Platz hat jetzt 50 Hektar

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Bei der Anlage der neun zusätzlichen Spielbahnen hat sich der CGC die natürlichen Gegebenheiten des welligen Geländes zunutze gemacht.

Prien – Nach über zehn Jahren hat sich der größte Wunsch des Chiemsee-Golf-Clubs erfüllt. Der Verein konnte seine Anlage in Bauernberg von neun auf 18 Loch erweitern.

Diese Spielbahnen sind in einem weitläufigen Gelände auf rund 50 Hektar in die hügelige Landschaft eingebettet.

2011 wird der Chiemsee-Golf-Club (CGC) 50 Jahre alt. Jetzt hat er sich quasi im Voraus selbst beschenkt. Schon in den 90er- Jahren wurde der Wunsch nach einer 18-Loch-Anlage, wie sie in Golfer-Kreisen Standard ist, immer lauter. Aber der nötige Grund war nicht zu haben. Jetzt konnte der CGC von örtlichen Landwirten 27 zusätzliche Hektar pachten – inklusive eines leer stehenden landwirtschaftlichen Anwesens, das künftig als Maschinenhalle dient. Dort, in einigen hundert Metern Entfernung vom Clubhaus, will der Verein auch noch zusätzliche Parkplätze schaffen.

Weil die Pläne für die neun zusätzlichen Spielbahnen schon lange bestanden, ging alles sehr schnell. Im Februar 2008 reichte der Verein den Bauantrag ein, im August lagen alle Genehmigungen vor und im September liefen die Arbeiten an. Den größten Anteil an der Gestaltung hatten Präsident Christian Karg, allen voran sein „Vize“ und Platzwart Michael Andrelang, Golfplatzarchitekt Stefan Breisach und Landschaftsarchitekt Rupert Schelle aus Bad Endorf.

„Die Bahnen wurden zur Topografie passend sanft in die Landschaft eingefügt“, betonte CGC-Schriftführer Hermann von Schaetzler im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung und Andrelang fügte hinzu, dass die „naturgegebenen Hügel möglichst belassen“ worden seien.

Trotzdem dauerte es über 100 Arbeitstage, die weitgehend in Eigenregie in Angriff genommen wurden, bis der Boden für die Erweiterung bereitet war. 2500 Tonnen Sand, 2000 Tonnen Riesel (feiner Kies) und vier Tonnen Samen waren nötig. Sechs zusätzliche Brücken, vier Schutzhütten und zwei Teiche entstanden, 236 Bäume wurden gepflanzt und mehrere Kilometer Leitungen für Bewässerungssysteme verlegt. Andererseits wurden einige geschützte Biotope in enger Absprache mit der Naturschutzbehörde in die Anlage integriert, die Bahnen verlaufen außen herum. Der Einbau künstlicher Hindernisse war kaum vonnöten, weil das Areal ohnehin wellig ist und seine natürlichen Herausforderungen hat.

Der CGC hatte Glück, dass der Winter im vergangenen Jahr auf sich warten ließ und es meist trocken war – der Ausbau ging zügig voran. Mitte Mai dieses Jahres war alles fertig – seitdem hieß es warten, bis sich der Boden überall gesetzt hat und der Rasen angewachsen ist. An diesem Samstag nun wird Präsident Karg den ersten Abschlag vornehmen und die 18-Loch-Anlage so freigeben. Die Erweiterung konnte dem Schriftführer zufolge zum Großteil über Spenden und Mitgliedsbeiträge finanziert werden.

Knapp 5300 Meter legen die Herren dann zurück, bis sie nach dreieinhalb bis vier Stunden eine Runde gespielt haben und am „19. Loch“, wie das Clubhaus in der Golfersprache auch genannt wird, angekommen sind. Die Damen sind wegen der zum Teil kürzeren Bahnen 200 Meter weniger unterwegs.

Auf der längsten der 18 Bahnen ist die Entfernung vom Abschlagpunkt bis zum Loch, in das der Ball hinein muss, 486 Meter. Es ist ein so genanntes Par-fünf-Loch, der Golfer soll also mit fünf Schlägen seinen Ball eingelocht haben. Für die gesamte Anlage gilt ein Platzstandard von 72. Die Zahl der Schläge, die der Einzelne mehr braucht, wird in der Fachsprache als „Handicap“ bezeichnet.

Nach der Erweiterung ist der CGC auch willens, weitere Golfer aufzunehmen. Von den derzeit 500 registrierten sind 240 so genannte ordentliche Mitglieder, also solche, die den vollen Jahresbeitrag bezahlen. Vor allem im Sommer kommen zusätzlich viele Urlauber, um eine oder mehrere Runden am Bauernberg zu spielen. Das kostet unter der Woche 50, ab Freitagmittag übers Wochenende pro Runde 80 Euro und ist dann auch nur in Begleitung mindestens eines CGC-Mitglieds möglich. So sollen Wartezeiten vermieden werden. Im Gegensatz zu vielen anderen Plätzen ist in Prien bisher keine zeitlich genau festgelegte Anfangszeit notwendig, erläuterte von Schaetzler.

Chiemgau-Zeitung

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