Nicht alle halten sich an Anleinpflicht

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Prien - Hundebesitzer sind seit einem Jahr verpflichtet, ihre Vierbeiner an die Leine zu nehmen. Aber nicht alle halten sich an die Anleinpflicht!

Vor einem Jahr hat der Marktgemeinderat Hundebesitzer verpflichtet, ihre Vierbeiner immer an die Leine zu nehmen, wenn diese über 50 Zentimeter Schulterhöhe messen und innerorts Gassi geführt werden. Nach Auskunft aus dem Rathaus hat sich aber die Zahl der Beschwerden über frei laufende Hunde erhöht.

Wer in einer der innerörtlichen Grünanlagen mit seinem Zamperl unterwegs ist, der wird jetzt freundlich, aber unübersehbar darauf hingewiesen, dass sie oder er den Vierbeiner nicht laufen lassen darf. "Hunde bitte anleinen" steht auf großen Schildern mit der Silhouette eines Schäferhunds, die die Gemeinde an den Zugängen der Parks montiert hat. Die Verwaltung setzte damit die Anregung eines Bürgers um, der bemängelt hatte, dass die bisherigen, vergleichsweise kleinen Hinweise leicht übersehen würden.

Ob die großen Schilder Wirkung zeigen, muss sich nun zeigen. Vor ziemlich genau einem Jahr hatte der Marktgemeinderat die bisherige, so genannte Grünanlagensatzung durch ein neues Regelwerk ersetzt. In der "Verordnung über die zeitliche Beschränkung ruhestörender Haus- und Gartenarbeiten, Lärm, Haustier- und Hundehaltung, die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen des Marktes Prien am Chiemsee", so der bürokratische Titel, ist nicht nur festgeschrieben, wann die Priener Rasen mähen und wie lang sie lautstark Geburtstag feiern dürfen.

Leine darf nur drei Meter messen

An einer reißfesten und höchstens drei Meter kurzen Leine müssen demnach Hunde Gassi geführt werden, die eine Schulterhöhe von einem halben Meter oder mehr haben. Das gilt für den gesamten, sogenannten "Innenbereich". Dass dazu die öffentlichen Grünanlagen (Wendelsteinpark, Eichental, kleiner Kurpark und Strandpromenade/Schären) zählen, dürfte den meisten klar sein.

Was aber sonst noch dem "Innenbereich" zuzuordnen ist, definiert sich aus dem Baurecht heraus. Dazu gehören alle Bereiche, für die ein Bebauungsplan gilt und solche, die damit im (räumlichen) Zusammenhang stehen, also - vereinfacht gesagt - in der unmittelbaren Nachbarschaft von Bebauungsplangebieten liegen. "Das ist manchmal im Einzelfall schwer zu entscheiden", wissen auch die zuständigen Sachbearbeiter im Rathaus.

Dass der Anstieg der Zahl der Beschwerden über frei laufende Hunde, der im Rathaus verzeichnet wurde, unmittelbar mit der Satzung zusammenhängt, glaubt man im Rathaus nicht, denn es sind auch kleinere Hunde, über die und deren Besitzer sich Bürger beschweren. Allerdings würden sich die allermeisten Hundebesitzer an die Vorschriften halten, es seien nur einige wenige, die die Anleinpflicht missachten, betont die Gemeinde.

Derzeit sind im Rathaus genau 349 Vierbeiner gemeldet, für die ihre Eigentümer im Jahr zusammen gut 17.200 Euro Hundesteuer überweisen.Kampfhunde sindbei der Gemeindeverwaltung zurzeit nicht registriert. Wenn solche Tiere gemeldet werden, auf die bestimmte Kriterien zutreffen, muss der Halter mit seinem Hund einen Test absolvieren, in den zum Beispiel die Aggressivität des Tieres untersucht wird.

Wenn Fälle gemeldet werden, in denen Vierbeiner Personen belästigt oder andere Tiere angegriffen, vielleicht sogar gebissen haben, werden die Hundebesitzer angehört, belehrt oder verwarnt oder auch im Wiederholungsfall mit Auflagen per Einzelbescheid bedacht", teilte das Ordnungsamt auf Anfrage der Chiemgau-Zeitung mit. "Die Hundebesitzer sind eigentlich schon einsichtig, wenn man sie darum bittet, in der Nähe von mehreren Häusern, wo auch Kinder leben könnten, ihren großen Hund anzuleinen. Es sind nur wenige uneinsichtige", heißt es aus dem Rathaus. Insgesamt habe sich die Satzung als Gesprächsgrundlage mit Hundebesitzern bewährt, so das Fazit nach einem Jahr.

So lang der Name der Satzung ist, so wenig scheinen die übrigen, darin geregelten Sachverhalte Konfliktpotenzial zu beinhalten. Ob es die zeitliche Regelung zur Benutzung von Rasenmähern oder für private Feiern ist (zwischen 22 und 7 Uhr ist "unnötiger Lärm verboten", "sonstige Beeinträchtigungen" der Nachbarschaft oder Allgemeinheit sind "zu vermeiden") - keine Vorschrift außer der Anleinpflicht musste nach Angaben der Verwaltung heuer "für Entscheidungen herangezogen" werden. Beschwerden über private Feiern habe es bei der Gemeinde nicht gegeben.

Dirk Breitfuß (Chiemgau-Zeitung)

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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