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Aufklärungsquote von über 70 Prozent

Weniger Straftaten wegen Corona: Inspektion Prien verzeichnet deutlichen Rückgang

Die Corona-Pandemie mit Ausgangssperren und vielen anderen Einschränkungen schlägt sich deutlich in der Jahresbilanz der Polizeiinspektion Prien nieder. Die Zahl der Straftaten sank im Jahresvergleich um gut 400 auf 1368 Fälle.

Prien – Die Sicherheitslage im Inspektionsbereich ist vergleichsweise gut, geht aus dem Bericht hervor, der erst jetzt veröffentlicht wurde. Während die sogenannte Häufigkeitszahl (Straftaten in Relation zur Einwohnerzahl) bayernweit und auch im gesamten Gebiet des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd über der Marke von 4000 liegt, ist sie im PI-Bereich lediglich bei 2736.

Nur Prien als größter Ort und touristischer Hotspot mit 4174 und Bernau mit 4078 fallen aus der Reihe. Letzteres sei insbesondere der Justizvollzugsanstalt (JVA) zuzuschreiben, erklärte PI-Leiterin Karin Walter im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung. Allein 88 der 286 Straftaten, die 2020 in Bernau aktenkundig wurden, waren Rauschgiftdelikte. Ein Beamter der Priener Inspektion ermittelt ausschließlich in JVA-Angelegenheiten.

Sonderschichten an Wochenenden

Der Verlauf der Pandemie lässt sich aus der Polizei-Statistik deutlich herauslesen. Während Walter für die Zeit des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 von einem „enormen Rückgang“ der Straftaten berichten kann, waren die 40 PI-Beamten im Ausflugssommer des vergangenen Jahres dann umso mehr gefordert.

Besonders an Wochenenden legten PI-Beamte Sonderschichten ein, um dafür zu sorgen, dass die Leute nicht wild kreuz und quer überall alles zuparken“, berichtet Walters Stellvertreter und Leiter der sogenannten Verfügungsgruppe, Peter Hans. Zeitweise bekam die PI sogar personelle Unterstützung aus Rosenheim.

Aufgrund der Erfahrungen seien in Absprache mit Gemeinden an Hotspots lenkende Maßnahmen ergriffen worden. Beispielsweise seien die Rettungswege an der engen Zufahrt zum beliebten Wanderparkplatz Hintergschwendt mit zahlreichen Schildern markiert worden. „Seitdem ist dort Ruhe“, ist Hans froh.

Drang der Menschen nach Freizeitvergnügen

Auch auf dem Wasser spürte die PI 2020 den Drang der Menschen nach Freizeitvergnügen. Neben zwei speziell ausgebildeten Alpinbeamten für Einsätze in den Chiemgauer Alpen gehört eine dreiköpfige Spezialeinheit der Wasserschutzpolizei zur Inspektion. Hans nennt zuallererst die fast explosionsartig gestiegene Zahl von Stand-up-Paddlern (SUPs) als potenziell problematisch.

Viele steigen auf solche Bretter, ohne die Regeln zu kennen, was auf einem Gewässer wie dem Chiemsee mit Linienverkehr, vielen Seglern und anderen Wassersportlern zu Konflikten führen kann. „Solange kein Wind geht, ist alles gut“, deutet Hans an, dass manchen Ausflüglern auch das sportliche Rüstzeug für solcherlei Ausflüge fehlt.

Ein anderer Freizeitboom, der die Ordnungshüter immer mehr fordert, sind die E-Bikes. Obwohl die Gesamtzahl der Unfälle 2020 im Jahresvergleich um knapp 300 auf 1158 stark rückläufig war, stieg die Zahl der Fälle mit Personenschaden auf 235. Fünf Personen verloren 2020 auf den Straßen und Wegen im PI-Bereich ihr Leben.

Gravierend war auch der Anstieg der Schwerverletzten von 40 auf 66, was Walter und Hans zu einem großen Teil auch den Radlern zuschreiben. Im Sommer war gerade auf den Chiemsee-Uferwegen manchmal kein Durchkommen mehr.

Unfallschwerpunkt Bahnübergang

Als auffälligen Unfallschwerpunkt nannte Hans den Bahnübergang der Chiemseebahn auf der Seestraße in Prien. Über ein Dutzend Radler sei dort 2020 mit den Reifen in den diagonal verlaufenden Gleisen hängengeblieben, gestürzt und habe sich verletzt. Die Chiemsee-Schifffahrt als Betreiber und der Markt Prien haben in den vergangenen Jahren auf unterschiedliche Weise wiederholt versucht, diese Stelle zu entschärfen, aber offenbar ohne durchschlagenden Erfolg.

Stolz sind die Verantwortlichen der Priener Inspektion auf ihre Aufklärungsquote. Bei knapp 73 Prozent beziehungsweise 1044 Straftaten konnte der Täter überführt werden. Die nochmalige Steigerung um vier Prozent schreibt Walter auch dem Umstand zu, dass die Beamten wegen der rückläufigen Fallzahlen intensiver ermitteln konnten.

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Gefordert ist die PI Prien seit Monaten wegen der Vielzahl von Versammlungen und Demonstrationen im Zusammenhang mit der Pandemie. In der Spitze seien es fünf Termine an einem Wochenende gewesen. Die meisten Einsätze verliefen reibungslos. Einmal sei sie aber auch schon ausgebuht worden, so die PI-Chefin.

Rubriklistenbild: © Pixabay/dpa (Symbolbild)

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