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Gemeinde vermietet das Fahrzeug

Carsharing feiert in Prien mit einem E-Auto seine Premiere

Bei der Gegenstimme von Karina Dingler (ÜWG) beschloss der Marktgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung in Prien, künftig Carsharing anzubieten. Das Projekt ist zunächst auf zwei Jahre begrenzt.

Prien – Die Marktgemeinde stellt nahe des Bahnhofs einen Stellplatz mit Lademöglichkeit für das Elektroauto zur Verfügung, bewirbt das Projekt und überprüft die Fahrerlaubnis der Mieter. Das Auto ist im Eigentum der Überall AG aus Breitbrunn, die die Kosten des Fahrzeugs trägt.

Kostenneutral und einfach umzusetzen

Laut Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) ist die Firma auf die Marktgemeinde zugekommen. Mit deren Angebot sei Carsharing in Prien relativ einfach, zügig und kostenneutral umzusetzen. Gesellschafter Felix Weiß stellte dem Gremium den Vorschlag der Überall AG vor.

Das Elektroauto der Marke Renault Zoe sei ein Vorführwagen, wofür es vier bis fünf Wochen pro Jahr benötigt würde. Außerdem fielen von Seiten der Überall AG pro Monat zwei bis drei Dienstfahrten an. „In der Zeit, in der wir es nicht brauchen, stellen wir es der Marktgemeinde Prien kostenfrei zur Verfügung“, so Weiß.

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90 Prozent der Zeit könnten es die Bürger nutzen, schätzte er. Sein Unternehmen bezahlt laut Weiß sämtlichen Aufwand für das Fahrzeug, also Leasing, Strom, Reinigung und so weiter. Auch Schadensregulierung sei inbegriffen. Dafür stünden der Überall AG auch die Einnahmen zu.

Das Carsharing-Angebot könne ausgebaut werden, wenn zum Beispiel Firmen ihre Fahrzeuge einbinden würden oder die Gemeinde ein zusätzliches Auto kaufe. „Ich finde das einen tollen Schritt “, sagte Bürgermeister Friedrich, vor allem vor dem Hintergrund, dass die Marktgemeinde kein unternehmerisches Risiko tragen müsse.

Annette Resch (CSU) sagte, ihr gefalle die Idee grundsätzlich gut. Sie erkundigte sich, ob bestehende Ladepunkte genutzt werden können. Bürgermeister Friedrich riet davon „dringend“ ab, wie er sagte. Die Ladesäulen seien per Bundesprogramm gefördert, die Richtlinien schließen eine solche Nutzung aus. „Außerdem gibt es keine Garantie, dass dort ein Platz frei ist“, so der Bürgermeister weiter. Die Idee mit dem eigenen Ladepunkt gefalle ihm deutlich besser, die Kosten dafür hielten sich in Grenzen.

Wunsch nach größeren Autos

Dr. Simone Hoffmann-Kuhnt sagte für die Grünen-Fraktion, dass sie „sehr dafür“ sei. Sie wünschte sich größere Fahrzeuge für mehr Personen oder Transporte. „Charmant“ finde sie es auch, dass sich Firmen oder die Gemeinde einbringen könnten.

„Für die Gemeinde ist das sicher eine gute Gelegenheit, ins Carsharing einzusteigen, ohne dass uns Kosten fürs Fahrzeug selbst entstehen“, resümierte Friedrich. Karina Dingler (ÜWG) zeigte sich „skeptisch“, ob Carsharing auf dem Land funktioniere. Elektroautos bezeichnete sie zudem als „weder menschen- noch umweltfreundlich“. Leonhard Hinterholzer (Grüne) hielt dagegen: „Kein Mensch redet davon, was alle anderen Autos an Schadstoffen verursachen.“ Er selbst fahre ein Elektroauto und sehe darin viele Vorteile.

Sonja Werner (Grüne) erkundigte sich, ob aus dem Bestand der Gemeinde nicht von Beginn an ein größeres Fahrzeug einbezogen werden könne, um das Angebot attraktiver zu machen.

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Bürgermeister Friedrich erklärte, das Elektroauto der Gemeinde sei kleiner als ein Zoe und unter der Woche tagsüber ständig im Einsatz. Woraufhin Werner meinte, dass grundsätzlich alle Fahrzeugtypen einsetzbar seien, nicht nur Elektroautos. Friedrich sagte, dies müsse geprüft und dem Gremium vorgelegt werden.

Felix Weiß wies darauf hin, dass zum Beispiel Rechnungen für die Buchungsplattform, den Bordcomputer und die Betriebsführung anfielen, sofern die Gemeinde erwäge, ein zusätzliches Auto aus dem eigenen Fuhrpark einzubringen. Ein Auto neu anzuschaffen müsse mit etwa 1000 Euro pro Monat veranschlagt werden.

„Die Gemeinde hat nichts zu verlieren“

Michael Voggenauer (FWB) erkundigte sich nach der Haftung. Woraufhin Weiß erklärte, dass diese beim Betreiber liege, er sehe für die Gemeinde kein Risiko. Dies sei allerdings juristisch zu prüfen. Rosi Hell (CSU) sprach von einer „super Idee“ und einem „tollen Angebot“, bei dem die Gemeinde nichts zu verlieren habe, was auch Gerhard Fischer (ÜWG) so würdigte.

Rubriklistenbild: © Christophe Gateau / dpa

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