Pläne für Wohngebiet nehmen Gestalt an

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Prien - Die Pläne für ein neues Wohngebiet in Ernsdorf nehmen Gestalt an. Einstimmig hat der Bauausschuss des Marktgemeinderates nun beschlossen, nun einen Bebauungsplan aufzustellen.

Anfang des Jahres hatte das Gremium die Entscheidung, das Verfahren einzuleiten, noch zurückgestellt, um sich fraktionsintern zu beraten.

Einen Entwurf für einen Bebauungsplan im Rathaus eingereicht hat die Architektengemeinschaft "Etschmann + Sedlmeir" in Zusammenarbeit mit dem Büro "Dippold + Gerold" sowie dem Landschafsarchitekten Rupert Schelle. Geplant seien zwölf Bauparzellen, erläuterte Laurentius Fischer von der Bauverwaltung der Marktgemeinde. Die Grundstücke würden durch den Klausenweg erschlossen. Schützenswerte Bäume würden erhalten, die Begrünung ergänzt. Darüber hinaus werde es einen Regenwasserkanal geben.

Bürgermeister Jürgen Seifert erklärte, man habe über ein Jahr mit dem Bauwerber verhandelt. Drei wichtige Faktoren seien zu berücksichtigen. Erstens bleibe der dörflich geprägte Charakter von Ernsdorf erhalten. Zweitens werde die Sichtachse von der Ernsdorfer Straße nach Süden hin offen gehalten. "Die lockere Bebauung Ernsdorfs soll aufrecht erhalten werden", so Seifert. Drittens könne durch diesen Bebauungsplan eine Entlastung Ernsdorfs bezüglich des Hochwassers sichergestellt werden. Laurentius Fischer fügte hinzu, es werde auch beim Abwasser keinen Rückstau mehr geben. Es sei der "bestmöglichste Entwurf".

Alfred Schelhas (SPD) erkundigte sich, ob der Bauwerber bei einem so großen Grundstück Bauland für Einheimische oder eine Ausgleichsfläche an die Gemeinde abtreten müsse und ob die bestehende Streuobstwiese weiter bestehen werde. Seifert antwortete, genau ein Drittel der Fläche werde der Allgemeinheit über Grünflächen und Regenrückhaltung zur Verfügung gestellt. Und weiter: "Der Baumbestand der Streuobstwiese ist bereits sehr alt. Die Überlegung ist, westlich neue Bäume anzupflanzen."

Der Rathauschef erläuterte weiter, dass das gesamte Wasser von Osten nach Westen aufgefangen, unterirdisch abgezogen und in Rückhaltebecken geleitet werde. Die vorhandene Kanalisation sei stark überlastet. Mit dem neuen Plan mit Bachlauf, der auch Starkregen standhalte, könne zur Entlastung ein "großes Stück beigetragen werden".

20 neue Parzellen am Eisvogelweg

Am Eisvogelweg in Neugarten ist ein neues Baugebiet mit gut 20 Parzellen für Ein- und Zweifamilienhäuser geplant. Das Verfahren läuft bereits. Der Bauausschuss behandelte nun Einwendungen und Anregungen, die sich auf den Entwurf für den Bebauungsplan beziehen.

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim hatte angemerkt, dass die Zufahrt zum angrenzenden Waldstück für die Forstwirtschaft auch in Zukunft gesichert sein soll. Hier bemerkte Günter Stampfl (Mehr Demokratie für Prien), ob es nicht sinnvoller wäre, die Straße direkt an der Bahnlinie verlaufen zu lassen. Fischer erklärte, dies würde vom Lärm her für die Anwohner keinen Unterschied machen. Er führte weiter aus, dass es Gespräche mit den Betreffenden gegeben habe.

Zu den Anregungen aus den Reihen der Anlieger und der Öffentlichkeit führte Seifert aus, dass es sich bisher um eine Sammlung der Ansprüche zur Meinungsbildung handle. Zu einem Schreiben sagte er, dass es ein Gebiet mit hohem Grundwasserspiegel sei. "Es obliegt jedem Bauwerber, für eine ordentliche Grundwasserabhaltung im eigenen Keller zu sorgen." Weiter sagte er, eine Erschließung sei nur an einer Straße oder Bahn möglich, ein gewisser Lärmpegel sei so nicht zu vermeiden.

hä/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © pa

Zurück zur Übersicht: Chiemsee

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser