Musikalisches und humoristisches Feuerwerk

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Prien – Ein festlich geschmückter Kursaal, ein gut aufgelegter Fastenprediger und ein missglückter Anstich durch den Bürgermeister: Das war das Priener Starkbierfest 2012!

Ein schön hergerichteter und voll besetzter Großer Kursaal, eine gemütlich aufspielende Priener Blasmusik, ein gut aufgelegter Fastenprediger und ein Bürgermeister, der sich –wie im Vorjahr- an der äußerlichen Einnahme des kostbaren Gerstensaftes versuchte – das waren nur paar Merkmale des heurigen Starkbierfestes von Prien. Damit war das Fest fast wie im Vorjahr.

Die Ähnlichkeiten mit dem vorjährigen Starkbierfest waren gegeben durch den musikalischen Auftakt durch die Jugendblaskapelle Prien unter der Leitung von Brigitte Buckl und dadurch, dass heuer zum zweiten Male der Jubilator der Schlossbrauerei Maxlrain zum Ausschank kam. Und auch heuer brauchte Bürgermeister Jürgen Seifert drei Schläge, bis das erste Bier kam, allerdings kam dieses stärker als gewünscht und nicht durch den Zapfhahn, sondern in Form einer kleinen Fontäne. Trotz Schaber und sofortigen, wirkungsvollen Nachschlägen musste der Bürgermeister anschließend einen Hemdenwechsel vornehmen. Der guten Stimmung tat diese Einlage keinen Abbruch, im Gegenteil: voller Fröhlichkeit und Gelassenheit konnte Bürgermeister Jürgen Seifert mit einer frisch eingeschenkten Maß Bier zusammen mit der Bierkönigin von Maxlrain, mit Dirigent Stefan Reinbrecht und mit Musikmeister Georg Rappel sowie mit Braumeister Josef Kronast und mit Verkaufsleiter Johann Wallner zu einem ersten Prosit anstoßen.

Die Priener Blasmusik hatte sich mit unterhaltsamen Weisen auf das Starkbierfest vorbereitet, unter anderem spielte die Jugendblaskapelle mit der Erwachsenen-Kapelle gemeinsam den „Heimatland-Marsch“. Solisten-Einlagen ergänzten den großen Klangkörper der Blaskapelle und zeugten davon, dass die Blaskapelle Prien gut in Schuss ist. In der in den letzten Jahren verjüngten Kapelle spielten erstmals die Jung-Musikanten Markus Fischer und Jakob Kollmannsberger mit.

Nach Frauen-Machtwechsel heuer wieder Sepp Furtner als Bruder Barnabas

Ein fester Bestandteil beim Priener Starkbierfest ist der Auftritt von Bruder Barnabas. Sepp Furtner, der aufgrund der vorjährigen „Machtübernahme“ durch Brigitte Sperger und Rosi Hell ein Jahr mit seinen Spitzfindigkeiten pausierte, dankte unter starkem Beifall den „Hansl-Schwestern“ für ihre guten Leistungen bei deren Auftritt. Anspielend auf den im Vorjahr und auch schon einige Jahre zuvor vorgenommenen Brauereiwechsel begann Sepp Furtner gleich mit dem Satz: „Die Priener Blaskapelle wechselt die Brauerei wie Deutschland die Bundespräsidenten“.

Zum aktuellen Biathlon-Sportgeschehen meinte Furtner: „Die Schlechinger lassen es wieder einmal krachen, die Priener sorgen hingegen weniger mit sportlichen Ereignissen, sondern mit anderen Themen für öffentliche Aufmerksamkeit“. Dabei erinnerte der Prediger noch einmal an das gescheiterte Blockheizkraftwerk und daran, dass inzwischen die Bernauer Rathausbauer bzw. Rathausgegner die Priener im Leserbrief-Schreiben übertrumpft haben. An die Greimhartinger, die er als Bewohner eines eiszeitlichen Moränenrückens bezeichnete, richtete der Prediger die Befürchtung, dass nach den Querelen beim Aufstellen des Aussichtsturmes das Aufstellen des Maibaumes in Frage gestellt sei. Auch der Bernauer Maibaum war ein Thema im Priener Kursaal. Furtner erinnerte daran, dass im Vorjahr in Bernau der Maibaum nicht wie allgemein gedacht von einem privaten Spender, sondern aus dem Gemeindewald geholt wurde. Bürgermeister Daiber wurde dieser Umstand allerdings erst beim Aufstellen mitgeteilt, was Sepp Furtner so kommentierte: „Wer sich vergreift an Nachbars-Holz, hat keinen echten Bauernstolz“. Die Priener Polizei, der einjährige Afghanistan-Einsatz des Inspektionsleiters Rudi Kick und vor allem die umtriebigen Unruhestands-Beamten waren ein weiterer Themenblock bei der Predigt. Anekdoten aus dem Priener Leben wusste Sepp Furtner von der Chiemsee-Schifffahrt und von Glasermeister Sepp Stöttner zu berichten. Einmal war es ein missglücktes Abschlepp-Manöver des „Feßler-ADAC“ und dann war es die Fast-Festnahme von Sepp Stöttner im Gries, nachdem dieser bei einem nächtlichen Arbeitseinsatz von einem pensionierten Anwalt in einem Nachbardorf entdeckt worden ist.

Starkbierfest in Prien

Aufgrund der „Ermittlungen“ des „guten“ Nachbarn kamen sechs mit kugelsicherer Weste geschützte Beamte in den sonst so ruhigen Ortsteil Gries und riefen laut in die Nacht und in das Wohnhaus hinein: „Stöttner raus!“. Dieser kam und kommentierte auf seine Art, so dass es zu einer Verhandlung, aber auch zu einer Einstellung des Verfahrens kam. Der Schallschutz in der mit 30 Millionen Euro umgebauten Romed-Klinik („Da hört man im vierten Stock, wenn Schnupfer Helmut Hackenberg im Keller niest“) und die variablen Einsatzmöglichkeiten des zurückgetretenen Bauernobmanns Ludwig Strohmayer (Dienstleistungen auf Kastlerhof.de) kamen noch zur Sprache ehe sich Bruder Barnabas die Priener Gemeinderäte vornahm.

Gerade die Gemeinderäte im beruflichen Ruhestand nahm Barnabas heuer unter die Lupe, unter anderem Anton Schlosser (CSU), der sich um jeden Kieselstein beim neuen Schramlbad kümmerte oder Alfred Schelhas (SPD), der mit der Renovierung des Trimm-Dich-Pfades nicht nur die Sportler, sondern auch den Bauhof auf Trab hält. An Peter Fischer (ÜWG) gab Furtner den Hinweis, dass mit der bevorstehenden Hochzeit die anstehenden Entscheidungsfindungen auch nicht einfacher werden. Michael Anner (CSU) legte in letzter Zeit einen fulminanten Raketenstart innerhalb der Partei- und Kommunalpolitik hin. „Vorsicht, Herr Anner, schon manche Rakete hat es nach dem Start zerrissen!“, sagte hierzu der Fastenprediger. Und an Bürgermeister Jürgen Seifert richtete er die Frage: „Spüren Sie schon den Wahlkampfwind?“. Ohne Antwort abzuwarten, kam auch gleich eine Empfehlung: „Bleiben Sie wie zu Beginn Ihrer Amtszeit locker, zielstrebig und menschlich, dann schonen Sie Ihre und auch unsere Nerven“, so der Fastenprediger, der im übrigen das nächste Mal als Ansager beim Sänger- und Musikanten-Hoagascht des Priener Trachtenvereins am Samstag, 17. März im Priener Trachtenheim zu hören sein wird.

Georg Rappel, der vor wenigen Wochen in einer Musikanten-Versammlung das Amt des Musikmeisters von seinem langjährigen Vorgänger Max Weidenspointner übernommen hatte, freute sich, dass er zu Beginn auch zahlreiche Ehrengäste begrüßen konnte. Unter anderem waren im Kursaal mit dabei Zweite Bürgermeisterin Renate Hof, Priens vormaliger Bürgermeister Christian Fichtl, Bürgermeister Josef Mayer von der Nachbargemeinde Rimsting, New Yorks Trachtenvorstand Jerry Hugel vom Gauverband Nordamerika, Gauvorstand Sepp Kaindl vom Huosigau und eine große Abordnung der Blaskapelle Wildenwart, die ihrerseits ein gemütliches Blasmusik-Starkbierfest am kommenden Samstag, 10. März in der Lamstoahalle in Frasdorf abhalten wird.

Zu vorgerückter Stunde durften auch noch zwei Geburtstagskinder dirigieren. Einmal Toni Rappel von der Chiemsee-Schifffahrt, der am Starkbiertag seinen 65. Geburtstag feiern konnte und dann um Mitternacht Musikant Dieter Piechatschek.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © amf

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