Neuer Kreisel wird greifbar

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Noch kreuzt sich der Verkehr an der vielbefahrenen Ortseinfahrt. Schon bald könnte er sich flüssiger im Kreis drehen. Landtagsabgeordneter Klaus Stöttner (Zweiter von links) hatte zum Ortstermin mit Bürgermeister Jürgen Seifert (Zweiter von rechts), CSU-Fraktionsvorsitzendem Andreas Neuer (links) und CSU-Ortsvorsitzendem Andreas Becker das Schreiben mit der Förderzusage mitgebracht

Prien - Der Bau eines Kreisels an der Ortseinfahrt aus Richtung Rimsting rückt in greifbare Nähe. Das hat die Gemeinde jetzt schriftlich.

Der Freistaat Bayern würde vier Fünftel der Kosten tragen und sogar die Planung mitfinanzieren.

Der Brief ist nur 13 Zeilen lang, aber inhaltsschwer. CSU-Landtagsabgeordneter Klaus Stöttner übergab sein Schreiben dem Adressaten, Bürgermeister Jürgen Seifert, an Ort und Stelle persönlich. Darin heißt es: „Nach Rücksprache mit der Obersten Baubehörde des Freistaates Bayern, Ministerialrat Dr. Bernd Zanker, habe ich vor wenigen Tagen die Zusage erhalten, dass ein Kreisel an der Ortseinfahrt Prien nach dem vor kurzem erweiterten Sonderprogramm der Sonderbaulast für die Marktgemeinde Prien möglich ist. Ich bekam für Prien eine Förderzusage von 80 Prozent. Hilfreich ist, dass ausnahmsweise die Förderzusage auch für die Planungskosten gewährt wird.“

Das bedeutet, dass der Markt Prien Planung und Bau eines Kreisverkehrs kurzfristig zwischenfinanzieren müsste und relativ zeitnah vier Fünftel der Gesamtsumme aus dem Fördertopf zurückbekäme.

Seifert sprach spontan von einer „einmaligen Chance“. Er will nun versuchen, bereits in der Junisitzung des Marktgemeinderates eine Entscheidung und einen Planungsauftrag herbeizuführen. Obwohl die finanzielle Situation derzeit nicht einfach ist, gab sich Seifert überzeugt davon, dass diese Maßnahme schnell realisiert werden kann. Der Bau eines Kreisverkehrs würde nach Einschätzung von Fachleuten rund 600 000 bis 700 000 Euro kosten. Grob gerechnet müsste die Marktgemeinde also letzlich 120 000 bis 140 000 Euro selbst aufbringen.

In der Vergangenheit hatte auch die unmittelbar benachbarte Brücke über die Prien in den Überlegungen eine Rolle gespielt. Müsste sie mit einbezogen werden, lägen die Kosten gleich um rund eine Million höher.

Derzeit zeichnet sich aber ab, dass die Brücke unangetastet bleiben kann. Seifert hat nach eigener Aussage die mündliche Zusage eines Grundeigentümers, der einen Streifen abtreten würde, damit ein Stück des Hanges abgetragen werden könnte, der an die Kreuzung angrenzt, um Platz zu schaffen.

Mit einem zweiten Grundeigentümer, von dem wohl ebenfalls ein Stück Grund gebraucht würde, um den Kreisel darstellen zu können, stehen dem Bürgermeister zufolge jetzt noch Gespräche an.

Um den Verkehrsfluss an dem vielbefahrenen Knotenpunkt in einem Kreisverkehr darstellen zu können, gehen Experten davon aus, dass ein Außendurchmesser von knapp 40 Metern notwendig ist. Die Kreuzung, an der vier Straßen zusammentreffen, gilt auch bei der örtlichen Polizei als neuralgischer Unfallschwerpunkt. Verkehrssachbearbeiter Anton Schauer hatte in jüngerer Vergangenheit deshalb wiederholt den Bau eines Kreisverkehrs empfohlen.

Als „sehr begrüßenswerten Anfang“ werteten beim Ortstermin spontan der CSU-Ortsvorsitzende Andreas Becker und der Fraktionsvorsitzende, Andreas Neuer, die Förderzusage. Die CSU hatte erst im April einen Antrag im Marktgemeinderat eingebracht, mit dem Ziel einer ausführlichen Diskussion und Entscheidungsfindung zur „Umgehung Prutdorf“ und zur Gesamtplanung der Strecke Prien-Frasdorf.

Die Kreuzung ist Ausgangspunkt dieser Route. Bei einem Treffen mit seinen Amtskollegen Josef Mayer aus Rimsting und Marianne Steindlmüller aus Frasdorf habe Seifert zufolge kürzlich Einigkeit in der Einschätzung bestanden, dass diese Kreuzung und die Engstelle an der Kirche von St. Salvator die beiden Stellen sind, die es vorrangig zu verbessern gilt. Für den Abschnitt Wildenwart-Frasdorf der Staatsstraße hatte das Straßenbauamt Rosenheim vor Monaten eine Generalsanierung für das Jahr 2011 angekündigt. Für St. Salvator „gibt es Überlegungen“, deutete Stöttner beim Ortstermin an, dass auch für diesen Kurvenbereich um das Gotteshaus vielleicht bald eine Lösung in Sicht kommt.

Gleiches gilt für die Nepomukkapelle, die seit über 60 Jahren auf einer kleinen Verkehrsinsel steht. Der Großvater der heutigen „Lindenhof“-Wirtin hatte sie seinerzeit gebaut, heute wird sie von der Gebirgsschützenkompanie gepflegt. Die Kapelle mit dem Brückenheiligen könnte vor dem Eingang zum Biergarten des „Lindenhofs“ ihren neuen Platz finden. 

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