Bettenhausbau kann beginnen

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In zweieinhalb Jahren soll so der Blick von der Seeseite auf das neue Seebettenhaus aussehen.

Prien - Mit einigen Monaten Verzögerung beginnt beim Aus- und Umbau der Romed-Klinik Prien das zweite Drittel. Am heutigen Montag laufen die Arbeiten zum Neubau des Seebettenhauses an.

In zweieinhalb Jahren soll der viergeschossigeTrakt bezugsfertig sein.

Seit Herbst 2009 ist Leben eingekehrt in das fünfstöckige Gesundheitszentrum (GHZ) mit Physiotherapiezentrum, Facharztpraxen, ambulanten Operationssälen und zwei Obergeschossen mit Pflegestationen. Letztere dienen während der Generalsanierung der beiden Bettentrakte, die noch aus der Zeit der Thyssen-Klinik in den 1960er-Jahren stammen, als Ausweichquartier.

Während der Landkreis, der seit der Fusion 2009 zu den Romed-Kliniken auch das Klinikum Rosenheim mit im Boot hat, das GHZ aus eigener Tasche finanzieren musste, wird der Neubau der beiden Bettenhäuser mit staatlichen Mitteln gefördert. Zuletzt waren für die Gesamtmaßnahme inklusive GHZ Kosten von rund 50 Millionen Euro genannt worden.

Der Abriss des alten Seebettenhauses hatte sich hinausgezogen. Bei Voruntersuchungen zum Abbruch hatten wegen des laufenden Krankenhausbetriebs nicht alle Details unter die Lupe genommen werden können. Während der Arbeiten waren dann Problemstoffe in größerem Umfang entdeckt worden, die aufwendig entsorgt werden mussten (wir berichteten). Nun sind auch die letzten Reste abtransportiert.

Am Montag, 21. Juni, wird eine Spezialfirma aus Norddeutschland damit beginnen, zehn bis 20 Meter lange Betonpfähle in den schwierigen Untergrund zu rammen, um dem Neubau, genauso wie zuvor schon dem GHZ, Standfestigkeit zu verleihen.

Die Maßnahme stellt das Personal des Krankenhauses vor große logistische Herausforderungen. Ein Teil der Verwaltung ist zwischenzeitlich aus dem Trakt mit dem bisherigen Haupteingang an der Harrasser Straße - er war in den 1980er-Jahren nachträglich entstanden und bleibt als einziger stehen - ins nahe Personalwohnheim umgezogen. So wurde in dem Komplex Platz für zusätzliche Ärzte- und Patientenzimmer geschaffen, so dass die Bettenzahl laut kaufmännischem Leiter Klaus Papke trotz aller Baumaßnahmen mit knapp 170 konstant gehalten werden kann. Auch die Krankenhauskapelle fand für die Jahre des Umbaus Platz in einem eigens vergrößerten Konferenzraum.

Die Notaufnahme, bisher im Untergeschoss auf der Südseite des alten Seebettenhauses, wurde bis auf Weiteres auf die Nordseite in die Nähe von Röntgen- und Laborräumen verlegt. Sie wird in ferner Zukunft in dem Bettentrakt beheimatet sein, der als dritter und letzter Bauabschnitt voraussichtlich 2013 ansteht. Ihm wird dann das zweite alte Bettenhaus auf der Süd-Westseite des Klinikkomplexes weichen.

Das neue Seebettenhaus wird sich in leicht abgeknickter Form in Nord-Süd-Richtung erstrecken und eine Grundrissfläche von 850 Quadratmetern aufweisen. Vom künftigen Haupteingang an der Südseite werden Besucher in eine Halle mit einem großen Kiosk gelangen. An die Halle grenzt ein gemeinsamer Speisesaal für Personal und Patienten. Das Essen wird auch in Zukunft in einer hauseigenen Küche zubereitet, betonte Papke in einem Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung. Im Untergeschoss, das zur Seeseite im Osten ebenerdig liegt, wird übergangsweise außerdem eine Intensivstation mit sechs Betten eingerichtet.

Die Etage darüber, in der Planung wegen der Hanglage als Erdgeschoss ausgewiesen, ist zum größten Teil für die Endoskopie sowie Büros für Chefärzte, Sekretariat und Sozialdienst reserviert.

Im ersten Stock werden Zimmer mit gut 30 Betten entstehen, die vor allem den Patienten der Belegärzte aus Urologie, HNO und Gynäkologie zur Verfügung gestellt werden. Ein abgetrennter Bereich mit entsprechenden Einrichtungen bietet Platz für neun schwangere Frauen.

Im zweiten Obergeschoss werden gut 30 Betten für Patienten der Chirurgie geschaffen, im dritten und obersten Stock sollen die internistischen Patienten untergebracht werden.

Alle Patienenzimmer auf den verschiedenen Ebenen liegen auf der Ostseite, also in Richtung Chiemsee, und werden mit Balkonen ausgestattet. Auf der Westseite sind jeweils die Personal- und Funktionsräume vorgesehen.

Trotz der Verzögerung beim Abriss sind die Verantwortlichen zuversichtlich, dass bis Ende dieses Jahres das Dach auf den Rohbau des Seebettenhauses gesetzt werden kann.

re/Chiemgau-Zeitung

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