Partnerschaft mit Festabend unterstrichen

Bad Endorf - Mit einem bunten Festabend feierte der Verein zur Förderung der Partnerschaft mit Volovec (Ukraine) in "Marias Kino" zehn Jahre offizielle Partnerschaft mit der Marktgemeinde.

Gefeiert wurde mit Brotzeit, Kurzfilm, bayerischer Musik und Tanzdarbietungen des Endorfer Trachtenvereins. Neben Vereinsvorständen, Marktgemeinderäten und Ehrenbürgern begrüßte Vorsitzender Manfred Jäger eine Delegation aus der Partnerregion.

Unter den Gästen war auch der Chefarzt des Bezirkskrankenhauses Volovec, Dr. med. Vasyl Stapanchuk, der Chefarzt des Krankenhauses Shdenjewo, Dr. med. Volodymyr Andrysheyn, und die Beauftragte der Administration für die Partnerschaft, Nellina Zhohno. Die ukrainischen Gäste hatten schon am Dorffest teilgenommen. Zum Abschluss ihres Besuches wurde das Jubiläum festlich begangen.

Bürgermeisterin Gudrun Unverdorben dankte Manfred Jäger und seinem Team für dessen Engagement und betonte, dass es auch ihr wichtig sei, die gemeindliche Partnerschaft zu unterstützen. Sie dankte dem Verein für die aufgebauten Kontakte: "Diese gewachsenen Freundschaften und Strukturen machen eine echte Partnerschaft aus."

Vor 20 Jahren organisierte Manfred Jäger nach einer Berichterstattung über Armut und Hunger in der Ukraine spontan gemeinsam mit seiner Familie und Freunden (damals noch von Grassau aus) den ersten Hilfstransport in die ukrainische Region Volovec, einer der ärmsten Regionen des Landes. Seither brachten sie mit Unterstützung des THW anfangs bis zu drei Mal im Jahr Hilfsgüter in das Land. Neben der humanitären Hilfe gewann der Aufbau von Beziehungen an Bedeutung bis hin zur Anbahnung einer Partnerschaft auf kommunaler Ebene mit der Gemeinde Bad Endorf.

Neben den Transporten, die Hilfe zur Selbsthilfe sind, gewann im Laufe der Jahre die Verbindung in den Bereichen Kultur, Tourismus und Verwaltung an Bedeutung. Im Frühjahr 2001 wurde mit der Marktgemeinde Bad Endorf und der Region Volovec die offizielle Partnerschaft besiegelt. 2003 gründete sich in Bad Endorf der "Verein zur Förderung der Partnerschaft mit Volovec / Ukraine e.V." mit dem Ziel, sozial schwache Familien in der Partnerregion zu unterstützen sowie den Austausch in den Bereichen Kultur, Sport und Bildung zu fördern.

Anfangs wurden überwiegend Kleidung, Lebensmittel und Babynahrung in die Region gebracht. Auf Grund ukrainischer Gesetze, die vorschreiben, dass humanitäre Hilfe nicht mehr unmittelbar an die Bevölkerung verteilt werden dürfe, wurde ein "Gesundheitsfond" gegründet. Dieser organisiert jetzt die Verteilung nach Bedürftigkeit. Heute liegt der Schwerpunkt der Hilfe in der Unterstützung des Kreiskrankenhauses in Volovec, des Patenkrankenhauses der Simssee Klinik von Bad Endorf. So werden nicht mehr benötigte Betten, Matratzen, Nachtkästchen, Behandlungsmaterial und medizinische Geräte nach Volovec gebracht. Auch mehrere Krankenwagen wurden schon nach Volovec überführt. Daneben werden auch immer wieder die örtlichen Kindergärten und Altenheime mit Hilfsgütern bedacht.

Im Rahmen des Jubiläumsabends zeigte Fotografin Rosemarie Ammelburger in einer Filmdokumentation, wie dringend auch heute noch Hilfe vor Ort nötig ist.

Ein weiterer Film zeigte aber auch die schönen Seiten des Landes, die auf der jährlichen Fahrt in die Ukraine aufgenommen wurden. Auch heuer lädt der Ukraine-Verein zu einer Fahrt in die Partnerregion Volovec vom 26. August bis 1. September ein, buchbar über Busreisen Hofstetter in Bad Endorf.

amf/Oberbayerisches Volksblatt

Rubriklistenbild: © dpa

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