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Bei Anruf Betrug

Gauner wollten Priener Seniorin um 85.000 Euro erleichtern

Wilma Walter ist mit dem Schrecken davon gekommen, die Betrüger merkten, dass bei ihr nicht viel zu holen ist. Jetzt will sie andere warnen, indem sie an die Öffentlichkeit geht.
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Wilma Walter ist mit dem Schrecken davon gekommen, die Betrüger merkten, dass bei ihr nicht viel zu holen ist. Jetzt will sie andere warnen, indem sie an die Öffentlichkeit geht.

Die 78-jährige Wilma Walter aus Prien ist immer noch fassungslos. Mit einer drastischen, erlogenen Geschichte wollten ihr Betrüger am Telefon 85000 Euro entlocken. Gott sei Dank ist die Geschichte gut ausgegangen. Sie soll aufrütteln und warnen.

Prien – Offenkundige Betrüger wollten die Prienerin Wilma Walter um 85 000 Euro erleichtern. Eine scheinbar völlig aufgelöste und heulende Frau behauptete bei einem Telefonanruf, dass die Tochter der 78-Jährigen eine junge Mutter bei einem Verkehrsunfall getötet habe und sie nur durch eine Kaution vor dem Gefängnis bewahrt werden könne. Erst als die Täter bemerkten, dass bei der Priener Witwe nicht viel zu holen ist, legten sie auf. Wilma Walter tat das einzig Richtige: Sie ging zur Polizei. Nun will sie andere warnen, wie sie den OVB-Heimatzeitungen berichtet.

Vorwahl eine Nummer aus dem Ausland

Wilma Walter ist selbst Tage nach dem Vorfall immer noch aufgeregt, als sie ihre Geschichte erzählt. Gegen 14 Uhr klingelte demnach bei ihr am Dienstag das Telefon. „Die Vorwahl war 00“, erinnert sie sich noch. Das deutet auf eine Nummer aus dem Ausland hin, mehr kann sie jedoch nicht mehr dazu sagen.

Wie gerissen und mit welch psychologischem Geschick die Gauner zu Werke gehen, zeigt der weitere Bericht der Prienerin: „Da war eine Frau am Telefon, die fürchterlich geheult hat“, so Wilma Walter. „Sie sagte nur immer wieder, dass sie nicht reden kann und dass etwas Schreckliches passiert ist.“ Sie selbst habe mehrmals nachgefragt, wo etwas passiert sei, aber die schluchzende Anruferin sei nicht darauf eingegangen. „Irgendwann habe ich gefragt: ,Karin, bist Du das?‘“, schildert die Rentnerin. Die Betrüger hakten sofort ein und fragten nach, wer das sei. Von der Situation völlig überrumpelt und erschrocken antwortete Wilma Walter, dass das ihre Tochter sei. „Das hätte ich natürlich nicht tun sollen“, weiß sie im Nachhinein. Sofort stieg die Anruferin auf diese für sie wertvolle Information ein.

Die Prienerin erinnert sich: „Die Frau hat gesagt, sie reicht das Telefon an eine Kripobeamtin weiter.“ Diese habe ihr am Telefon in reinem Hochdeutsch erklärt, dass Walters Tochter angeblich einen Verkehrsunfall verursacht habe, bei der eine 34-jährige Mutter von zwei Kindern ums Leben gekommen sei. Walters Tochter Karin werde gerade dem Haftrichter vorgeführt und nur mit einer Kaution von 85 000 Euro könne sie freibekommen werden.

Daraufhin habe sie geantwortet, so Walter, dass sie nicht so viel Geld habe. Die Betrüger fragten, welche Summe sie zusammenbringe könne und ob sie Wertsachen oder Schmuck besitze. „Ich habe das verneint und gesagt ich bin eine Witwe und arme Rentnerin.“ Daraufhin hätten die Anrufer das Gespräch abrupt beendet mit den Worten: „Das ist zu wenig“ und aufgelegt. Erst ein Anruf beim Schwiegersohn und der Tochter brachte Klarheit: Nichts von den Behauptungen war wahr. „Das ist erschreckend und furchtbar“, so der Kommentar von Wilma Walter zu diesem dreisten Vorgehen. Sie zeigte den Vorfall bei der Polizei an und will nun mit ihrer Geschichte andere warnen.

Die Betrugsmaschen hören nie auf

Pressesprecher Martin Emig vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd spricht bei diesen betrügerischen Anrufen von einem „dauerhaften Thema“. Die Polizei habe dafür eigens ein Präventionsprogramm aufgelegt, informiere breit, sogar in Pfarrbriefen. Auch gehe die Polizei in sozialen Netzwerken gezielt an junge Leute heran, damit diese ihre älteren Verwandten aufklären und warnen. Trotzdem gebe es immer wieder Fälle, in denen es den findigen Gaunern gelingt, von ihren Opfern Geld oder Wertsachen zu erbeuten, so Emig.

Anruf bei der Tochter bringt Klarheit

Erst vor zweieinhalb Jahren sorgte in Prien ein spektakulärer Fall für Furore. Damals übergab eine Frau aus dem Landkreis Rosenheim auf dem Lidl-Parkplatz in Prien einem Betrüger Goldmünzen und -barren im Wert von einer halben Millionen Euro. Sie war auf einen falschen Polizisten hereingefallen und nicht die einzige in der Region, die Anrufe erhielt.

Im Internet sind unter www.polizei-beratung.de sehr ausführlich verschiedenste Betrugsmaschen und Tipps der Polizei nachzulesen. Klar ist auch: Die Täter sind raffiniert und erfinden immer wieder neue Geschichten.

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