Orthopädische Kinderklinik feierlich eröffnet

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Aschau - Nach über zehnjähriger Planungs- und Bauphase wurde das Behandlungszentrum Aschau nun in einem feierlichen Festakt seiner Bestimmung übergeben.

Die Freude war allen Festgästen aus Politik und Kirche sowie dem medizinischen und pflegenden Personal anzumerken: Nach über zehnjähriger Planungs- und Bauphase, langwierigen Sanierungsarbeiten, etlichen Stoßgebeten und zwischenzeitlichen Finanzierungsschwierigkeiten wurde das Behandlungszentrum Aschau nun in einem feierlichen Festakt seiner Bestimmung übergeben. Insgesamt 30 Millionen Euro wurden bei zwei Bauphasen in Abriss, Um- und Neubau investiert, davon steuerte der bayerische Freistaat 23,5 Millionen Euro bei.

"Die orthopädische Kinderklinik ist ein besonderes Haus. Es ist kein Krankenhaus, sondern ein Lebenshaus, das wichtige Weichen im Leben eines Menschen stellt", erklärte gutgelaunt Gesundheitsminister Dr. Markus Söder. "Kinder und Jugendliche mit schweren körperlichen Behinderungen bekommen hier durch hochqualifiziertes Personal eine Behandlung auf höchstem Niveau und damit die Chance, im wahrsten Sinn des Wortes auf eigenen Beinen zu stehen."

Das bedeute Hoffnung nicht nur für die Patienten selbst, sondern auch für die Familien. Es sei mehr als sinnvoll gewesen, hier in Aschau zu investieren, betonte der Minister. Der exzellente Ruf der orthopädischen Kinderklinik reiche weit über die deutschen Grenzen hinaus. Die kleinen Patienten kommen bis aus Arabien.

Kinder seien keine kleinen Erwachsenen, sondern bedürften der besonderen Fürsorge und Pflege, umso mehr bei Behinderungen. "Das wird hier in hohem Maße geleistet. Medizinische, schulische und heilpädagogische Angebote gehen Hand in Hand." Er wünschte dem Haus "Frieden und Zukunft".

Bereits 1917 wurde in Aschau das "Krüppelheim St. Philip Neri" als Erholungseinrichtung für rachitische und krüppelhafte Kinder aus privaten Spenden gegründet. 1919/20 wurde es von der Katholischen Jugendfürsorge der Erzdiözese München und Freising übernommen, wie Bartholomäus Brieller, Vorstandvorsitzender der Jugendfürsorge, in seinem Rückblick erläuterte. Und stets waren es die Dillinger Franziskanerinnen, die dem Haus ihren wohltuenden Stempel aufdrückten. "Sie waren Tag und Nacht für die kleinen Patienten da, dafür danke ich", so Brieller. Er verriet, dass er während der Planungs- und dann auch während der Bauphase so manchen Kampf ausgetragen und so manche schlaflose Nacht verbracht habe, um alles zu einem glücklichen Ende zu bringen.

"Wir wollten es gut machen, so richtig gut. Ich glaube, das ist uns auch gelungen", sagte Brieller.

Komplimente machte auch Aschaus Bürgermeister Werner Weyerer der "segensreichen Einrichtung". Die Kinderklinik gehöre seit über 90 Jahren zu Aschau wie das Schloss und die Kampenwand. "Und das soll auch so bleiben."

Dass Medizin heute immer mehr ein Spagat zwischen Ökonomie und Ethik ist, darauf wiesen Elmar Kuhn, Geschäftsführer der Kinderklinik, Dr. Frank Frese und der Ärztliche Direktor Dr. Leonhatd Döderlein hin. "Wir praktizieren eine christliche Unternehmenskultur, die weit über das medizinisch Notwendige hinausgeht", so Kuhn. Und Dr.Döderlein merkte an: "Wie schon meine Vorgänger Dr. Leonhard Helfmeyer und Dr. Johannes Correll versuche ich mit meinem Team, unseren körperbehinderten Patienten die Eingliederung ins Erwerbsleben und in soziale Netze zu ermöglichen."

Sigrid Knothe (Oberbayerisches Volksblatt)

Rubriklistenbild: © dpa

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