Gemeinde beruft sich auf "Strebs" 

Das Thema Kampenwandstraße kocht in Prien wieder hoch

  • schließen

Prien am Chiemsee - "Strebs", "Strabs", bei beidem geht es ums Geld. Doch für den Bürger ist der Unterschied nicht leicht zu durchschauen. Deshalb gibt es am Montagabend die Aktion Strebs Abschaffen Prien.

Noch in diesem Jahr möchte die Marktgemeinde mit der Sanierung der mit Schlaglöchern gespickten Kampenwandstraße beginnen. In der Sitzung des Marktgemeinderats im Dezember wurden im Zuge der Haushaltsplanung bereits die Kosten dafür mit 750.000 Euro veranschlagt. In der Hauptsache sollen die Erschließungsbeiträge den Anwohnern in Rechnung gestellt werden. Doch diese wehren sich vehement, schalteten sogar einen Anwalt ein.

Die sogenannte Strabs ist die Straßenausbaubeitragssatzung, die mit Wirkung vom 01.01.2018 abgeschafft wurde. Die "Strebs" hingegen ist die Straßenerschließungsbeitragssatzung (für Altstraßen) die noch nicht abgeschafft ist.

Dieses Thema kocht in Prien am Chiemsee gerade wieder hoch. Die Kampenwandstraße ist die erste Altstraße in Prien, bei der die Gemeinde sich auf die Strebs beruft und somit die aufwändige Sanierung der Kampenwandstraße nach über 40 Jahren als Ersterschließung mit einer Kostenbeteiligung der Anlieger von 90% abrechnen möchte. Dies ist für viele Anwohner nicht nachvollziehbar. Seit März 2018 wird dort gebaut, Anfang August wurde der erste Teil fertiggestellt. 

Eine Bürgerinitiative fordert die Abschaffung der Strebs für Altstraßen mit Wirkung zum 01.01.2018.
Die Verantwortlichen möchten daher am Montagabend um 20 Uhr im Restaurant Alpenblick Am Sportpark 2 in Prien interessierte Bürger iund Anwohner informieren. 

Der Ablauf:

  • Es wird über das Projekt Kampenwandstraße aus unserer Sicht berichten. 
  • Ein Anwalt wird über die Kommunikation mit der Gemeinde berichten und auch die Möglichkeiten des weiteren Vorgehens aufzeigen. 
  • Frau Christine Degenhart von den Freien Wählern wird die politischen Aspekte beleuchten. 
  • Ein Vertreter einer Anliegergemeinschaft aus Großkarolinenfeld wird über seine Projekte berichten.

"Keine Luxussanierung"

"Wir mussten seriös hochrechnen. Die Kosten für ein kleines Reihenhaus, wie sie häufig in der Kampenwandstraße vorzufinden sind, werden sich im Rahmen zwischen 4.000 und 6.000 Euro bewegen. Diese werden von 2018 bis 2020 je zu einem Drittel auf die Anwohner umgelegt. Größere Grundstücke kosten natürlich mehr, Wohnungen dagegen weniger", sagte Priens Bürgermeister Jürgen Seifert im Januar zu unserer Redaktion. 

Den Vorwurf, man würde zu einer Luxusstraße ausbauen, wies Seifert zurück: "Das beauftragte Ingenieurbüro hat aufgezeigt, dass die Straße ganz normal ausgebaut wird."

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Zurück zur Übersicht: Prien

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT