"Aus Hungerlöhnen werden Hungerrenten"

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Prien - In seiner Grundsatzrede auf der Jahreshauptversammlung des Vdk-Ortsverbandes, verwies Vorsitzender Mertel auf die große Altersarmut in Bayern.

In seiner Grundsatzrede verwies Mertel auf eine erschreckende Zahl, drohe doch jedem fünften Rentner in Bayern die Altersarmut. Zweifel äußerte er zur Einschätzung der zuständigen Ministerin Christine Haderthauer, wonach von den rund 19 Prozent armutsgefährdeter Menschen nur zwei Prozent eine Grundsicherung benötigten. Denn sehr viele Rentnerinnen und Rentner schämten sich einfach, eine Grundsicherung zu beantragen.

Durchschnittsrente bei 506 Euro

Nach dem bayerischen Sozialbericht liege die Armutsgrenze bei einem Ein-Personen-Haushalt bei monatlich 859 Euro, bei

Frauen in Bayern liege die Durchschnittsrente bei 506 Euro und damit deutlich darunter. "Aus Hungerlöhnen werden Hungerrenten. Es kann nicht sein, dass der Steuerzahler Rentnern ein Existenzminimum ermöglicht, die 40 und 45 Jahre gearbeitet haben, nur damit der neue deutsche Geldadel Millionen und Milliarden anhäuft und verzockt", ärgerte sich Mertel.

So viele Ehrungen wie schon lange nicht mehr nahm der VdK-Ortsverband Prien-Rimsting in seiner Jahreshauptversammlung in der Gaststätte "Alpenblick" vor. Dabei waren auch zwei "Männer der ersten Stunde", wie Vorsitzender Jürgen Mertel betonte. Dr. Fritz Reuther und Sebastian Niedermayer sind beide seit 65 Jahren Mitglieder.

Die Kreisvorsitzende Marianne Keuschnig lobte die ehrenamtliche Tätigkeit, die von vielen im VdK ausgeübt werde und den Sozialverband so stark mache. "Mehr als 2,5 Millionen Kinder leben in Deutschland unter der Armutsschwelle", informierte Keuschnig. In jeder dritten Familie mit geringem Einkommen sei nicht genügend Geld da, um jeden Tag ein warmes Essen auf den Tisch zu bringen. "Erschreckend" nannte sie auch, dass nach dem "Datenreport 2011" 16 Prozent der Menschen mit geringem Einkommen ihre Wohnungen nicht "angemessen" warm halten könnten.

Bürgermeister Jürgen Seifert unterstrich in seinem Grußwort, wie wichtig es sei, dass Menschen - ob alt, krank oder behindert - würdig in der Ortsmitte leben können. Auch Andreas Fenzel, der Zweite Bürgermeister von Rimsting, betonte die Notwendigkeit der Arbeit des VdK.

Über die regen Aktivitäten des vergangenen Jahres berichtete Schriftführerin Emmi Mertel. Der Ortsverband habe derzeit 376 Mitglieder. In den zehn Sprechtagen des vergangenen Jahres seien 108 Beratungsgespräche durch Kreisgeschäftsführer Klaus Störmann geführt worden. Erfreulich sei, gerade aufgrund der angespannten Finanzlage, das Spendenaufkommen bei der Herbstsammlung "Helft Wunden heilen" gewesen. 4738 Euro seien zusammengekommen.

In seiner Vorschau wies Vorsitzender Jürgen Mertel unter anderem auf einen Vortrag am 16. Mai von Rosemarie Mosler über "Pflege geht jeden an - die Erfahrungen als pflegende Angehörige" hin.

Geehrt wurden für 25 Jahre Mitgliedschaft Maria Angerer, Leonhard Bauer, Josef Dambeck und Engelbert Wallner. 30 Jahre sind Gerd Bergmann, Simon Frommwieser, Josef Sonntag und Theresia Stoib beim VdK. Auf ein halbes Jahrhundert bringt es Erich Köpl, Irene Knuhr ist sogar noch zehn Jahre länger mit dabei.

daa/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

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