Fleckerlteppich bleibt

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Vor allem am Turm der Pfarrkirche hat die Verwitterung im Laufe von Jahrzehnten deutlich sichtbare Spuren hinterlassen. Zudem fehlt seit eineinhalb Jahren die Spitze.

Prien - Die Priener Katholiken werden wohl noch eine Weile mit den Flecken auf der Fassade ihrer Pfarrkirche leben müssen. Im nächsten Jahr wird die Erzdiözese aller Wahrscheinlichkeit nach kein Geld für die Sanierung zur Verfügung stellen können.

In München werden die Kosten auf mindestens 500000 Euro geschätzt.

"Die Kirche ist so hoch wie der See tief." Diesen Merksatz werden sich die Priener noch eine Weile verkneifen müssen. Der Chiemsee ist zwar immer noch 73 Meter tief, aber das Gotteshaus seit Anfang März vergangenen Jahres nicht mehr so hoch. Bei einem Sturm war die morsche Holz-Halterung der vier Meter hohen Spitze gebrochen und musste aus Sicherheitsgründen mit einem riesigen Autokran geborgen werden. Kreuz und Kugel sind seitdem eingelagert. Damals waren die Verantwortlichen davon ausgegangen, dass die Spitze vielleicht schon heuer an ihren Platz zurückkehren kann, wenn die Kirche für die Generalsanierung der Fassade ohnehin mit einem Gerüst umgeben wird. Inzwischen wartet die Pfarrgemeinde aber immer noch auf "grünes Licht" aus München. Und das wird wohl noch eine Weile so bleiben.

Die Mittel für die Sanierung werden "wahrscheinlich nicht in 2010" bereitgestellt werden können, sagte Bernhard Kellner, Pressesprecher der Erzdiözese, auf Anfrage der Chiemgau-Zeitung. Die Priener müssten sich "möglichst noch ein bis zwei Jahre gedulden". Zwar sei bekannt, dass vor allem der Turm "schwere Schäden" aufweist, aber es gebe in der Diözese dringendere Fälle mit höherer Priorität. Diese werden vorrangig finanziert. Bei solchen Baumaßnahmen bezahlt die Diözese 70 Prozent der Kosten, 30 Prozent muss die Pfarrgemeinde selbst aufbringen. Laut Kellner werden die Kosten für die Sanierung der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt von Fachleuten der Diözese auf "wahrscheinlich über 500000 Euro" geschätzt. Bisher war in ersten Schätzungen "nur" von rund 300000 die Rede gewesen. Trotz der höheren Summe war Pfarrer Bruno Fink optimistisch: "Wir würden das meistern." Fink will in einem Brief an die Diözese nun noch einmal auf die Dringlichkeit hinweisen.

Bei der letzten Außensanierung vor Jahrzehnten waren offenbar verschiedene Putzsorten verwendet worden. Durch die Verwitterung sind im Laufe der Zeit so die Flecken entstanden, die besonders am Turm augenscheinlich sind. Kellner sagte im Gespräch mit der Heimatzeitung auch, dass im Vorfeld der Sanierung "eventuell über ein neues Farbkonzept" nachgedacht werde. Möglicherweise soll also im Zusammenwirken mit Denkmalschützern eine Farbe gewählt werden, die das Gotteshaus schon einmal vor langer Zeit zierte.

Chiemgau-Zeitung

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