Parkschein: Schwierigkeiten mit der Semmeltaste

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Wer nur den grünen Knopf drückt, ohne Geld einzuwerfen, bekommt an einigen Parkscheinautomaten im Zentrum ein 15-Minuten-Gratis-Ticket. Wer eine Kino-Karte für fünf Euro lösen möchte, muss an diesem Automaten am Wendelsteinplatz erst die rote Taste drücken. Dann kann er auch Zwei-Euro-Münzen einwerfen, obwohl der Automat sie laut Aufdruck offiziell nicht akzeptiert. In anderen Fällen fällt die Zwei-Euro-Münze durch, weil die Höchstparkdauer auf 60 Minuten begrenzt ist und das nur 1,20 Euro kostet. Die Priener Automaten können nicht wechseln. Foto berger

Prien - Um schnell etwas zu erledigen, können Autofahrer im Zentrum für 15 Minuten kostenlos parken. Die Funktion an den Automaten heißt landläufig Semmeltaste. Am Wendelsteinplatz haben viele damit aber Probleme.

Prien - Weil die Priener Parkscheinautomaten nicht die neuesten sind, können sie nicht wechseln. Das steht zwar dran, wird aber von eiligen Autofahrern angesichts der Fülle von Informationen auf den Automaten nicht selten übersehen, wenn sie schnell einen Parkschein lösen wollen. Der Automat am Wendelsteinplatz ist der einzige im Ort, der auch Zwei-Euro-Münzen nimmt - obwohl er laut Aufdruck nur Münzen bis zu einem Euro akzeptiert. An anderen Automaten mit Semmeltaste, zum Beispiel am Bahnhof und an der Hochriesstraße, können Zwei-Euro-Münzen nicht eingeworfen werden, die Funktion ist gesperrt.

Am Wendelsteinplatz gibt es zusätzlich die Kino-Karte. Die kostet fünf Euro und ist für Kinobesucher gedacht, die an einem Werktag nachmittags eine Vorstellung besuchen. Sie dürfen ihren Wagen bis zu drei Stunden stehen lassen und bekommen die Hälfte der Gebühr an der Kinokasse rückerstattet. Genau 164 Filmfans haben von dieser Möglichkeit im vergangenen Jahr Gebrauch gemacht. Das geht aus der Statistik der Gemeindeverwaltung hervor.

Nur wer zuerst die Kinofunktion durch Druck auf den roten Knopf rechts oben wählt, kann dann auch Zwei-Euro-Münzen einwerfen. Alle anderen bekommen diese Münzen automatisch wieder zurück. Weil am Wendelsteinplatz die Höchstparkdauer auf eine Stunde begrenzt ist und pro zehn Minuten 20 Cent fällig sind, können dort höchstens 1,20 Euro eingeworfen werden. Wer tatsächlich seinen Wagen 60 Minuten dort stehen lassen will, muss diese Summe passend zur Hand haben.

Wie oft von der Semmeltaste überhaupt Gebrauch gemacht wird, lässt sich nicht sagen. Weil dabei kein Geld bezahlt wird, können die Nutzer nicht erfasst werden. Es dürften aber nicht wenige sein, die bezahlen, obwohl sie nur kurz etwas erledigen wollen. Denn der Hinweis auf die Möglichkeit, 15 Minuten kostenlos zu parken, ist dezent links unten auf den Automaten versteckt.

Wer die Semmeltaste nutzen will, muss nur den grünen Knopf drücken, ohne Geld einzuwerfen. Dann bekommt er oder sie einen 15-Minuten-Gratis-Parkschein, der wie alle anderen gut sichtbar ins Auto gelegt werden muss.

Über die Höhe der Einnahmen aus Parkgebühren im vergangenen Jahr wollte die Gemeindeverwaltung auf Anfrage der Chiemgau-Zeitung keine Angaben machen, weil darüber zunächst der Marktgemeinderat informiert werden soll.

Nur so viel war zu erfahren: Die Einnahmen sind 2010 im Vergleich zum Jahr davor gestiegen. Dagegen sind die Einnahmen aus Verwarnungsgeldern gesunken. Seit gut drei Jahren überwachen Mitarbeiterinnen des Kommunalen Zweckverbands Oberland im Auftrag des Marktes Prien monatlich 100 Stunden die Parkmoral von Einheimischen und Gästen. 2010 hat die Kommune mehr für diese Dienste bezahlt als daraus eingenommen, war aus dem Rathaus zu erfahren.

Im Herbst 2009 hatte der Marktgemeinderat per Beschluss die bewirtschafteten Flächen im Zentrum und dessen fußläufige Umgebung neu geordnet und in sieben Zonen eingeteilt. Dabei galt das Prinzip: je zentraler, desto teurer und desto kürzer die Höchstparkdauer.

Wer also drei bis fünf Minuten Fußweg in Kauf nimmt, kann seinen Wagen länger stehen lassen und parkt günstiger. So kosten beispielsweise angefangene 20 Minuten in der Zone IV, hinter der Sparkasse parallel zu den Bahngleisen, zehn Cent. Für eine Stunde parken muss der Autofahrer dort also 30 Cent berappen, während er nur wenige hundert Meter entfernt am Wendelsteinplatz für die gleiche Zeit das Vierfache bezahlt. Hinter der Sparkasse gibt es am Automaten zudem Tageskarten für 3,60 Euro.

Schlecht angenommen wird nach Auskunft aus dem Rathaus der Parkplatz auf der Nordseite des Friedhofs. Er war 2008 neu angelegt worden, um Stellplätze für die Lehrkräfte der Realschule zu schaffen. 35 Plätze sind für die Pädagogen reserviert, die 25 übrigen stehen der Allgemeinheit zur Verfügung. Auf dem Parkplatz, der nur über die Straße südlich des Friedhofs angefahren werden kann, kosten bis zu vier Stunden Parken pauschal drei, eine Tageskarte fünf Euro.

Chiemgau-Zeitung

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