Nicht das Gelbe vom Ei

Bernau - Die Pläne für die Gestaltung des Lebensmittelmarktes, den die Auerbräu AG an der Rottauer Straße in Bernau bauen will, sind nach Ansicht des Gemeinderates nach wie vor keineswegs das Gelbe vom Ei.

Nachdem das Gremium mit dem ersten Entwurf für einen Bauantrag nicht zufrieden war (wir berichteten), brachte die Brauerei in der jüngsten Sitzung weitere Vorschläge auf den Tisch. Doch auch diese Entwürfe lassen nach Ansicht vieler Gemeinderäte noch zu wünschen übrig.

Nach Jahren der Planung und der öffentlichen Diskussion will die Brauerei aus Rosenheim nun auf ihrem Grundstück an der Bundesstraße 305 loslegen. In Abstimmung mit dem Gemeinderat entwirft sie einen Bauantrag. Das Gremium wünscht sich, so der Tenor in den vergangenen Monaten, einen besonderen Bau an einer für die Tourismusgemeinde besonderen Stelle am südlichen Ortsrand. Die Brauerei ist kurz vor ihrem Ziel.

Mittlerweile hat auch das Straßenbauamt seinen Beitrag zum Bau des Marktes geleistet: Die Behörde hat nach Angaben von Bürgermeister Klaus Daiber in Aussicht gestellt, für die Fahrzeuge, die aus Richtung Grassau kommen, eine Linksabbiegespur auf der Bundesstraße einzurichten. Nur Penny als Mieter möglich Eine weitere Auflage muss die Brauerei erfüllen: Mit dem Bauantrag muss sie, wie Daiber jetzt auf Anfrage der Chiemgau-Zeitung noch einmal bestätigte, einen Vertrag vorlegen und mit ihm schwarz auf weiß belegen, dass Penny – die Lebensmittelkette betreibt bereits wenige Meter entfernt eine Filiale in Bernau – in den neuen Markt einzieht. D

ie Gemeinde will ausschließen, dass ein anderer, weiterer Konzern in Bernau Fuß fasst. Der Markt, den die Auerbräu AG plant, wird nach Angaben von Bürgermeister Daiber einschließlich Dachüberstand rund 50 Meter lang und 35 Meter breit. Der Bauherr plane, Giebel und Teile der Wände mit Holz zu verschalen. Der Gemeinderat äußerte Wünsche für die Gestaltung, die der Bürgermeister an die Brauerei weiterleitet. Unter anderem regte das Gremium an, das große, lange Dach, wie Sepp Genghammer (Bündnis 90/Die Grünen) meinte, in zwei oder drei kleinere aufzulösen. Weiter gab‘s den Vorschlag, rote Ziegel zu verwenden – und damit nicht, wie die Brauerei auch zur Diskussion gestellt hatte – graue.

Ferner war auch die Rede davon, die Giebel künstlerisch mit Holz zu gestalten. Georg Bauer (Bernauer Liste) sprach von einem „08/15“-Bau. Die Veränderungen, die die Brauerei in Sachen Gestaltung präsentiert habe, seien „marginal“. Trotz der Aufforderung des Gemeinderates, sich etwas Besonderes einfallen zu lassen, bewege sich die Planung nach wie vor auf dem Stand wie vor einem Jahr. Hansjörg Decker (ebenfalls Bernauer Liste) blies ins gleiche Horn und sagte, dass der Markt „nicht sehr erbaulich“ sei – erst recht nicht für die Anlieger, die auf eine „riesige Dachfläche“ und viel weiße Mauer blicken werden.

Vorschläge vom Rat zur Gestaltung Renate Wendlinger (CSU) erhoffte sich ein „besonderes Gebäude“, das „etwas Bayerisches“ an sich habe. Ein Baustil, der in diese Richtung gehe, sei jedoch nicht zu erkennen. Irene Daiber (CSU) fragte, ob denn nicht eine Art Bauernhaus möglich sei. Zweiter Bürgermeister Matthias Vieweger (CSU) forderte den Bauherrn auf, „weg von dieser länglichen Form“ zu gehen und „einfach was anderes zu machen“.

Allein mit einer Gliederung des Daches könnte man schon „viel erreichen“. „Wir sollten uns nicht der Lächerlichkeit preisgeben und uns als Möchtegern-Architekten ausgeben“, sagte hingegen Alexander Herkner (SPD). Ein Lebensmittelmarkt sei nun einmal kein „Prunkbau“. Herkner erinnerte an den Bürgerentscheid: Der Einheimischen hatten sich für einen Markt ausgesprochen.

pü/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

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