Kein Vorankommen in Prutdorf

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Die Trasse für die Ortsumfahrung von Prutdorf, wie sie sich Gemeinde und Straßenbauamt vorstellen. Derzeit stocken die Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern.

Prien/Atzing - Die Prutdorfer müssen weiter darauf warten, dass der Durchgangsverkehr aus ihrer engen Ortsdurchfahrt verbannt wird.

Marktgemeinde und Straßenbauamt sind sich zwar über die Trasse für eine Ortsumfahrung einig, aber die Grundstücksverhandlungen sind ins Stocken geraten.

Diese schlechte war zugleich eine der wichtigsten Nachrichten, die Bürgermeister Jürgen Seifert zur Teilbürgerversammlung für Atzing und die umliegenden Ortsteile ins Gasthaus "Stocker" mitgebracht hatte. "Die Verhandlungen haben sich festgefahren, die Eigentümer sind nicht mit der Trasse einverstanden", stellte Seifert vor rund 100 Zuhörern fest. Gemeinde und Straßenbauamt seien sich über den möglichen Verlauf der Umfahrung vor allem deshalb einig, weil mit dieser Trasse östlich von Prutdorf oberhalb des Prientals der geringste Flächenverbrauch verbunden wäre.

Seit vielen Jahren wünschen sich die Prutdorfer eine Entlastung ihres Ortes, durch den die enge Staatsstraße Prien-Frasdorf kurvenreich mitten hindurchführt und an der es keine Gehwege gibt.

Verkehrsthemen waren ein Schwerpunkt bei der sehr gut besuchten Versammlung. Seifert wollte eine Prutdorfer Umfahrung auch im Gesamtzusammenhang der Bemühungen um Sanierungen und Neutrassierungen der Staatsstraße Prien-Frasdorf verstanden wissen. Während der Bau eines Kreisels an der Ortseinfahrt der Marktgemeinde kürzlich in greifbare Nähe gerückt ist (wir berichteten), bereitet vor allem das Nadelöhr an der Kirche von St. Salvator allen Beteiligten Kopfzerbrechen. Die Nachbargemeinde Rimsting, auf deren Gebiet die enge Kurve um das Gotteshaus liegt, drängte zuletzt auf eine Lösung.

Zwar habe bei einem Gespräch mit seinen Amtskollegen Josef Mayer (Rimsting) und Marianne Steindlmüller (Frasdorf) kürzlich Einigkeit darüber bestanden, dass eine Gesamtlösung nur gemeinsam erreicht werden könne, aber in der Frage nach der Art und Weise der Umsetzung "liegt die ganz große Schwierigkeit", deutete der Bürgermeister an, dass darüber offenbar Uneinigkeit herrscht.

Um "ganz, ganz viel Geduld" bat Seifert die Zuhörer, als es um den Zustand einer Reihe von Gemeindeverbindungsstraßen ging. Fotos von Schlaglöchern, unter anderem auf den Streckenabschnitten Siggenham-Mupferting oder Stetten-Siegharting, veranschaulichten, wie marode manche Fahrbahn inzwischen ist.

Weil die Gemeinde über keine finanziellen Rücklagen verfüge und alle Maßnahmen aus dem laufenden Haushalt finanziert werden müssten, könne kein Geld angespart werden. Seifert verwies auf das Gesamtvolumen von rund vier Millionen Euro für drei große Maßnahmen, die demnächst angepackt werden sollen: die energetische Sanierung der Franziska-Hager-Schule, die Umgestaltung des Bahnhofsareals und den Bau des Kreisels an der Ortseinfahrt.

Gleichwohl das Geld für manche wünschenswerte Maßnahme fehlt, hatte der Bürgermeister gute Nachrichten zur aktuellen finanziellen Entwicklung. Nach "erheblichen Einbußen" von 400000 Euro bei den Gewerbesteuereinnahmen im ersten Quartal liege Prien mit einem Plus von 180000 Euro mittlerweile sogar leicht über dem Plansoll. "Ich habe die Hoffnung, dass uns die Finanz- und Wirtschaftskrise nicht so hart trifft wie viele andere Kommunen", verwies Seifert auf einen gesunden "Branchenmix" von Tourismus, produzierendem und dienstleistendem Gewerbe im Ort. "Wir sind breit aufgestellt."

db

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