Personalprobleme im RoMed-Klinikum in Prien

Gibt es bald keine Priener Babys mehr?

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Prien am Chiemsee - In den vergangenen Jahren sanken die Zahlen in der RoMed-Klinik unter 500 Geburten. Personelle Engpässe sorgen für Spekulationen über eine Schließung der Geburtenabteilung.

Ein kontinuierlicher Rückgang der Geburtenzahlen in den vergangenen Jahren auf aktuell knapp 200 Geburten pro Jahr und die stetig gestiegenen Versicherungsprämien, vor allem für Hebammen, haben ein Engagement im Bereich der Geburtshilfe für die Klinik unattraktiv gemacht. "Experten gehen davon aus, dass unter 500 Geburten in einer geburtshilflichen Abteilung die wirtschaftliche Situation für Hebammen kritisch wird", berichtet die Klinik in einer Verlautbarung am Freitag.

Personelle Engpässe

Zur Zeit seien in der RoMed-Klinik in Prien noch drei Belegärzte in der Geburtshilfe tätig. Zwei dieser Ärzte hätten die Altergrenze bereits erreicht oder würden es in diesem Jahr tun. Ein Ersatz konnte laut Angaben der Klinik "trotz intensiver Suche" nicht gefunden werden.

Ähnlich verhält es sich bei den Geburtshelferinnen. Ab dem kommenden Monat seien nur noch drei von ursprünglich sechs Hebammen in der Abteilung tätig. Eine der drei Angestellten habe aber bereits zum Ende des Monats Juni gekündigt. "Auch hier führten Stellenanzeigen zu keinem Erfolg."

Erste Auswirkungen bereits spürbar

Noch soll es in der Klinik zu keinen Schadensereignissen gekommen sein, die angespannte Personalsituation führe aber bereits zu Engpässen in der Personalplanung. Sollte sich die Situation weiter verschlechtern, gehe die Krankenhausleitung davon aus, dass die Sicherheitsstandards der Geburtenabteilung nicht mehr zu gewährleisten sei. "Diese Ausgangslage hat die Geschäftsführung der RoMed Kliniken dazu veranlasst, dem Aufsichtsrat eine geordnete Beendigung der Geburtshilfe an der RoMed Klinik Prien zu empfehlen. Der Aufsichtsrat hat sich dieser Meinung angeschlossen."

Dienstplan nur noch bis 10. März?

Die Hebammen der Klinik haben sich in einem Schreiben an die Krankenhausleitung gewandt, in dem sie angeben, dass der geregelte Dienstbetrieb nur noch bis zum 10. März aufrechterhalten werden kann. Von offizieller Seite konnte dieser Termin jedoch nicht bestätigt werden. "Die Krankenhausleitung wird alle erforderlichen Schritte einleiten, um die Sicherheit von Mutter und Kind bis zur Schließung der geburtshilflichen Abteilung jederzeit und in vollem Umfang zu gewährleisten."

Quelle: rosenheim24.de

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