Das Pferd, ein Alleskönner

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Auch ein "Pas de Deux" (Duett) auf zwei schwarzen Friesen begeisterte die vielen Besucher.

Breitbrunn - Zwei Tage dauerten die Festlichkeiten. Die Sonne lachte - und rund 3000 Besucher kamen nach Preinersdorf: Ihr 25-jähriges Bestehen haben die Rosserer Breitbrunn gefeiert.

Am Samstag waren rasante Hindernisfahrten der Ein- und Zweispänner sowie flotte Ritte der über 60 Teilnehmer an den Jubiläumswettbewerben zu sehen. Ab 10 Uhr vormittags traten die Fahrer im Hindernisparcours gegeneinander an. Da verlor so mancher Fahrer seinen Hut in den schnellen Wendungen um die Fahrpylonen. Und das Publikum kam aus dem Anfeuern nicht mehr heraus. Auch bei den Reitern am Nachmittag gab es anspruchsvolle Aufgaben zu bewältigen: Nur zwei Minuten Zeit hatten sie auf dem Geschicklichkeitsparcours, um so viele Punkte wie möglich zu sammeln. Dabei musste beispielsweise vom Pferd aus Wäsche an eine Leine gehängt oder wie bei Ritterspielen im Galopp ein Ring mit einer Lanze getroffen werden. Beim abschließenden "Becher-Rennen" traten mehrere Teams unter lautstarken Anfeuerungsrufen des Publikums gegeneinander an.

Schauprogramm mit über 70 Pferden

Das eigentliche Jubiläumsfest stieg dann am Sonntag. Ab 11 Uhr vormittags fanden sich Besucher aus dem ganzen Chiemgau ein. Nach den Grußworten des Rosserer-Vorstandes Josef Obermeier und der beiden Bürgermeister aus Breitbrunn und Gstadt, Hans Thalhauser und Bernhard Hainz, blickte das Publikum erwartungsvoll dem Beginn des Schauprogrammes entgegen. Mit über 70 Pferden aller Rassen und ebenso vielen Mitwirkenden gelang es dem verhältnismäßig kleinen Verein, ein breit gefächertes und überaus abwechslungsreiches Schauprogramm zusammenzustellen: Die Darbietungen wurden mit einem Zeitspringen der Warmblutpferde eröffnet. Im Anschluss daran war eine Dressurkür zu sehen, gefolgt von der Vorführung der Nachwuchsvoltigierer des PSV Fembach. Plötzlich stürmte eine Indianergruppe auf flinken Hufen in die Bahn und zeigte einen Ritt um den Marterpfahl. Die Islandpferde aus dem hohen Norden präsentierten eine Quadrille, stilgetreu mit den Landesflaggen und trotz der Hitze im wollenen Norwegerpullover geritten. Darauf folgte zu Klängen von Smetanas Moldau die Darbietung der Stockhamer Reiterinnen und Andrea Kahn auf ihren rassigen spanischen Pferden. Auch ein "Pas de Deux" (Duett) mit zwei lackschwarzen Friesenpferden gehörte zu ihrem Repertoire. Ein weiterer Höhepunkt des Programmes war das Vierergespann von Helmut Meidert, unter anderem amtierender Bayerischer Meister der Zweispänner. Gekonnt zeigte er einige Dressurlektionen mit seinem Gespann. Den Boden abermals zum Beben brachten die wagemutigen Fahrer der "Heißen Räder", einem Zeitfahren der Haflingergespanne.

Nach diesem etwa zweistündigen Programm wurde zur Hauptattraktion des Festtages übergeleitet: Mehr als zehn Kaltblutgespanne fuhren vor historischen landwirtschaftlichen Geräten angespannt in den Platz ein. Nachdem alle Gespanne und die dazugehörigen Geräte vorgestellt waren, forderte Vorstand Obermeier das Publikum auf, zum extra dafür angebauten Getreidefeld mitzukommen und einer Getreideernte anno dazumal beizuwohnen: Zuerst kam ein von drei schweren Kaltblütern gezogener Bindemäher zum Einsatz. Anschließend wurde das Getreide in Garben gebunden und auf ein Getreidefuhrwerk geladen. Währenddessen konnte das staunende Publikum zwei Gespanne beim Pflügen beobachten. Am Rande des Festplatzes ertönte von Zeit zu Zeit der Pfiff der historischen Dampfmaschine, die als Antrieb des Dreschwagens schon auf ihren Einsatz wartete. Aber auch ein von Pferden betriebener Göppel war zu sehen. Zum Abschluss zeigten einige Breitbrunner das Dreschen mit Dreschflegeln.

Von Daniela Hess/Chiemgau-Zeitung

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