Eröffnung des "Haus B" der Schön Klinik in Prien

Stamm: "Flügel und Wurzeln für Kinder"

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Feierliche Eröffnung des neuen Haus B in der Schön Klinik in Prien am Chiemsee
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Prien - Besonders auf die Bedürfnisse jugendlicher Patienten zugeschnitten, präsentiert sich das neue "Haus B" in der Schön Klinik Roseneck. Am Mittwoch wurde der Bau feierlich eröffnet

Gemeinsam mit der Klinikleitung und Geschäftsführer Michael Knapp eröffneten MdL Claudia Stamm und Bürgermeister Jürgen Seifert am Mittwoch den 15 Millionen Euro teuren Neubau in der Schön Klinik Roseneck. Das neue "Haus B" soll dabei in Zukunft vor allem den jugendlichen Patienten im Alter zwischen 14 und 18 Jahren Platz zur Behandlung von psychischen und psychosomatischen Erkrankungen dienen. So haben die Planer die besonderen Bedürfnisse der jungen Zielgruppe beim Bau besonders beachtet. Nicht nur bei der Farbgebung der Räumlichkeiten, sondern auch bei der Einrichtung der Gruppen- und Aufenthaltsräume mit beispielsweise einer Kletterwand und einer Slackline standen die Ausrichtung auf das jugendliche Publikum im Vordergrund. Das neue Haus B ist offiziell bereits seit 6. Oktober in Betrieb.

Die Chefetage steht Rede und Antwort

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Bei einem Rundgang in den neuen Räumlichkeiten standen Klinikleiter Sven Schönfeld, der ärztliche Direktor Prof. Dr. Ulrich Voderholzer und die Leiterin der Jugendabteilung, Dr. Silke Naab, Rede und Antwort zukünftigen Verwendung des Bettenhauses. Besonders die stetige Zunahme von Depressionen und Essstörungen bei Jugendlichen aufgrund von immer weiter steigenden gesellschaftlichen Druck, machten einen Erweiterung der Kapazität der Schön Klinik in Prien notwendig, erklärt Prof. Dr. Ulrich Voderholzer. Das Gesundheitssystem sei zudem aktuell nicht ausreichend auf diese Tendenz vorbereitet. Ziel der Klinik sei es nun, eine spezialisierte Behandlung in den oben genannten Bereichen anzubieten. Dabei habe man in Zusammenarbeit mit allen Beteiligten ein eigenes Behandlungskonzept extra für Jugendliche entwickelt. Eine enge Zusammenarbeit im Bereich der Forschung mit der LMU in München würden das Programm in Prien abrunden, so Voderholzer. Auch die Chefärztin und Leiterin der Jugendstation, Dr. Silke Naab, betonte noch einmal die Wichtigkeit eines passenden Therapieangebots für eine erfolgreiche Heilung. Neben Rollenspielen, Gruppentherapien und ganz spezifischen Bausteinen in der Einzeltherapie trügen auch farbenfrohe Zimmer und großzügige Aufenthaltsräume elementar zur Gesundung bei. Zudem biete die Klinik eine enge Verflechtung der Jugendlichen mit ihrem gewohnten Alltag. Angehörige und Freunde könnten die Patienten jederzeit im Haus B besuchen. Für schulpflichtige Patienten sei darüber hinaus eine enge Kooperation mit den örtlichen Schulen für die Zukunft geplant. Teilweise könnten die Jugendlichen z.B. die Realschule in Prien schon begleitend zur Therapie besuchen, im schulisch nicht ins Hintertreffen zu geraten, so Dr. Silke Naab.

Lobende Worte aus der Politik

Im Anschluss eröffnete Claudia Stamm, zusammen mit Bürgermeister Jürgen Seifert feierlich das neu Haus B im Roseneck. Besonders der energetische Vorbildcharakter des neuen Bettenhauses fand bei der Landtagsabgeordneten großen Anklang. Zudem lobte Stamm das engmaschige Betreuungskonzept, besonders junge Menschen profitierten von einer qualifizierten Behandlung. Sie dankte dabei dem beteiligten Personal für seinen unermüdlichen Einsatz bei der Planung und Realisierung des nun fertiggestellten Vorhabens. "Wir sollten unseren Kindern zwei Dinge mitgeben: Flügel und Wurzel", appellierte Stamm in ihrer Rede. Dinge, die in Zeiten immer kürzer werdender Phasen der unbeschwerten Kindheit, enorm für das gesunde Aufwachsen der Jugendlichen wichtig wären.   

Auch der Bürgermeister der Marktgemeinde Prien, Jürgen Seifert, lobte die Reaktion der Schön Klinik auf die dringende Notwendigkeit im Bereich der psychosomatischen Erkrankungen speziell bei Jugendlichen. Als erste Klinik dieser Art in Deutschland habe man sich mit den 100 neuen Behandlungsplätzen speziell für Jugendliche seine Vorreiterstellung weiter gesichert. Der Bürgermeister zeigte sich weiter mit der Kliniksituation in Prien äußerst zufrieden und machte sie, zusammen mit dem Faktor Tourismus, für den Erfolg der Marktgemeinde verantwortlich. Die Investitionen der Betreiber aller Kliniken, für die Seifert beispielhaft die Summe von 15 Millionen Euro für das Haus B nannte, habe in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass die Marktgemeinde mit 44 Prozent mehr Einkommensteuern planen durfte. Aus 3,4 Millionen Euro im Jahr 2007 seien so 4,9 Millionen im aktuellen Jahr geworden, so Bürgermeister Seifert.

Bilder von der Einweihung des Haus B in Prien

Bilder von der Eröffnung des Neubaus

Vor knapp eineinhalb Jahren wurde das alte Teilgebäude der Klinik, anstelle dessen nun das neue Bettenhaus entstanden ist, abgerissen. Der dreistöckige Neubau bietet 100 Therapieplätze auf rund 4.400 Quadratmeter. Jedes Patientenzimmer ist dabei ungefähr 25 Quadratmeter groß und biete Platz für zwei Jugendliche. Besonderer Wert wurde auf besonders helle und große Aufenthaltsräume gelegt, um Begegnungen zwischen den Therapiesitzungen zu ermöglichen. Zusätzlich entstand unter dem Gebäude eine Tiefgarage mit rund 30 Stellplätzen. Als erste Klinik in Deutschland erfüllt der Neubau zusätzlich in Sachen Energieverbrauch die Anforderungen "Green Hospital"  der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen. So wird zum Beispiel die Wärmeversorgung durch die Abluft eines neuen Rechenzentrums der Schön Klinik abgedeckt. Das Hauptgebäude mit der zentralen Rezeption und der Kantine ist ungefähr 200 Meter vom Haus B entfernt und schnell über eine Fußgängerampel zu erreichen. 

Quelle: rosenheim24.de

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