Schwere Zeiten für Bernauer Tourismus

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Bernau - Der Tourismus in Bernau geht schweren Zeiten entgegen. Der negative Trend sei im vergangenen Jahr nur durch die Landesausstellung unterbrochen worden, so Pfaffinger.

Im Rahmen eines Unternehmertreffs in der "Seiser Alm" hat Norbert Klauck, der Vorsitzende des Gewerbevereins in Bernau, alle Beteiligten aufgefordert, an einem Strang zu ziehen: "Nur gemeinsam sind wir stark."

Den Unternehmertreff veranstaltete der Gewerbeverein. Referenten waren Christina Pfaffinger, die Geschäftsführerin des Chiemsee-Alpenland Tourismusverbands (CAT), sowie Hans Logins, Tourismusexperte und Zweiter Vorsitzender des Gewerbevereins.

Pfaffinger sagte, dass der Tourismus in Bernau in den letzten Jahren rückläufig sei. Die Übernachtungszahlen könnten nur durch die Klinik gehalten werden. Ohne sie sei ein deutlicher Rückgang in der Statistik zu verzeichnen. Dieser Trend sei im vergangenen Jahr nur unterbrochen worden durch die Landesausstellung über König Ludwig II.

Das Angebot muss sich ändern

Pfaffinger machte klar, dass sich an dem Angebot in Bernau etwas ändern müsse. "Wir müssen das anbieten, was die Touristen nachfragen. Dann werden sie auch wieder kommen." In den Mittelpunkt stellte sie die Vorteile wie die Seen, die Berge und die oberbayerische Lebensart.

Hans Logins, Dozent an der Fakultät für Tourismus der Hochschule München, stellte die ketzerische Bemerkung auf, "Tourismus in Bernau? Ja, findet statt - mehr aber auch nicht". Er bemängelte die personelle Ausstattung der Tourist-Info in Bernau und die fehlenden Impulse. Er vertrat die von vielen geteilte Auffassung, dass hier eine Formänderung der Tourist-Info in eine GmbH hilfreich sein würde. Die Tourist-Info sei komplett unterbesetzt und technisch nicht auf dem neuesten Stand.

Logins wies weiter darauf hin, dass er an gleicher Stelle vor einem Jahr ebenfalls bei einem Unternehmertreffen zirka 400000 Besucher der König-Ludwig-Ausstellung prognostiziert habe. Er hätte damals Bedenken gehabt, dass die Zahl nicht erreicht werden könne. Er gab zu, sich geirrt zu haben - es seien nicht 400000, sondern sogar über 500000 Besucher gewesen. Dennoch sei die Ausstellung nahezu wirkungslos an Bernau vorbeigegangen.

Alois Müller, Wirt im "Badehaus" in Felden, kritisierte in der Diskussion, dass die Touristen im Rahmen der Landesausstellung durch die Beschilderung an der Autobahn zielgerecht an Bernau vorbei nach Prien geleitet worden seien. Bereits im Vorfeld habe der König-Ludwig-Ausschuss, den der Gewerbeverein ins Leben gerufen habe, die Gemeinde und die Tourist-Info aufgefordert, genau das zu verhindern.

Untergruppe als "Stachel im Fleisch"

Zum Schluss der Diskussionsrunde kam der Vorschlag zur Sprache, eine Untergruppe im Gewerbeverein zu gründen, die sich speziell mit Tourismusfragen beschäftigt und sich als "Stachel im Fleisch" versteht. Hans Obermeier wies darauf hin, man habe bereits in Bernau einen Tourismusverein. Weiter äußerte man den Wunsch, dass Pfaffinger und Logins. das Heft in die Hand nehmen sollten.

Die Unternehmer diskutierten mit Zweitem Bürgermeister Matthias Viehweger die Möglichkeit, die Tourismusrunde wieder ins Leben zu rufen.

re/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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