Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

+++ Eilmeldung +++

Schwerer Unfall auf Baustelle im Landkreis Landshut

Rettungshubschrauber im Einsatz: 100 Meter lange Betondecke stürzt ein - Mehrere Verletzte

Rettungshubschrauber im Einsatz: 100 Meter lange Betondecke stürzt ein - Mehrere Verletzte

Unternehmer feiert runden Geburtstag

Ludwig Feßler, Seniorchef der Chiemsee-Schifffahrt: Zum 80. Geburtstag nur ein Prosit am Gartenzaun

Im Hafen des Familienunternehmens blickte Ludwig Feßler zu seinem 80. Geburtstag auf sein Leben zurück.
+
Im Hafen des Familienunternehmens blickte Ludwig Feßler zu seinem 80. Geburtstag auf sein Leben zurück.

Ludwig Feßler war genau 50 Jahre als persönlich haftender Gesellschafter verantwortlich für die Chiemsee-Schifffahrt. An seinem 80. Geburtstag konnte er jetzt auf ein erfülltes Unternehmer-Dasein zurückblicken.

Prien/Chiemsee – Die Chiemsee-Schifffahrt befördert seit 1845 Passagiere auf dem Bayerischen Meer – als einziges privates Unternehmen in Bayern. Auf allen anderen Seen ist die Schifffahrt in staatlicher Hand.

So still wie im Vorjahr der 175. Geburtstag des Unternehmens und die endgültige udn offizielle Weitergabe der Verantwortung an seinen Sohn Michael und seine Tochter Birgit erfolgte, so lautlos ging auch der 80. Geburtstag vorüber. „Sogar mit den engsten Verwandten und Freunden kam es nur zu einem Sektglas-Prosit über den Gartenzaun hinweg. Es sind halt jetzt arg sparsame Zeiten“, erzählte Feßler im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung.

Hausgeburt an einem Sonntag

Beim Treffen unter freiem Himmel im Hafengelände, das Feßler mit seiner Familie und seinen rund 70 Beschäftigten in den vergangenen 20 Jahren schrittweise komplett umgebaut hat, erzählte der Jubilar von den Anfängen seines Lebens: „Als Sonntags-Kind kam ich 1941 bei einer Hausgeburt mit dem Beistand des Priener Arztes Dr. Otto Eyrich im Haus ,Am Roseneck 1‘ zur Welt.“

Der behüteten Kindheit in schweren Kriegsjahren folgten fünf Jahre Volksschule in Prien, sechs Jahre Oberschule in Traunstein, je ein Jahr Praktikum bei den Firmen Beilhack in Rosenheim und MAN in Augsburg sowie das Studium in Augsburg (Rudolf-Diesel-Polytechnikum) und München (Oskar-von-Miller-Polytechnikum), dasFeßler erfolgreich als Maschinenbau-Ingenieur abschloss.

„Daheim im elterlichen Schifffahrtsbetrieb war ich natürlich schon immer zeitweise eingebunden, ehe ich als frischgebackener Ingenieur zur Bundeswehr musste.“ Nach 18 Monaten in Penzing und Erding stieg Feßler endgültig berufliche Einstieg ins Familien-Unternehmen ein.

„1970 wurden meine Schwester Edeltraud und ich als Komplementäre in der Chiemsee-Schifffahrt KG eingetragen. Nach dem Tod von Edeltraud, 1979, war ich allein als geschäftsführender Gesellschafter der Firma Chiemsee-Schifffahrt KG zusammen mit meiner Schwester Irmingard tätig.“

Lesen Sie auch Dampflok Laura aus Prien nach dreijähriger Reparatur auf Probefahrt im Harz (Plus-Artikel ovb-online.de)

Zwölf Jahre an der Spitze des TuS Prien

Für den Jubilar hatten zeit seines Lebens die Familie und das Unternehmen immer höchste Priorität. Darüber hinaus aber waren und sind ehrenamtliche Engagements und Kontaktpflege für Feßler von hoher Bedeutung. Fast 50 Jahre war er Schriftführer der Krieger- und Soldatenkameradschaft Prien, das gleiche Amt führte er 21 Jahre beim TuS Prien aus, den er weitere zwölf Jahre als Vorsitzender des Gesamtvereins führte.

17 Jahre gehörte er der Kirchenverwaltung der Priener Pfarrei „Mariä Himmelfahrt“ an und viele Jahre bracht er auch seine Erfahrungen und Einschätzungen beim Vorstand des Tourismusverbandes München-Oberbayern sowie im IHK-Gremium Rosenheim ein.

Über 40 Vereinen kultureller und geselliger Art gehört Ludwig Feßler nach eigenen Angaben an – von A wie Arbeiterwohlfahrt bis W wie Wasserwacht, vorwiegend natürlich in Prien. 18 Jahre war er auch Vorsitzender des Bayerischer Fahrgastschiffs-Verbandes, dessen Gründung er einst auf den Weg gebracht hatte. Es folgte die Zusammenführung der Schifffahrtsverbände aus Bayern, Österreich und der Schweiz zum „alpenländischen Schifffahrtsverband“.

Feßlers besonderes Interesse galt den jährlichen internationalen Binnenschifffahrtstreffen ( mit Teinehmern aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Holland und Frankreich, die er selbst in den Jahren 1977, 1986 und zuletzt 2013 mit über 400 Teilnehmern am Chiemsee organisiert hatte.

Feßler hat auch immer wieder Treffen seiner ehemaligen Mitschüler oder -studenten organisiert. „Ich war einer der ersten Volksschüler bei der Priener Lehrerin Emilie Bogenberger. Damals waren wir 65 Buben in einer Schulklasse“.

Natürlich bedauert Ludwig Feßler die derzeitigen Einschränkungen durch die Pandemie. Den 175. Geburtstag der Chiemsee-Schifffahrt, zu dem Ministerpräsident Markus Söder schon zugesagt hatte, hätte der Jubilar 2020 gern gefeiert und auch den Ausfall der Landesausstellung heuer auf Herrenchiemsee bedauert er.

Feßler selbst bezeichnet sich nach der Übergabe an Sohn Michael und Tochter Birgit als „freier Mitarbeiter“, der noch regelmäßig, aber nicht mehr so lange in sein Büro geht und im Hafen nach dem Rechten schaut. „Solange es gewünscht ist, will ich gerne mit Rat und Tat zur Verfügung stehen.“

Lesen Sie auch Markus Söder hatte zum 175. Geburtstag der Chiemsee-Schifffahrt schon zugesagt (Plus-Artikel ovb-online.de)

Die Ursprünge der Chiemsee-Schifffahrt, für die Jubilar Ludwig Feßler 50 Jahre die Verantwortung trug, reichen zurück ins Jahr 1845.

Für den Zimmerermeister Wolfgang Schmid aus Grassau hatte die Kupferschmiede von Joseph Feßler in München für ein im Jahr 1845 in Betrieb genommenes Dampfschiff eine Kesselanlage gebaut.

Schmid wurde es bald leid, die geringen Einnahmen aus der Schifffahrt für Instandsetzungen an die Kupferschmiede in München abführen zu müssen. Als im Winter 1846/47 der Kessel wieder in München zur Reparatur war, zog sich Schmid aus dem teueren Schifffahrtsbetrieb zurück und überließ ihn Joseph Feßler. Dieser beantragte zusammen mit dem Gastwirt Alois Sedelmeier aus Chieming, die Schifffahrt auf dem Chiemsee übernehmen zu dürfen. Die Erlaubnis wurde am 25. Februar 1848 erteilt.

Lohnend wurde der Betrieb Ende der 1880er Jahre, als nach dem Tod von König Ludwig II. dessen Schloss auf Herrenchiemsee für die Öffentlichkeit zugänglich wurde und der Tourismus in der Region seinen Ursprung nahm.

Kommentare