Nicht mehr wegzudenkende Alternative

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Prien - Seit 25 Jahren bereichert der Waldorfkindergarten das Kinderbetreuungsangebot in der Marktgemeinde Prien. Dabei war die Ausgangssituation alles andere als einfach.

Doch mittlerweile haben rund 1200 Kinder ihre Vorschuljahre im Sinne des anthropologischen Ansatzes von Rudolf Steiner genossen. Zahlreiche Gratulanten übermittelten dem Erzieherinnen-Team und den Eltern, wie tief verwurzelt Kindergarten und Schule in der Marktgemeinde sind.

Leigh Hooper, der Vorstand des Kindergartens, stellte die einzelnen Laudatoren vor. Stellvertretende Landrätin Marianne Loferer hob die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Landkreis hervor und betonte, wie groß die Herausforderung an die Eltern sei, die sich ihnen durch die Erziehung ihrer Kinder stelle. Loferer ging auf das pädagogische Konzept von Rudolf Steiner ein und nannte zwei wesentliche Grundlagen: Erkenntnis, Freiheit und daraus resultierend das besondere Verständnis für Individualität.

Renate Hof, Zweite Priener Bürgermeisterin, hob insbesondere die Menschen hervor, die hinter dem Projekt Waldorfschule und -kindergarten steckten. "Sie haben eine gute Atmosphäre für Kinder geschaffen." Sie erinnerte an die Geschichte des "Hauses am Mühlbach", in dem der Waldorfkindergarten nach einer Odyssee 1999 einen festen Platz gefunden habe. "Kein Ort am Chiemsee hat so ein vielfältiges Betreuungsangebot, darauf können wir alle stolz sein," so Hof.

Der Leiter der Waldorfgrundschule, Klaus Pasedag, nahm die Zuhörer mit auf einen erheiternden Ausflug in die Gründungsgeschichte der Waldorfschule und des Waldorfkindergartens. Er erinnerte unter anderem an die Rolle von Dr. Fritz Reuther als besonderer Ansprechpartner, ob bei der Vermittlung der pädagogischen Idee an die politisch Verantwortlichen, die letztlich zum Erwerb des ehemaligen Kreiskrankenhauses geführt hatte, oder bei der Bereitstellung seines Gartens zum Spielen für die Waldorfkinder.

Politik wünschte keinen Waldorfkindergarten

Eigentlich war anfangs überhaupt kein Waldorfkindergarten seitens der Priener Politik gewünscht, erinnerte Pasedag. Mit dem Kunstgriff der "Elternschule" 1986, zwei Jahre nachdem die Schule sich etabliert habe, habe man dies geschickt umschifft. Als Stationen des Provisoriums nannte Pasedag das Schulgebäude, das alte Feuerwehrhaus, ein Gebäude an der Ludwig-Thoma Straße und letztlich ein Haus in der Geigelsteinstraße während des Ausbaus des Dachgeschosses.

Den Weg bis zum Ausbau des Dachgeschosses, der wegen der Vielzahl von Anmeldungen notwendig geworden war, bezeichnete er als "dornenreich".

Die Grüße von rund 23000 Waldorfkindergarten-Kindern aus ganz Deutschland überbrachte Hartmut Beye, Vorstand der Vereinigung der Waldorfkindergärten Deutschland. Wie weit die Ideen Steiners mittlerweile in die ganze Welt strahlten, schilderte Peter Lang, Dozent und Vorstand der Stiftung "Zukunft gestalten". Ob in Moskau oder in einem "Township" (Armenviertel) in Südafrika: Immer gebe es ganz individuelle Kinder mit ihren ganz eigenen Persönlichkeiten. Diese gelte es in ihrer körperlichen, geistigen und sozialen Gesundheit zu fördern.

Reiner Heinz von der anthropologischen Gesellschaft in Prien würdigte ebenfalls das Engagement von Dr. Fritz Reuther, der ab 1981 die weiteren Gespräche zur Gründung der Waldorfschule an die politische Gemeinde Prien vermittelt habe.

Die Leiterin des Kindergartens, Theresia Christian-Rieser, betonte die besondere Verletzlichkeit der Kinder auf der Welt. Ihr herzlicher Dank galt zwei scheidenden Erzieherinnen: Sabine Herdkorn und Nicola Gerl.

Ihr besonders Engagement würdigend wurde auch Personalvorstand Sonja Ole verabschiedet. Seit 2009 hatte sie dieses Amt inne. Auch Susanne Walter, die zwölf Jahre den Kindergarten geleitet hatte, wurde besonders geehrt.

Für den musikalischen Rahmen sorgten eine Irish-Folk-Band des Ludwig-Thoma-Gymnasiums und Einlagen der Kinder.

daa/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

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