"Prägendes Bauwerk" eingeweiht

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Prien - Als "wichtiger Impuls für den Wirtschaftsstandort Prien" wurde die offizielle Einweihung der Neubau der VR Bank charakterisiert.

Als "zeitlos", "prägend" und wichtigen Impuls für den Wirtschaftsstandort Prien haben Redner vor weit über 100 geladenen Gästen den Neubau der Volksbank Raiffeisenbank (VR Bank) Rosenheim-Chiemsee bei der offiziellen Einweihung charakterisiert und gelobt. Vorstandssprecher Konrad Irtel umschrieb die Großinvestition unter anderem als Signal für die Kundennähe und das Vertrauen in den Standort Prien.

"Schön ist es geworden, sagen die meisten", umschrieb Irtel den Umstand, dass die äußere Gestaltung vor allem in der Planungsphase nicht unumstritten war. Das viergeschossige Gebäude an der Ecke Hochries-/Bahnhofstraße ist unter anderem ein Blickfang für Urlauber, die mit dem Zug kommen und aus dem Bahnhof ins Freie treten.

Architekt Bert Wallner aus Rimsting erläuterte später, dass versucht worden sei, den Inn-Salzach-Baustil unter anderem mit hohen Fenstern nachzuempfinden und dass sich das Walmdach an ähnlichen Dachformen in der Umgebung orientiere, vor allem am ehemaligen Hotel "Chiemsee", dem heutigen Sitz der Zentrale der Schön-Kliniken. Wallner schrieb dem Haus, das dank Wärmepumpe sparsam im Energieverbrauch ist, einen "zeitlosen Charakter" zu.

Irtel schilderte in launigen Worten, welch hohe und kostenintensive Anforderungen heutzutage an solcherlei Neubauten gestellt würden, als er den Komplex als "Brandschutzanlage mit angeschlossenen Büroräumen" beschrieb.

Knapp 13 Millionen Euro investiert

Auch mit seiner Erinnerung an die Probleme mit Grundwasser und Kanälen während der Bauzeit hatte der Vorstandssprecher die Lacher auf seiner Seite. Der Versicherungsschaden, bei dem versehentlich ein Teil des alten Abwasserkanals unter der Bahnhofstraße zubetoniert worden war, hatte der Markt Prien genutzt, um den maroden Kanal gleich auszutauschen. Und die mehrere hundert Meter lange Wasserleitung, mit der einige Wochen große Mengen Grundwasser aus der Baugrube gepumpt wurden und die auf Stelzen von der Baustelle zur Prien verlief, nannte Bürgermeister Jürgen Seifert rückblickend ein "touristisches Markenzeichen".

Trotz dieses außerplanmäßigen Mehraufwands blieb die Investitionssumme nach Bankangaben im selbst gesteckten Rahmen von knapp 13 Millionen Euro.

Ganz ernst formulierte Seifert seine Erleichterung, dass die VR Bank ihren Neubau aus Rückstellungen finanziert habe und deshalb für die Kommune nicht als einer der wichtigsten Gewerbesteuerzahler im Ort ausgefallen sei. "Der Wirtschaftsstandort Prien hat durch diese Investition bereits signifikant Aufschwung genommen", freute sich das Gemeindeoberhaupt darüber ebenso wie über den Umstand, dass die Kanalpanne letztlich Initialzündung dafür war, dass die Anlieger der Fußgängerzone über das vorgeschriebene Maß hinaus Geld in die Hand nahmen, damit die Bahnhofstraße neu gestaltet werden konnte.

Ihr Zugang von der Hochriesstraße ist jetzt auch 1,5 Meter breiter als früher, weil die Bank im Sinne der Attraktivität ihren Neubau im Vergleich zum Altbestand zurückversetzte.

Dass dieser überhaupt an einer Stelle zustande kam, an der die VR Bank Prien früher schon einmal ihren Sitz hatte, schrieb Irtel vor allem dem Weitblick des mittlerweile ausgeschiedenen Vorstands Gerhard Ruf zu. Ihm dankte auch Geschäftsführer Peter J. Holzner, denn der Bau einer Bank in dieser Größe sei heute keine Selbstverständlichkeit mehr.

Die Bedeutung der VR Bank Prien belegte Holzner mit eindrucksvollen Zahlen über Kundeneinlagen und ausgegebene Kredite - beide weit im dreistelligen Millionenbereich. Betreut werden über 7000 Kunden von 27 Bankmitarbeitern, dazu kommen sechs Fachleute von angeschlossenen Dienstleistern.

Ihnen allen gaben Monsignore Bruno Fink und Pfarrer Karl-Friedrich Wackerbarth bei ihrer Segnung das mögliche Motto einer "Bank mit Herz" auf den weiteren Weg.

Während die Fassade die Kombination von Tradition und Moderne versucht, verschmelzen im Innern Diskretion und Erlebnischarakter, wie Innenarchitekt Max Zangerl ausführte. Heimische Stilmittel finden sich nicht nur auf zwei Großbildern im Selbstbedienungsbereich und über der offenen Treppe zwischen Erdgeschoss und erstem Stock. Auch die Sichtblenden der Beraterbüros sind einerseits Chiemseewellen nachempfunden und ermöglichen ungestörte Kundengespräche. Sie lassen andererseits aber auch viel Licht ins Innere dringen.

Im zweiten Obergeschoss sind mittlerweile rund 40 Mitarbeiter der Schön-Gruppe als Mieter eingezogen, die drei Wohnungen im Dachgeschoss werden gerade auf dem Markt angeboten.

Die zweigeschossige Tiefgarage fasst 54 Fahrzeuge. Zehn Stellplätze sind für Kunden der VR Bank reserviert, zwei weitere für Behinderte.

db/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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