Waldrappen unterwegs

Oberbayern: Extrem seltene Vögel gesichtet

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Prien - Waldrappe sind äußerst selten. Die Vögel überwintern in der Toskana. Usern gelangen nun Schnappschüsse der Tiere. 

Update, 21. April, 12.16 Uhr: Weitere User-Fotos der wunderbaren Tiere

Im Zuge unserer Berichterstattung meldeten sich weitere Leser, und sandten uns weitere großartige Bilder der wunderschönen Tiere zu - die wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten wollen. 


Weitere Waldrappen gesichtet

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Vor zirka zwei Wochen waren Waldrappen in Reischenhart zu Gast, wie uns ein Leser mitteilte. Auch ihm gelangen Schnappschüsse der Tiere. © Privat
Die Waldrappen in Reischenhart.  © Privat

November 2019: Waldrappen in Raubling zu Gast

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Vorbericht: 

Einst waren sie auch in Bayerns Wäldern häufig anzutreffen, ehe sie in Europa durch intensive Bejagung bereits vor Jahrhunderten ausgerottet wurden: Die Rede ist von Waldrappen. Doch mittlerweile ist der zu den Ibissen gehörende Vogel auch in unseren Breitengraden wieder anzutreffen. Denn das "Waldrapp-Team" um Dr. Johannes Fritz hat es sich bereits seit einigen Jahren zum Ziel gesetzt, das Tier wieder in heimischen Wäldern anzusiedeln. 

Schwierige Wiederansiedlung

Das große Problem dabei: Der Waldrapp ist hierzulande seit jeher einZugvogel. In oft mühsamer und langwieriger, nicht selten von Rückschlägen geprägter Arbeit (lesen Sie hier: Waldrappe getötet) musste daher den aus Gefangenschaft stammenden Vögeln ihr natürliches Zugverhalten wieder erlernt werden. Es haben sich aber auch erste Erfolge eingestellt. So hat das Team um Dr. Fritz bereits einigen Exemplaren ihr natürliches Zugverhalten wieder beibringen können. Und einzelne Gruppen bewältigen die Reise in und aus den Überwinterungsgebieten in der Toskana schon alleine. 

Um eine solche Gruppe dürfte es sich auch bei den Tieren handeln, welche ein User vergangenen Freitag in Prien fotografierte. Auf den uns zugesandten Bildern sind vier Tiere auf einem Dach zu sehen, wie sie Rast machen. 

"Alles in allem haben wir es mit zwei Großgruppen von Waldrappen zu tun", wie uns Dirk Ullrich, Kurator für Vögel und Säuger im Innsbrucker Alpenzoo, auf Anfrage mitteilt. Der Alpenzoo Innsbruck betätigt sich in der Aufzucht der Waldrappen. Die eine Großgruppe ziehe von der Toskana nach Salzburg, die eine eben nach Bayern. Die vier Priener Exemplare dürften zur bayerischen Gruppe gehören. Sämtliche Tiere sind mit Sendern versehen, ihre Routen also nachvollziehbar. 

Die Sichtung in Prien ist durchaus als kleine Sensation zu sehen - und auch als hoffnungsvoller Schimmer dafür, dass ein einst häufiger Waldbewohner endgültig wieder in unseren Gefilden heimisch wird. 

Factbox: Waldrappen

Auf der Homepage www.waldrappteam.at erfahren Sie mehr über die Waldrappen und das Projekt von Dr. Johannes Fritz. 

Quelle: rosenheim24.de

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