Erste Früchte, aber noch viele Nöte

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Helferkreis-Schriftführer Dieter Karnstädt, Seminarist Rudy Vitaliy, Vorsitzende Kathi Schmid, Pater Firmann aus Ternopil und Vorstandsmitglied Fritz Tischner

Prien - Zu einer außerordentlichen Versammlung trafen sich die Mitglieder des "Helferkreises für die Diözese Ternopil/Ukraine" in der Bauernstube des Bayerischen Hofs.

Pater Firmann, als Chef eines 1.500 Tagwerk großen Landwirtschafts- und Viehzuchtgebietes, überbrachte die herzlichsten Grüße von Weichbischof Semenjuk. Pater Firmann betreibt derzeit drei Firmen: die Milchwirtschaft, die Wasserquelle und eine Kiesgrube. Diese sind inzwischen wirtschaftlich verbessert worden, so konnte zum Beispiel bei der Wasserabfüllanlage die Kapazität von 3.000 Flaschen täglich auf die gleiche Kapazität stündlich gesteigert werden.

Kathi Schmid aus Höhenmoos als Vorsitzende des Freundeskreises konnte im Beisein ihrer Vorstandsmitglieder Fritz Tischner, Martha Schmid, Dieter Karnstädt und Elisabeth Weidenspointner von einer jüngsten Reise einer kleinen Gruppe in die Ukraine berichten. Dabei konnte sich die Delegation überzeugen, dass das im Frühjahr 2009 übergebene Darlehen in Höhe von 10.000 Euro nützlich für den Kauf von Rindern und für die Aufzucht von Milchkühen eingesetzt worden ist. Vertraglich war damals vereinbart worden, anfallende Gewinne für die Rückzahlung der Darlehensbeträge zugunsten des Priesterseminars zu verwenden. Mittlerweile erhielt das Priesterseminar die ersten Raten. Davon profitiert unter anderem auch der Seminarist Rudy Vitaliy, den Pater Fürmann im Rahmen seiner 1.800 Kilometer langen Anreise von seinem Studienort Eichstätt abholte und zur Versammlung nach Prien mitbrachte.

Derzeit beschäftigt Pater Firmann 96 Leute in seinen Betrieben und momentan kämpft er noch mit den Auswirkungen eines groben Hagelunwetters, das im Mai 20 Prozent der Ernte vernichtete. Im Wallfahrtsort Zarvanytsa – so die Gäste aus der Ukraine in ihren weiteren Ausführungen – werden derzeit von den Priester-Studenten übernachtungstaugliche Holzhäuser gebaut. Von 32 Kandidaten für das Priesterstudium konnten 24 übernommen werden. Die Kosten für das Studium werden zum Teil durch Eigenarbeitsleitungen und zum Teil durch Spenden von Pateneltern aus den Reihen des Helferkreises Studienhilfe erzielt. Momentan in Planung sind ein Ferienprogramm für 120 Kinder im Priesterseminar und der Bau einer Bäckerei. Sorgen bereiten die rückläufigen Zahlen bei den Schulklassen, bei weniger als 40 Schülern (mit derzeit zwei Lehrern) ist zu befürchten, dass der Staat die Volksschule schließt.

„Was dann mit den Kindern wird, weiß keiner“, so Pater Firmann. Helfen könnte der Helferkreis auch bei der notwendigen Anschaffung von Computern, denn es gibt für die 7. und 8. Klasse nur einen veralteten PC. Derzeit gebaut wird im Wallfahrtsort Zarvanytsa eine Loretokapelle, für deren Muttergottesstatue noch Spender gesucht werden. Das größte Problem sind die hohe Arbeitslosigkeit auf dem Lande und die permanente Landflucht der jungen Leute. Helferkreis und Pater Firmann äußerten abschließend noch den Wunsch, dass es 2014 wieder möglich sein sollte, den Seminarchor von Ternopil zu einer Auftrittsreise in den Chiemgau einzuladen. Abschließend informierte Apotheker Dr. Herbert Reuther von zusätzlichen Hilfsmaßnahmen.

Quelle: rosenheim24.de

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