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Öffnung der Gastronomie

Banges Warten für Priener Wirte auf sinkende Inzidenz-Zahlen

Biergarten (Symbolbild)
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Biergarten (Symbolbild)

Davon hängt es ab: Auch Priener Gastronomen hoffen auf eine stabile Corona-Inzidenzzahl unter 100. Dann dürfen sie ihre Biergärten öffnen - unter strengen Auflagen.

Prien – Nach dem Beschluss der Bayerischen Regierung, die Öffnung der Außengastronomie freizugeben, stehen auch in Prien Wirte und Gäste hoffnungsvoll in den Startlöchern: Einerseits endlich wieder klingende Kassen und wirtschaftlich zwingender Umsatz, andererseits endlich wieder im Biergarten süffiges Bier und zünftige Brotzeiten genießen.

Wenn’s denn so einfach wäre: Wahr werden kann das erst, wenn die mittlerweile umstrittene 7-Tage-Inzidenzzahl im Landkreis Rosenheim stabil unter 100 liegt. Banges Warten auf sinkende Zahlen ist also angesagt…

Dennoch laufen bei den Gastronomen in der Marktgemeinde die Vorbereitungen auf den Tag X auf Hochtouren, wie die Chiemgau-Zeitung auf Anfragen erfahren hat.

Mitarbeiter sind noch in Kurzarbeit

„Unsere Vorbereitungen haben wir bis auf den Einkauf abgeschlossen“, sagt Martin Obermüller, Wirt der Mesner Stub’n in Urschalling. Der Biergarten sei auf den Besucheransturm vorbereitet, es gebe jetzt auch einen überdachten Bereich, sollte es regnen.

„Ware haben wir noch nicht geordert, weil es uns wichtig ist, frische Lebensmittel auf den Tisch zu bringen. Aber wir haben zum Glück flexible Lieferanten.“ Die Mitarbeiter seien zwar in Kurzarbeit, „freuen sich aber und sind voll motiviert – wie ich auch – endlich wieder loszulegen. Starten könnten wir in drei bis vier Tagen“.

Eine App informiert

Wann dieser Startschuss fällt – sprich, die Inzidenzzahl unter 100 liegt – erfährt Obermüller aus dem Internet. „Ich informiere mich über eine spezielle App auf dem Handy, so weiß ich, wann ich öffnen darf.“ Die Tendenz sei derzeit vielversprechend. Was ihn derweil aber umtreibe, seien die Schlechtwetterprognosen.

„Dann steigen die Inzidenzwerte wieder, wie ich bislang beobachtet habe“, ist er überzeugt. „Über Wasser gehalten“, wie er sagt, habe er sich in den letzten Monaten mit Speisenangeboten fürs Abholen. Zudem hat Obermüller vor Kurzem einen Wein- und Schmankerl-Laden mit Angeboten aus der Region eröffnet.

Bereits für viel Geld eingekauft

„Wir haben bereits für viel Geld eingekauft und unsere Kühlhäuser gefüllt, haben die Bestelllisten für die Frischware mit kurzer Mindesthaltbarkeitsdauer vorbereitet, und unsere Mitarbeiter sind bereit und möchten arbeiten“ – Oliver Leyk, Chef des „Hotel und Restaurant Fischer am See“ im Priener Ortsteil Harras ist eigentlich guter Dinge, dass spätestens am Pfingstwochenende die Entscheidung der bayerischen Regierung für ihn Früchte tragen wird.

„Nicht nur wir stehen in den Startlöchern. Wir haben bereits viele Anfragen bekommen, wann wir unseren Biergarten wieder öffnen.“ Erschwerend kommt laut Leyk da allerdings hinzu: „Wenn die Inzidenz am folgenden Tag wieder über 100 liegt, muss ich erneut alle Mitarbeiter nach Hause schicken und zusperren. Das ist alles mit einem großen Kostenfaktor verbunden.“

Aktuelle Artikel und Nachrichten finden Sie in unserem Dossier zur Corona-Pandemie

Sein Hotel- und Restaurant-Team ist ihm wichtig: „Es ist doch noch mehr betroffen vom Stillstand wie die Unternehmer selbst.“ Seine Mitarbeiter seien zwar fest fest angestellt, aber derzeit in Kurzarbeit. „Sollten wir wie im vergangenen Jahr nicht durchgängig öffnen dürfen, geht die ganze Rechnerei wieder von vorne los: Wie werden über den Steuerberater die Personalstunden abgerechnet, wie viel Prozent sind in der Kurzarbeit oder schon wieder raus.“

Das alles bedeute einen enormen Verwaltungsaufwand. Seine Forderung: „Ich erwarte von den Politisch-Verantwortlichen eine positive Perspektive für die Gastronomie.“

„Das Problem ist nicht mehr der Virus, sondern die deutsche Politik“

Eine härtere Wortwahl präsentiert Andreas Neuer vom Hotel Neuer am See, das er gemeinsam mit seiner Mutter Thekla Neuer betreibt. „Das Problem ist aus meiner Sicht nicht mehr das Virus, sondern die deutsche Politik.“

Er sei der Meinung, dass nach 14 Monaten Pandemie solche Entscheidungen nicht mehr von Werten wie der Inzidenzzahl abhängig gemacht werden können. „Weil es keinen Sinn macht, wie die Erfahrung zeigt: Wenn benachbarte Landkreise aufsperren lassen, fahren halt unsere Leute dorthin zum Biergartenbesuch oder Kaffeetrinken.“

Juni-Buchugen zur Hälfte storniert

In seinem Hotelbereich müsse er zu Zeit hinnehmen, dass über die Hälfte der Juni-Buchungen storniert wurden. „Die Urlauber fahren nach Südtirol oder fliegen nach Mallorca.“ Das liege daran, dass andere europäische Länder ihre Corona bedingten Maßnahmen einfacher und nachvollziehbarer regeln als Deutschland.

Neuer: „Das ist für uns Unternehmer, die darunter leiden und davon geschädigt werden, sehr, sehr bitter.“

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