Gebäudekomplex aber zwischenzeitlich an den Landkreis verkauft - 283000 Euro "Jahresfehlbetrag" bei Seebühnen-Gesellschaft

Noch 2,75 Millionen Euro Schulden von Goethe-Institut

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Prien - Einmal im Jahr muss die Verwaltung im Marktgemeinderat einen sogenannten Beteiligungsbericht vorlegen. Er enthält Geschäftszahlen der Gesellschaften, an denen der Markt Prien Anteile hält.

In der Regel wird dieser Bericht in öffentlicher Sitzung vorgestellt. Der Beteiligungsbericht für 2008 wurde nun nichtöffentlich behandelt. Der Grund laut Geschäftsleiter Andreas Hell: Weil aus dem ganzen Bundesgebiet Kandidaten für die Stelle des Geschäftsführers der Priener Tourismus GmbH (PTG) angereist waren und nicht absehbar war, wie lange diese letzte Bewerbungsrunde dauern würde, wurde der Bericht kurzfristig in Absprache mit dem Gremium auf die Tagesordnung genommen, weil nach den Vorstellungsgesprächen noch Zeit genug war.

Das Papier enthält Informationen über sechs Gesellschaften. Die "Goethe-Institut Prien Objektgesellschaft mbH" (GIP) gehört dem Markt Prien allein. Sie war 1999 zum Bau des damals neuen Institutskomplexes gegründet worden.

Weil das Gebäude im Zeitraum zwischen der Schließung der Filiale durch die Zentrale des Goethe-Instituts und der Eröffnung der "Europäischen Logistik-Akademie Chiemsee" (EULAC) durch die Waldkraiburger Peter-Gruppe zeitweise leer stand, lief 2008 ein Jahresfehlbetrag von 112000 Euro auf.

Mit den Mieteinnahmen tilgte der Markt Prien das Baudarlehen. Am 31. Dezember 2008 beliefen sich diese Schulden laut Bericht noch auf gut 2,755 Millionen Euro.

Allerdings hat Prien den Komplex nach der Schließung der EULAC im Frühjahr heuer im Paket mit dem ehemaligen Hotel "Charivari" samt Parkplatz am großen Kursaal an den Landkreis verkauft, der das Förderzentrum aus der Franziska-Hager-Schule ins frühere GI verlagert hat.

Die PTG ist laut Bericht schuldenfrei. Ihr Jahresfehlbetrag summierte sich 2008 auf 2,63 Millionen Euro. Das ist das Geld, das die Gemeinde vorletztes Jahr an ihre 100-prozentige Tochter PTG überwiesen hat. Darin sind allerdings laut Geschäftsführer Ferdinand Reb Abschreibungen von 162000 Euro enthalten.

Positiv lesen sich die Zahlen der Logistik-Kompetenz-Zentrum GmbH, gegründet 1997 zum Bau des LKZ. Das Darlehen von damals 1,57 Millionen Euro konnte bis Ende 2008 durch planmäßige Tilgungen auf 523000 Euro zurückgeführt werden. "Die Ertragslage ist seit sechs Jahren positiv", heißt es in den Unterlagen. 2008 konnte ein operativer Jahresgewinn von gut 17000 Euro und ein Bilanzgewinn von 155000 Euro ausgewiesen werden - bei einer Bilanzsumme von über 1,31 Millionen Euro. Zudem konnten aus dem laufenden Geschäftsbetrieb 2008 79000 Euro liquide Mittel erwirtschaftet werden.

Von der Medical Park Kronprinz GmbH und Co KG wurden keine Zahlen über Ertragslage und Schuldenstand veröffentlicht, "da rechtliche Belange der Mitgesellschafter berührt sind". An dieser Gesellschaft hält der Markt Prien eine Minderheitsbeteiligung von 32,88 Prozent am Festkapital von knapp 4,98 Millionen Euro.

Bei der Chiemsee Seebühnengesellschaft mbH (CSG) schließlich lief 2008 laut Bericht ein Jahresfehlbetrag von knapp 283000 Euro auf, obwohl die Seebühne damals schon nicht mehr betrieben wurde. Grund war laut Geschäftsführer Andreas Hell die Abschreibung des so genannten Anlageguts, also vor allem von Bühne und Tribüne, die erst später verkauft worden waren.

Laut Beteiligungsbericht hatte die CSG Ende 2008 Darlehen gegenüber Gesellschaftern von 607000 Euro, davon 433000 Euro bei der PTG. Die wiederum hält 70 Prozent der Anteile an der CSG, die restlichen 30 Prozent teilen sich zwei private Gesellschafter.

db/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

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