für den Neubau des Verkehrsübungsplatzes die Grünfläche östlich des bestehenden Platzes vor der Franziska-Hager-Schule ist, berichtete Professor Klaus-Wedig Pridik am Mittwochabend dem Ratsgremium. Mit einbezogen wird bei dieser Variante ein westlich angrenzender, schmaler, dreieckiger Bereich des alten Verkehrsübungsplatzes inklusive der Hütte, in der das Schulungsmaterial für den Verkehrsunterricht gelagert wird. Pridik plädierte für eine deutliche Trennung des Schulweges vom fließenden Verkehr aus Richtung Jensenstraße zur Schule hin, weg vom derzeitigen Busparkplatz beziehungsweise Verkehrsübungsplatz. Der geplante Fußweg teile den neuen Übungsplatz zwar in zwei Bereiche, könne aber sinnvoll in die Verkehrsübungsszenarien eingegliedert werden, so Pridik.

Bei der Planung und Umsetzung sollte eine nachhaltige Entwicklung des gesamten Areals im Auge behalten werden. So könnte in einem zweiten Schritt die verbleibende Fläche des alten Übungsplatzes aufgeteilt werden in Bushaltestellen und Kurzzeitparkplätze für die "Elterntaxis" mit angepassten Ein- und Ausfahrten.

In der Ratssitzung erläuterte der Leiter der Jugendverkehrsschule, Polizeihauptkommissar Anton Schauer, nochmals die Notwendigkeit eines neuen Platzes. Schauer hatte in seinem Antrag an die Gemeinde auf Neubau eines Verkehrsübungsplatzes aus Sicht der Polizeiinspektion Prien im September 2011 diesen Standort vorgeschlagen. Es mache keinen Sinn, den "alten Platz aufzumöbeln, wenn damit nicht die Probleme beseitigt werden", machte er am Mittwochabend unter anderem nochmals deutlich. Der etwa 35 Jahre alte Verkehrsübungsplatz genüge nicht mehr den heutigen Anforderungen, die Lebenswirklichkeit des Straßenverkehrs sei nicht mehr abbildbar, so Schauer. Außerdem erschwere der Schulbusverkehr auf dem Gelände den Unterricht im erheblichen Maße. Zudem fahren trotz Verbotsschilder immer wieder Pkw während der Übungen auf den Platz.

Bevor die CSU-Fraktion grünes Licht gebe, müsse zum einen geklärt werden, wieviele "Park&Ride"-Parkplätze bei der Neugestaltung des Areals wegfallen würden, forderte Michael Anner in der Diskussion. Zudem sei eine Detailplanung wichtig, und auch der Kostenumfang müsse dargestellt werden. Der gleichen Meinung war Felicitas Bauer (BfP). Peter Fischer (ÜWG) fand das Konzept gut; bei der Umsetzung - die schnell vonstatten gehen sollte - müsse auf die Kosten geachtet werden.

Bürgermeister Jürgen Seifert wie auch Professor Pridik wiesen darauf hin, das dieses vorgestellte Konzept zunächst nur ein Vorschlag sei. Seifert erklärte, dass zudem noch keine Mittel dafür in den Haushalt eingestellt worden seien.

Helge Holzer (BfP), Alfred Schelhas (SPD) und Eleonore Pelzl (MfP) lobten das gute Konzept, das die Schülersicherheit deutlich verbessere.

Zweite Bürgermeisterin Renate Hof (CSU) kritisierte, warum dieser neue Vorschlag den Gemeinderäten nicht vorab vorgelegt worden sei.

Diese neue Variante habe nicht vorgelegt werden können, weil sie ein recht neues Ergebnis aus der Zusammenarbeit der Bürgerwerkstatt und der Ortsentwicklungsgruppe sei, entgegnete Seifert.

Joachim Bensemann (FW) brachte abschließend die Meinung des Gremiums auf den Punkt: "Ein tolles Projekt wurde für die Kinder ins Leben gerufen."

Letztendlich fiel der Beschluss einstimmig aus: Der Marktgemeinderat legte fest, dass die vorgestellte VarianteI mit maximalen Herstellungskosten in Höhe von 120000 Euro bei einem Anteil von 30000 Euro für Prien verwirklicht werden soll. Die Umsetzung dieser Maßnahme hat in enger Abstimmung mit den Schulverbandsgemeinden als anteilige Kostenträger zu erfolgen.

Für den Neubau des Platzes muss noch der Hauptschulverband in seiner Sitzung am 19. April seine Zustimmung geben. Die Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden - deren Schulkinder auch den Verkehrsübungsplatz nutzen - haben im Vorfeld dieser Variante bereits zugestimmt.

In diesem Zusammenhang wies Bürgermeister Seifert darauf hin, dass einige Gemeinden aus dem Schulverband für heuer noch keine Haushaltsmittel eingeplant hätten; deshalb solle die Umsetzung auf den Haushalt 2013 abzielen. ul

Quelle: rosenheim24.de

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