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Schülermitverwaltung Prien will mit Vortrag Fakten liefern

„Hey, bist du dumm?“ Auch auf dem Schulhof wird über Corona und die Impfung gestritten

Besprechung nach dem Vortrag: Dr. Herbert Reuther, die Schülersprecher Greta Hofmann und Martin Feßler, Professor Dr. Gerhard Goebel und Andrea Dosch.
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Besprechung nach dem Vortrag: Dr. Herbert Reuther, die Schülersprecher Greta Hofmann und Martin Feßler, Professor Dr. Gerhard Goebel und Andrea Dosch.

Warum bekommen Menschen trotz Impfung Corona? Macht die Impfung unfruchtbar? Ist das Thema Corona in Wirklichkeit eine von einer Allmacht aus dem Hintergrund gesteuerte Kampagne? Wie die Erwachsenen, diskutieren Schüler heftig über Corona. Wo sind Fakten, wo Fake? Ein Vortrag an der Kommunalen Realschule Prien sollte für Aufklärung sorgen.

Prien – Die Corona-Impfung spaltet und verunsichert nicht nur Erwachsene, auch auf den Schulhöfen wird das Thema heiß und kontrovers diskutiert. Die Schülermitverwaltung (SMV) der Kommunalen Realschule Prien ergriff nun die Initiative und organisierte mit Unterstützung von Realschuldirektorin Andrea Dorsch einen Fachvortrag für alle Schüler, der in zwei Gruppen aufgeteilt in der Aula stattfand. Die OVB Heimatzeitungen haben sich mit Schülern und Eltern über die Stimmung unterhalten.

Welchen Informationen vertrauen?

Erster Schülersprecher Martin Feßler und dritte Schülersprecherin Greta Hofmann kennen die tagtäglichen Gespräche der Schüler untereinander nur zu gut, wie sie unserer Zeitung im Zoom-Meeting berichten. „Man hört überall die verschiedensten Sachen und man weiß nicht, welchem Medium man vertrauen kann und welchen nicht“, erzählt der 17-Jährige. Mit Medium meint er die Sozialen Netzwerke, erklärt er auf Nachfrage, denn dort informieren sich die jungen Leute hauptsächlich.

Die Gespräche der Schüler unterscheiden sich offenbar nur wenig von denen der Erwachsenen. „Die einen sagen, die Impfung bringt nichts, man bekommt trotzdem Corona, die anderen sagen, dass nur Impfen etwas bringt“, so Feßler. Teilweise würden „Sachen in den Raum“ geworfen, „die nicht sein können“, zum Beispiel, dass man von einer Impfung unfruchtbar werde.

Auch der Ton sei teilweise rauh. „Manche sind schnell beleidigt und da hört man gleich ein ,Hey, bist du dumm?‘“, sagt er. „Ich habe das Gefühl, keiner ist offen für die Argumente der anderen“, kommentiert dies Greta Hofmann. Und die seien von beiden Seiten eigentlich immer die Gleichen.

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Um etwas Klarheit zu schaffen, habe die SMV einen Aufklärungsvortrag von Fachleuten gewünscht, das sei bei einem SMV-Tag aus einer Arbeitsgruppe von Klassensprechern heraus entstanden und gleich von allen befürwortet worden.

„Uns war auch ganz wichtig, dass die Fragen der Schüler beantwortet werden“, erzählen die beiden Schülersprecher. Diese konnten die Schüler anonym auf einen Zettel schreiben und in eine Box einwerfen oder abgeben. Sie seien an die beiden Vortragenden weitergeleitet worden, nämlich an den Priener Apotheker Dr. Herbert Reuther und an Professor Dr. med. habil. Gerhard Goebel, der unter anderem jahrelang Chearzt an der Schön Klinik Roseneck in Prien war.

Der Pharmazeut und der Arzt beantworteten die Fragen bei dem Vortrag bereitwillig, etwa zu den Bestandteilen des Impfstoffs und den Vergleich zum Totimpfstoff, welche Impfstoffe am besten für Kinder geeignet sind, die Folgen vom Nicht-Impfen und warum Menschen trotz Impfung an Corona erkranken. Auch bewegte die jungen Leute zum Beispiel der Einfluss auf Erbgut und Hormonhaushalt, Langzeitfolgen der Impfung oder warum die Ständige Impfkommission (StiKo) noch keine eindeutige Impf-Empfehlung für Zwölf- bis 18-Jährige abgegeben hat. Ebenso fragten sie zum Beispiel, warum sich so viele Menschen nicht impfen lassen möchten.

Eine Entscheidung trifft am Ende jeder für sich selbst

Die beiden Schülersprecher Feßler und Hofmann sprechen im Nachhinein gegenüber der Heimatzeitung im Namen der SMV den beiden Referenten ihren ausdrücklichen Dank für den Vortrag aus, das ist ihnen wichtig.

Hat der Vortrag den erwünschten Erfolg gebracht? „Vielleicht nicht ganz in dem Ausmaß, wie erhofft“, sagt Feßler vorsichtig und schiebt die Erklärung nach: „Die Referenten waren sehr neutral.“

Feßler und Hofmann gehen nicht davon aus, dass sich Impfgegner überzeugen haben lassen, trotzdem sehen sie in den schülergerecht aufbereiteten fachlichen Ausführungen der Referenten einen Gegenpol zu den „Fake-News“, die wie überall auch auf den Schulhöfen grassieren und zum Beispiel von „so einer russischen Propagandaseite auf Youtube“ stammen, wie Feßler weiß.

Covid-Langzeitschäden gefährlicher als Impfung

Er ist überzeugt, dass Covid-Langzeitschäden deutlich „schädlicher und wahrscheinlicher“ seien, als Nebenwirkungen der Impfung.

In seiner Klasse seien bereits mehr als die Hälfte und bald drei Viertel der Mitschüler geimpft: „Ich glaube, dass das auch der Grund ist, warum wir bisher noch nicht in Quarantäne mussten. Aber es gibt unter allen Schülern an der Schule auch welche, die hoffen, dass sie Corona bekommen und endlich als genesen gelten.“ Zudem kenne er im Bekanntenkreis Kinder, die sich gerne impfen lassen, deren Eltern aber lieber noch abwarten möchten.

Die beiden Schülersprecher hoffen, wie sie sagen, dass die Impfbereitschaft noch weiter steigt. Und: „Die Mehrheit der Schüler möchte im Präsenzunterricht bleiben“, ist Greta Hofmann überzeugt.

Info über den Stand der Wissenschaft:

Realschuldirektorin Andrea Dorsch von der Kommunalen Realschule in Prien unterstützte die Schülerverwaltung dabei, einen Vortrag zum Thema Corona-Impfungen zu organisieren, der diese Woche in der Aula stattgefunden hat. Gegenüber der OVB Heimatzeitungen erklärt sie ihre Beweggründe: „Die Flut an Informationen in den Medien – von Social Media bis hin zu diversen unseriösen Fernsehsendern – und der Wildwuchs an persönlichen, unfundierten Meinungen ist so irrsinnig groß, dass ich den Heranwachsenden aufzeigen will, wie man sich in einem aufgeklärten, hochtechnologisch entwickelten Land zuverlässig informiert.“ Wer, wenn nicht eine Schule, solle den Stand der Wissenschaft und Forschung klar kommunizieren, so Dorsch. Jeder Bürger solle sei eigenes Sicherheitsbedürfnis anhand von stichhaltigen Fakten überdenken können: „Das Wissen um die Wirkungsweise der Impfstoffe spielt bei dieser Entscheidung eine maßgebliche Rolle. Eine Stigmatisierung findet nicht statt.“

Daten und Fakten, aber kein psychosozialer Druck auf Kinder:

Diana Frank hat ein 15-jähriges Kind an der Kommunalen Realschule in Prien. Sie kommentiert die Veranstaltung zum Thema Corona und Impfen gegenüber der Chiemgau-Zeitung mit folgenden Worten: „Ich finde es super, dass der Vortrag gehalten wurde. In der jetzigen Zeit ist es essenziell, dass über Fakten und Daten informiert wird und jeder dazu befähigt ist, sich eine Meinung zu bilden.“ Eine andere Mutter, die angesichts der aufgeheizten Stimmung nicht gerne namentlich genannt werden möchte, erklärt im Gespräch: „Ich wünsche mir, dass auf die Kinder kein psychosozialer Druck aufgebaut wird, der dazu führt, dass Kinder ausgeschlossen werden. Jedes Kind hat ein Recht auf Teilhabe.“ Sie wünsche sich von der Schule Neutralität und keine Diskriminierungen „egal in welche Richtung“. Sie versuche, sich als Mutter intensiv zu informieren, kann aber nicht alle Maßnahmen nachvollziehen, wie sie sagt: „Ich habe noch keine logische Erklärung, warum Schüler, die mehrfach die Woche getestet werden, im Unterricht in die Turnhalle dürfen, aber nachmittags nicht mit dem Verein.“ Den Vortrag zum Thema Corona und Impfen in der Schule nennt sie „eine gute Idee“.

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