Neues Dach für die Muschel

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Das Prienavera mit seinem Muscheldach ist weithin sichtbar und so zu einem modernen Wahrzeichen geworden. Aber der Zahn der Zeit hat an dem geschwungenen Dach, dessen Form einer Muschel nachempfunden ist, genagt. Im Frühjahr 2010 soll es erneuert werden.

Prien - Im Frühjahr 2010 sollen die Bauarbeiter dem Prienavera aufs Dach steigen. Voraussichtlich sechs bis acht Wochen wird das Erlebnisbad dann schließen müssen, bis das 1800 Quadratmeter große Dach komplett mit neuen Folien überzogen und alle Halterungen für die Konstruktion ausgetauscht sind.

In erster Linie ist Rost an den Halterungsschrauben der Grund für die Millionenmaßnahme.

Eigentlich sollte die Erneuerung des Muschel-Dachs schrittweise erfolgen. Der erste Teil war einmal für den Herbst dieses Jahres angedacht. Aber im Laufe der Überlegungen sind das Bauamt, die Priener Tourismus GmbH (PTG) als Betreiber und das Kompetenzteam, das aus den Reihen des Marktgemeinderates eigens für die Planung dieser Maßnahme gebildet worden war, davon abgekommen.

Jetzt soll die Schwimmhalle sozusagen in einem sechs- bis achtwöchigen Rutsch neu überdacht werden. Ein Rosenheimer Ingenieurbüro arbeitet derzeit an der Planung, damit das Großvorhaben im April/Mai nächsten Jahres über die Bühne gehen kann. Durch die Konzentration auf eine gesamtheitliche Baumaßnahme sollen Einnahmeausfälle aufgrund der unvermeidbaren Schließung minimiert und Kosten reduziert werden. So muss zum Beispiel nur einmal ein Gerüst aufgestellt werden. Die Planer gehen derzeit davon aus, dass das Erlebnisbad sechs bis acht Wochen geschlossen bleiben muss. Sollte das Wetter nicht mitspielen, droht vielleicht sogar eine noch längere Auszeit.

Endgültige Klarheit wird aber erst nach der Revision in diesem Herbst herrschen. Turnusmäßig wird das Prienavera dann für eine Woche geschlossen. Dabei sollen auch die sogenannten Leimbinder, also die riesigen Holzbalken, die das Foliendach stützen, auf mögliche Schäden untersucht werden.

Heuer wird das Erlebnisbad zehn Jahre alt, im Oktober 1999 wurde es eröffnet. Im Laufe der Zeit mussten nicht nur an einigen Stellen Löcher in den Dachfolien geflickt werden. Vor allem die Halterungen der Konstruktion bereiteten den Verantwortlichen Kopfzerbrechen. Die Bolzen haben Rost angesetzt. Sie sollen durch ein verbessertes, stabileres Schraubensystem ersetzt werden. Mehrere tausend Schrauben müssen also entfernt und durch noch mehr neue ersetzt werden.

Auch die Folien selbst haben ausgedient. Bisher werden mit Überdruck jeweils zwei Kammern der einzelnen Membrankissen aufgeblasen. Insgesamt überspannen sie eine Fläche von 1800 Quadratmetern. Künftig soll ein Drei-Kammern-System dazu beitragen, den hohen Energieverbrauch des Bades zu senken. Die PTG wendete zuletzt rund 400000 Euro jährlich für Energiekosten zum Betrieb des Erlebnisbades auf. Während der Schließung zur Dacherneuerung sollen auch sogenannte Dampfbremsen, besonders an den Ecken der Schwimmhalle, angebracht werden, um zu verhindern, dass dort zu viel Wärme ins Freie gelangt.

Insgesamt wird es wohl einen Betrag jenseits der Millionen-Grenze kosten, dem Bad ein neues, stabileres und energiesparendes Dach zu verpassen. Der Marktgemeinderat hatte ursprünglich 375000 Euro, quasi als erste Rate, in den Haushalt des laufenden Jahres eingestellt. Damals war das Gremium noch von einer etappenweisen Umsetzung mit einem ersten Bauabschnitt in diesem Herbst ausgegangen. Ein Teil des bereitgestellten Geldes wird nun für die Planung durch ein Fachbüro verwendet, der große Rest wird wohl in den Etat des nächsten Jahres überschrieben. Und dann wird der Marktgemeinderat nochmal eine große Summe drauflegen müssen.

Chiemgau-Zeitung

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