Umgestürzte Bäume und vollgelaufene Keller am letzten Juni-Sonntag  

"Auffallend starke Wetterkapriolen": 80 Einsätze für Priener Wehr 

Nicht nur die Alte Rathausstraße im Herzen von Prien stand unter Wasser - die Auswirkungen des Unwetters am Sonntagabend, 28. Juni, forderten die Feuerwehr Prien bis nach Mitternacht. 80 Einsätze verzeichnet Kommandant Samuel Witt. 
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Nicht nur die Alte Rathausstraße im Herzen von Prien stand unter Wasser - die Auswirkungen des Unwetters am Sonntagabend, 28. Juni, forderten die Feuerwehr Prien bis nach Mitternacht. 80 Einsätze verzeichnet Kommandant Samuel Witt. 

Prien am Chiemsee - In Windeseile zogen am Sonntagabend Unwetter mit Platzregen auf. Am schlimmsten gebeutelt wurde die Chiemseegemeinde: 80 Einsätze verzeichnet der Feuerwehrwehrkommandant. 

Seit rund einem Jahr ist Samuel Witt Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Prien am Chiemsee: So ein Unwetter wie am letzten Sonntag, 28. Juni 2020, ist ihm selten untergekommen. Dabei sei das Unwetter "relativ gemütlich losgegangen" am Abend. "Um 19.40 Uhr ging der erste Alarm einer Brandmeldeanlage in Prien ein. Eine gute Minute drauf heulte schon die nächste Brandmeldeanlage los. Plötzlich ging es Schlag auf Schlag", erinnert sich der 27-Jährige, der selbst nicht vor 2 Uhr morgens ins Bett kam. Die beiden Alarme hätten sich zwar rasch als Fehlalarme entpuppt, die Einsatzkräfte der Priener Wehr hätten jedoch bei der Fahrt dorthin bereits mehrere umgestürzte Bäume ausgemacht, die den Hauptanteil der Arbeiten bis in die Nacht in Anspruch genommen hätten. Auch auf Herrenchiemsee wütete das Unwetter mit verheerenden Folgen, wie Videos und Bilder eines jungen Gastronomen zeigen. 


Vollgelaufene Unterführungen, Wassermassen und umgestürzte Bäume auf den Straßen, überflutete Keller: Die klassischen Unwetterauswirkungen, mit denen jeder Feuerwehrler vertraut sei, hätten sich im Ort abgespielt. Als bisserl heikler habe sich ein umgestürzter Baum auf der Oberleitung der Bahn ausgewirkt: "Da ist brutal viel Strom drauf und die Gefahr, dass der Baum jederzeit lichterloh Feuer fangen kann, ist gegeben. Hier müssen wir immer erst mit der Bahn koordinieren und uns absprechen", erläutert Witt den einzigen schwierigeren Einsatz des Wochenendes. 


Prien am Chiemsee von Unwetter heimgesucht 

Die Alte Rathausstraße in Prien wurde überschwemmt. 
Die Alte Rathausstraße in Prien wurde überschwemmt.  © Feuerwehr Prien 
Ein Baum im Fluss in Prien am Chiemsee. 
Ein Baum im Fluss in Prien am Chiemsee.  © mb
Die Priener Wehr kümmerte sich um überflutete Straßen. 
Die Priener Wehr kümmerte sich um überflutete Straßen.  © Johannes Dreikorn 
Die Priener Wehr kümmerte sich um umgestürzte Bäume. 
Die Priener Wehr kümmerte sich um umgestürzte Bäume.  © Paul Prasseberger
Der Tag danach zeugt noch von der Kraft des Unwetters, das über Prien hinweg gezogen ist. 
Der Tag danach zeugt noch von der Kraft des Unwetters, das über Prien hinweg gezogen ist.  © mb
Äste auf Gehwegen - hier in der Nähe des Prienavera am Hafen. 
Äste auf Gehwegen - hier in der Nähe des Prienavera am Hafen.  © mb
Viele Straßen wie hier die Rimstinger Straße waren durch umgefallene Bäume und Äste nicht passierbar. 
Viele Straßen wie hier die Rimstinger Straße waren durch umgefallene Bäume und Äste nicht passierbar.  © Feuerwehr Prien 

Mit den 50 Einsatzkräften der Priener Wehr waren die umliegenden Wehren aus Atzing, Aschau, Wildenwart, Greimharting, Rimsting, Bernau, Hittenkirchen und Bad Endorf bis 2 Uhr morgens im Dauereinsatz und haben akute Einsätze abgearbeitet. Bis Montagmittag war die Feuerwehr noch weiter im Einsatz, um kleinere Arbeiten zu erledigen. Verletzte gab es zu keiner Zeit

Starke Wetterkapriolen im Juni "auffallend" 

"Das Unwetter ist zunächst gemütlich dahergekommen. Das Wetterradar hat uns aber bereits vorgewarnt und der Himmel verfinsterte sich zunehmends - gerade in der letzten Zeit mehren sich starke Unwetter mit heftigen Windböen und sehr intensivem Regen. Diese starken Wetterkapriolen sind auffallend im Juni", betont Witt und findet gleichzeitig beruhigende Worte: "Wir sind auf Unwetter so gut vorbereitet wie man es als Feuerwehr nur sein kann. Unsere Mannschaft ist hervorragend geschult, da sitzt jeder Handgriff. Auch technisch sind wir beispielsweise mit Sandsäcken auf Vorrat und Motorsägen sehr gut aufgestellt." Bis zum nächsten Unwetter in der Region. 

mb

Quelle: rosenheim24.de

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