Seifert zu Besuch bei "Amandla"

Fußball und Bildung kombiniert

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Auf dem Kunstrasenplatz des Vereins "Amandla EduFootball" der beiden Priener Florian Zech (hinten, Dritter von rechts) und Jakob Schlichtig (hinten rechts) mitten im Elendsviertel Khayelitsha überraschte Priens Bürgermeister Jürgen Seifert (links) die Sieger des Turniers mit einer Deutschlandreise als Preis. Mit bei der Siegerehrung waren auch Hans-Werner Bussmann, Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Kapstadt (hinten, Dritter von links), und Günther Nooke, Afrika-Beauftragter der deutschen Bundesregierung (Zweiter von rechts).

Prien/Kapstadt - Unter dem Namen "Amandla EduFootball" bieten die beiden jungen Priener Florian Zech und Jakob Schlichtig im Großraum Kapstadt pädagogische Fußballprogramme für benachteiligte Kinder und Jugendliche an.

Bereits im September hatte Bürgermeister Jürgen Seifert als Schirmherr des Benefizkonzertes "Africa - joyful" im großen Kursaal geholfen, insgesamt über 3100 Euro zu Gunsten des jungen Priener Vereins "Amandla EduFootball" zu sammeln. Unter diesem Namen bieten die beiden jungen Priener Florian Zech und Jakob Schlichtig mit ihrer Organisation im Großraum Kapstadt in Südafrika pädagogische Fußballprogramme für benachteiligte Kinder und Jugendliche an.

Unter diesem Namen  ,Amandla' benutzt den Volkssport Fußball, um Bildungsarbeit zu leisten und Sozialkompetenzen zu fördern", erklärt Schlichtig. So werden in den Trainings Themen wie Drogenmissbrauch, Teamwork, HIV sowie Zukunftsperspektiven und Karrierechancen besprochen und erarbeitet.

Um Vertrauen und Selbstvertrauen ging es in einem Workshop, den Matthias Eiles vom DFB leitete.

Jetzt organisierte "Amandla" auf seinem Fußballfeld im "Township" Khayelitsha ein großes Fußballturnier für gemischte Mädchen- und Buben-Teams im Auftrag des Auswärtigen Amtes in Berlin sowie der deutschen Botschaft in Pretoria und des Generalkonsulats Deutschlands in Kapstadt.

Schulen aus ganz Südafrika, an denen Deutsch als Fremdsprache unterrichtet wird, reisten nach Kapstadt, um gemeinsam mit Waisenkinder-Teams und solchen aus dem Elendsviertel Khayelitsha, in dem rund zwei Millionen Menschen leben, ein dreitägiges Turnier auszutragen.

Zur reinen Fußballkomponente fügte "Amandla" eine Bildungskomponente hinzu: Die Kinder mussten vor jedem Spiel Fragen zur Kultur, Sprache und Geschichte Deutschlands und Südafrikas beantworten. Jede richtige Antwort war genau so viel wert wie ein Tor.

Zusätzlich konnten alle Teilnehmer an vier Workshops zu diesen Themen teilnehmen. Geleitet wurden diese von erfahrenen Fachkräften wie beispielsweise Matthias Eiles vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) und Gisela Fasse, Sonderbeauftragte der Zentralstelle für Auslandsschulwesen.

"Jugendliche mit unterschiedlichsten kulturellen und sozialen Hintergründen, egal ob schwarz oder weiß, konnten sich über die drei Tage austauschen, Vorurteile abbauen und nebenbei noch einen beachtlichen Preis gewinnen", berichtete Schlichtig. Der Sieger des Turniers wird während der Frauen-Fußballweltmeisterschaft 2011 in Deutschland zu einem großen internationalen Turnier nach Berlin reisen.

Das "Amandla"-Turnier war Teil der Initiative "Schulen: Partner der Zukunft" (PASCH), gefördert und finanziert vom Auswärtigen Amt in Berlin. Hochrangige Vertreter wie der Berater der Bundesregierung für Afrika-Fragen sowie der Generalkonsul der Bundesrepublik in Kapstadt, aber auch viele lokale Politiker besuchten die Veranstaltung.

Auch Priens Bürgermeister Seifert hatte eine persönliche Einladung erhalten. Interessiert, was Zech und Schlichtig in Kapstadt mit ihrer Organisation auf die Beine gestellt haben, reiste er für drei Tage nach Südafrika, um sich das Projekt vor Ort anzuschauen und die Vertreter aus der internationalen Politik zu treffen.

Beeindruckt von dieser jungen Priener Initiative, die inzwischen wöchentlich über 2500 Kinder erreicht, durfte Seifert die Gewinner des Turniers, ein Team aus ärmsten Verhältnissen, mit der Deutschlandreise ehren.

Die Mädchen und Buben konnten ihr Glück kaum fassen. Sie werden im nächsten Jahr das erste Mal überhaupt in ihrem Leben Kapstadt verlassen.

re/Chiemgau-Zeitung

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