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Präsenzunterricht für alle

Förderzentrum Prien kann alle Kinder wieder persönlich unterrichten

Ein Schüler eines geteilten Kurses der Oberstufe sitzt mit Mund-Nasen-Bedeckung in einem Klassenraum.
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Die Anmeldung für Kinder, die im nächsten Schuljahr ans Chiemgau-Gymnasium übertreten wollen, ist in der kommenden Woche möglich. (Symbolbild)

Wenn sich die Inzidenzzahlen stabilisieren, dürfen jetzt alle 169 Kinder und Jugendlichen des Förderzentrums Prien aus dem Homeschooling in den Präsenzunterricht zurück. Die Kampenwandschule hat damit eine Sonderrolle.

Prien – Weil in keiner der neun Klassen des Förderzentrums Prien mehr als 14 Kinder sitzen, ist in dem Räumen trotz Abstandsregeln genug Platz für alle.

Rektor Christoph Ascher freut sich deshalb auf „viele freudige Gesichter“ beim Wiedersehen am Montag, 10. Mai, sagte er im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung. Der Schulleiter ist sich sicher, dass alle froh über die Rückkehr zu einem wesentlichen Teil Normalität sind. Für den Großteil der knapp 170 Kinder wird es der erste Schulbesuch nach über einem halben Jahr.

Notbetreuung in mehreren Gruppen

Nur die neunte Abschlussklasse ist seit März schon wieder im Präsenzunterricht. Zusätzlich habe das Förderzentrum wegen des großen Bedarfs Notbetreuung in drei Gruppen angeboten und auch den Präsenzbetrieb der SVE (schulvorbereitenden Einrichtung) für zehn Mädchen und Buben im Kindergartenalter in zwei Gruppen aufrecht erhalten.

Die Folgen der langen Abwesenheit für die Schützlinge seines 38-köpfigen Kollegiums sieht Ascher sehr realistisch. „Wir merken, dass jeder Tag in der Distanz unsere Schüler noch mehr abhängt. Wir müssen sie jetzt vor allem auch stabilisieren.“ Viele Kinder könnten sich inzwischen kaum noch aufs Lernen konzentrieren, berichtet der Rektor. Dabei sei der Schule dank der Unterstützung des Landkreises Rosenheim als Träger der Übergang in die Homeschooling-Zeit gut gelungen. Zahlreiche Schüler konnten mit Leihgeräten für zuhause versorgt werden.

Groteskerweise hatten die Schüler die größten Probleme, die in der Notbetreuung im Schulhaus am Unterricht teilnahmen. Denn dort sei das Wlan-Netz nicht stabil, berichtet Ascher. „Viele sind deshalb aus den Videokonferenzen rausgeflogen.“ Aber eine Verbesserung sei absehbar.

Zum pädagogischen Konzept des Förderzentrumsgehören auch spezielle Angebote nachmittags für alle Klassen an den Nachmittagen. Die offene Ganztagsschule ist seit Jahren Standard in Prien. Die Schule setzt dort unter anderem auf das Prinzip, größere und kleinere Kinder zusammenzubringen.

So übernehmen Ältere zum Beispiel Lernpatenschaften für untere Jahrgänge. Dieses System mit künstlerischen, sportlichen und anderen Angeboten sei „völlig zusammengebrochen“, bedauert der Schulleiter die Auswirkungen des Homeschoolings. Wenn sich bei einzelnen Schülern größere Schwierigkeiten abgezeichnet hätten, habe die Schule diese in Absprache mit den Eltern aktiv in die Notbetreuung zurückgeholt.

Ascher ist angesichts der Umstände nicht nur froh um das nimmermüde Engagement seines Kollegiums, sondern auch um die Kooperationsbereitschaft der Eltern. Die Lehrerschaft hat zum Beispiel für die Unterstufe den Unterrichtsbeginn auf 7.45 Uhr vorgezogen, um die getrennten Pausen aller Klassen noch mehr zu entzerren und den Kindern so mehr Bewegungsfreiheit zu verschaffen. Dafür übernehme mancher Lehrer doppelt so viele Aufsichten wie üblich, freut sich der Rektor.

„Rückendeckung“ von den Eltern

Vom Elternbeirat habe es „immer vollste Rückendeckung“ gegeben, zuletzt habe es bei der Einführung der Selbsttests keinerlei Beschwerden oder Probleme gegeben.

Für Ascher geht mit der Rückkehr in den Präsenzunterricht ein forderndes erstes Jahr als Schulleiter auf die Zielgerade. „Schade, dass der Tag nur 24 Stunden hat“, kommentiert er die fordernden Monate mit einem Schuss Sarkasmus, aber immer noch voller Motivation.

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Eine große Herausforderung wegen des wachsenden Bedarfs sind für die Kampenwandschule die sogenannten Krankenhausklassen. Seit einigen Jahren stellt das Förderzentrum die Pädagogen, damit die vielen schulpflichtigen Patientinnen und Patienten der psychosomatischen Schön Klinik Roseneck dort unterrichtet werden können. Für Konrektorin Heidi Reingruber entspreche die Organisation dieses Zusatzbetriebs inzwischen einer Halbtagesstelle, berichtet Schulleiter Christoph Ascher. Unter anderem müssen, abgestimmt auf Therapiepläne, jede Woche ein Stundenplan entwickelt und die Schüler unter Berücksichtigung der Schule, die sie zuhause besuchen, passend verteilt werden. Im Herbst werde das Angebot wegen des Bedarfs um eine weitere auf sechs Krankenhausklassen erweitert, kündigt der Rektor an.

ie neue Jugendsozialarbeiterin Evelyn Kirrmann, die am 1. April die vakante Stelle angetreten hat, will so schnell wie möglich Beziehungen zu den Kindern aufbauen, wenn allle wieder ins Schulhaus zurückgekehrt sind. Das ist der studierten Sozialpädagogin am wichtigsten, betonte sie im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung. Bei den Kindern in der Notbetreuung hat sie schon beobachtet, dass die Schüler in ersten Linie Struktur in ihrem Tagesablauf brauchen. „Ihnen fehlt auch Bewegung“, hat die 43-Jährige beobachtet und achtet deshalb darauf, dass sich die Schüler in den Pausen auch mal austoben können.

Kirrmann erwartet nach der Rückkehr in den Präsenzunterricht „großen Redebedarf“ mit Kindern und deren Eltern. Sie möchte auch mit den Familien individuell zusammenarbeiten.

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