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Verschönerungsmaßnahmen

Bauhof und Gärtnerei packen an: Mehr „Priener Platzerl“ zum Wohlfühlen geschaffen

Die Mitarbeiter von Bauhof und Gärtnerei der Gemeinde haben in den vergangenen Wochen mehrere Plätze im Priener Zentrum aufgehübscht. Ziel der Arbeiten war es, mehr Aufenthaltsqualität zu erzeugen.

Prien – Zur Landesausstellung „Verspielte Kronen“ heuer auf der Herreninsel wollte sich Prien herausputzen, um die Ausstellungsbesucher auch in den Ort mit seinen Geschäften und Lokalen zu locken. Auf Initiative des Gewerbevereins PrienPartner wurde eigens ein Verschönerungsprogramm aufgelegt. Dann kam Corona und die Landesausstellung wurde abgeblasen. Trotzdem wird Prien jetzt aufgehübscht – zumindest stellenweise.

Die PrienPartner hatten 2019 extra vom Büro Schelle Heyse Landschaftsarchitektur das „Priener Platzerl“-Konzept entwickeln lassen. Mit vielen kleinen Maßnahmen, meist mit überschaubarem Aufwand, sollte an mehreren Stellen im Ort die Aufenthaltsqualität verbessert werden. Heuer haben Verwaltung, Bauhof und Gärtnerei die Umsetzung in die eigene Hand genommen.

Cortenstahl ersetzt den Terracotta-Look

Sichtbar sind die Ergebnisse an drei Orten. Am meisten verändert hat sich im Wendelsteinpark, erläuterten Martin Plenk, Leiter des Ordnungsamtes und Koordinator des Programms, und Gärtnerei-Chef Gerd Schmidbauer bei einem Ortstermin mit der Chiemgau-Zeitung. Die Veranstaltungsfläche, in der im Sommer zum Beispiel die Beachbar des Jugendrats öffnet, haben Bauhof und Gärtnerei mit gröberem Kies befestigt und mit großen Topfpflanzen sowie einer Bank und Hockern aus Cortenstahl aufgelockert. Dieses Material, das verrostet aussieht, liegt laut Schmidbauer im Trend. Nach und nach wird die Gärtnerei auch große Pflanzkübel aus Cortenstahl anschaffen, denn die Töpfe im Terracotta-Look, mit denen die Priener Gärtner bisher den Ort begrünt haben, seien in diesen Größen nicht mehr lieferbar.

Der Spielplatz im Wendelsteinpark hat sich dank neuer Spielgeräte in den vergangenen Jahren zum vielleicht beliebtesten Familien-Treffpunkt Priens entwickelt. Wie ein Fremdkörpper wirkt da die Zufahrt zu einer privaten Tiefgarage, die Parkplatz und Park trennt. Bauhof und Gärtnerei haben auf deren Westseite in Zusammenarbeit mit einem regionalen Landschaftsgärtner die terrassenförmig angeordneten Beete umgestaltet und Schmidbauer zufolge mit pflegeleichten, mediterranen Pflanzen bestückt.

Drei Altpapiercontainer sind hinter einer neuen Sichtschutzwand aus Holz verschwunden, an deren anderer Seite neue Bänke aus Holz platziert worden sind.

Die öffentliche WC-Anlage an der Ostwand der Tiefgaragenzufahrt soll auch bald ansehnlicher werden. Nachdem sich die Corona-Lage langsam entspannt, will Dritter Bürgermeister Martin Aufenanger demnächst seinen Trupp Freiwilliger zusammentrommeln, um die Holzverkleidung abzuschleifen und neu zu streichen. Aufenangers hatte mit Ehrenamtlichen 2020 schon am Busbahnhof Priens längste Bank geschaffen. Heuer will er auch die Sitzgruppe mit den drei Otterfiguren am Bahnhofsparkplatz verschönern, erklärte er auf Anfrage der Chiemgau-Zeitung.

Als neue Trennlinie und vor allem als Sichtschutz zwischen Parkplatz und Grünanlage haben die Mitarbeiter der Gärtnerei eine Hecke aus Bitterorangen-Pflanzen angelegt. Dies hat sich Schmidbauer zufolge wegen der Dornen als undurchdringliche Barriere schon im Prienavera-Strandbad bewährt.

Neue Sitzgelegenheiten entstehen derzeit auch oberhalb des Minikreisels an der Kreuzung See-/Hochriesstraße. Dank Benedikt Lederer, einem ausgebildeten Schlosser in ihren Reihen, habe die Gärtnerei eine geschwungene Einfassung für eine neu aufgekieste Plattform und sogar eigene Geländer für die Treppen zu der erhöht gelegenen Rundbank bauen können, berichtet Schmidbauer stolz.

Die Gemeinde hatte 2020 im Zuge ihres Verschönerungsplans den Mietvertrag mit der Firma gekündigt. die Litfaßsäulen und Plakatwände im Ort vermietete. Seit die großen Werbeflächen abgebaut wurden, kommt auch die Sitzgelegenheit rund um die laut Heimatpfleger Karl J. Aß vermutlich gut 100 Jahre alte Ulme oberhalb des Minikreisels viel besser zur Geltung. Bisher versperrten zwei Plakatwände die Sicht.

Auch jenseits des Bahnhofs hat sich einiges getan. Die Gärtnerei hat den Wildwuchs auf einer Fläche neben der Treppe zur Unterführung unter den Gleisen gestoppt. Das grüne Durcheinander haben die Gärtner entfernt. Die Fläche wurde neu aufgekiest, neue Pflanzen sollen laut Schmidbauer ebenso folgen sowie zwei Aschenbecher samt Fundament, weil sich nach Erfahrungen des Gemeindepersonals dort sonst schnell wieder die weggeworfenen Kippen sammeln.

Bänke werden nicht aufgestellt, erläuterte Plenk, denn die Kommune möchte keinen Vandalismus provozieren. Ein paar Steinquader tun es als Sitzgelegenheiten auch.

Nach seinen Angaben hat der Markt Prien einen fünfstelligen Betrag in die Verschönerungs-Arbeiten dieses Frühjahrs gesteckt.Den genauen Betrag nannte er nicht.

In Sichtweite der Steinquader, zwischen dem Gebäude der Chiemseebahn und den Gleisen, soll möglichst noch heuer ein Fahrradparkhaus mit Platz für bis zu 100 Drahtesel entstehen. Die Pläne haben alle Verfahrensschritte durchlaufen. Die Gemeinde wartet Plenk zufolge nur noch auf eine Stellungnahme der Bahn. Die 17 Meter lange Fläche ist bereits gerodet worden.

Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) ist froh über die Veränderungen an einigen Priener Platzerl: „Es freut mich sehr, dass wir trotz fehlender Landesausstellung in die Gestaltung und Aufwertung einiger markanter Plätze in Prien gehen konnten. Hier sieht man sehr gut, dass mit Phantasie und auch mit überschaubarem finanziellen Einsatz doch einiges erreicht werden kann.

Die nun begonnene Neugestaltung und Verschönerung unseres Ortes wollen wir natürlich auch in den Folgejahren angehen und eine Infrastruktur schaffen, die zum Flanieren und Verweilen einlädt.“

Rubriklistenbild: © Felix Kästle

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