In Preinersdorf wird Bauen erleichtert

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Die rote Linie markiert die Grenzen der geplanten Außenbereichssatzung.

Gstadt/Gollenshausen - Im Ortsteil Preinersdorf wird das Bauen erleichtert. Möglich macht dies eine so genannte Außenbereichssatzung, die der Gemeinderat in der jüngsten Sitzung mehrheitlich auf den Weg brachte.

Auslöser war ein Antrag für den Bau eines Einfamilienhauses auf einer noch freien Fläche im vergangenen Jahr. Das Gremium hatte seinerzeit unter der Voraussetzung der Bindung an das Einheimischenmodell der Gemeinde zugestimmt.

Das Landratsamt Rosenheim lehnte jedoch ab und riet der Gemeinde, eine Außenbereichssatzung auf den Weg zu bringen. Damit könnte das Bauvorhaben verwirklicht werden, hieß es.

In der Sitzung des Gemeinderates im Dezember 2009 wurde ein entsprechener Grundsatzbeschluss gefasst. Bei der Abstimmung des Entwurfs lehnte das Landratsamt aber die gedachten Grenzen für eine Bebauung ab, die wesentlich mehr Baumöglichkeiten geboten hätte, berichtete Bauamtschef Bert Vodermair. Der eigentliche Zweck einer Außenbereichssatzung sei der Erhalt bestehender Strukturen und nicht die Ausweitung des Ortes, so die Begründung.

Die Baugrenze und damit der Geltungsbereich der Satzung sei daher zusammen mit dem Landratsamt wesentlich gestrafft worden, erklärte Vodermair.

Der Gemeinderat war mit dem Kompromiss der enger um das Dorf gezogenen Baugrenze mehrheitlich einverstanden. Die neue Satzung erleichtere beim Häuserbestand Anbauten und Umnutzungen von landwirtschaftlichen Gebäuden in Gewerbetriebe. Auch Baulücken könnten leichter geschlossen werden, betonte Vodermair.

Georg Anderl (Bürgerliste) bezeichnete die neue Satzung als "vernünftige Sache". Preinersdorf bleibe weiterhin Außenbereich und über jeden Bauantrag müsse schließlich nach wie vor der Gemeinderat entscheiden.

Bürgermeister Bernhard Hainz betonnte, das auch die Bindung an das Einheimischen-Modell nach wie vor gelte. Der Entwurf der Satzung wurde mit zehn zu zwei Stimmen gebilligt. Dagegen stimmten Dominik Schneider und Zweiter Bürgermeister Sepp Gartner (beide Freie Wählergemeinschaft). Schneider, selbst Landwirt, befürchtete den Zuzug Ortsfremder, die dann eventuell mit den Immissionen aus der Landwirtschaft nicht einverstanden sein könnten.

Alls nächsten Schritt sollen jetzt die Bürger und Behörden gehört werden.

th/Chiemgau-Zeitung

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