Buchvorstellung: „Freude an der Mundart“

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Prien – Das Bayernbund-Buch „Freude an der Mundart“ liefert 200 starke Seiten voller Jugendsprache und Dialektpflege. Nun wurde es in der Priener Mittelschule präsentiert.

Ganze vier Jahre mit einem großen ehrenamtlichen Team hat sich der Bayernbund mit seinen Kreisverbänden Rosenheim und Traunstein zur Aufgabe gemacht, der Mundart und dem Dialekt auf die Spur zu kommen. Ziel und Ergebnis waren und sind nunmehr eine über 200 Seiten starke, reichlich bebilderte und vor allem nachlesenswerte Publikation mit dem Titel „Freude an der Mundart“. Die Erstpräsentation erfolgte in der Franziska-Hager-Mittelschule in Prien im Beisein zusammen mit Staatssekretär Georg Eisenreich vom Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst.

Fotos: Buchvorstellung - „Freude an der Mundart“

Wohlvorbereitet wie das von der Firma Meissner in Oberaudorf geförderte und gedruckte Werk war auch die Präsentation. Hans Joachim Reuter als Rektor der Mittelschule Prien erinnerte, dass in seiner nach Franziska Hager benannten Schule seit den Priener Markterhebungsfeierlichkeiten im Jahr 1997 mit einem Projekttag eine tiefe Nähe zur Mundart- und Dialektpflege entstand. Christian Glas als Vorsitzender des Bayernbundes, Kreisverband Rosenheim dankte zusammen mit seinem Traunsteiner Kollegen Heinz Wallner, dass das Vorhaben in praktischer Zusammenarbeit mit Kindergärten, Mittelschulen und Gymnasien so gut über die Bühne ging. Priens Bürgermeister Jürgen Seifert freute sich seinerseits, dass aufgrund der mehrjährigen Vorbereitungen und bestimmt auch durch die nunmehr erfolgte Buch-Veröffentlichung Schüler, Lehrer, Bevölkerung und Gesellschaft ein stärkeres Mundart-Bewusstsein haben werden.

„Auch und gerade in Zeiten der Migration gilt es, dass die mundartliche Sprache eine zentrale Voraussetzung für Zugehörigkeit, Orientierung und Beheimatung darstellt“ – so Bayernbund-Landesvorsitzender Adolf Dinglreiter. Klaus Wenzel als Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes sprach von einer Persönlichkeitsbildung, die einhergeht mit der Mundartpflege. Klaus Stöttner als Abgeordneter des Bayerischen Landtags sagte in seinem Grußwort, dass in Bayern aufgrund der Sprachgepflogenheiten („Grias God“, „Pfüa God“ oder „Vergelt's Gott“) die Einwohner wie selten woanders nahe am Menschen und an Gott sind.

Projektleiter und Ministerialdirigent außer Dienst Dr. Helmut Wittmann zeigte sich erfreut darüber, dass das Mundart-Buch durch große Freiwilligkeit entstand. „Dialekt und Mundart sind gesund, müssen aber dennoch gepflegt werden - denn Dialekt kann man nicht ausstopfen und ins Museum stellen“ - so Helmut Wittmann. Wie Wittmann weiter erläuterte, sprechen rund elf Millionen Menschen altbairischen Dialekt, damit sind die Baiern die größte Sprachgruppe in Deutschland. „Dialekte sind lebendige Kulturbrücken, die gerade in Zeiten der globalen und vernetzten Welten von besonderen Bedeutung sind“, so Staatssekretär Georg Eisenreich, der seine Begeisterung über die neue Bewegung mit der Feststellung unterstrich: „Dialekt macht schlau und stark!“. Als gute Botschaft war an diesem Tag immer wieder zu hören, dass das Thema Mundart zukünftig im neuen Lehrplan an bayerischen Schulen verstärkt eingebaut werden kann. Das diesem Ziel ebenfalls dienende Projekt „Mundart wertvoll“ wird derzeit vom Wertebündnis Bayern, ein Zusammenschluss bayerischer Großverbände, bearbeitet und vorangetrieben.

30.000 Euro kostete das Buch „Freude an der Mundart“, die Finanzierung ergab sich aufgrund vieler Spender und Förderer, unter anderem spendierte der Trachtenverein Hochries-Samerberg von seinen heurigen Freilichtspiel-Aufführungen 1000 Euro. Unter den zahlreichen Ehrengästen bei der Priener Buch-Präsentation waren viele Vertreter der Brauchtums-Organistationen, der Bayerische Trachtenverband war vertreten durch Ehrenvorsitzenden Otto Dufter, durch die Landesvorsitzenden Max Bertl und Peter Eicher, durch den Vorsitzenden der Bayerischen Trachtenjugend Günter Frey sowie durch den Vorsitzenden des Sachgebiets Mundart, Brauchtum und Laienspiel Walter Sirch. Nach der Buchvorstellung waren sich alle Beteiligten und Betroffenen einig, dass das Buch und ihr mühevoll erarbeiteter Inhalt erst dann richtig zur Geltung kommen, wenn es in der Praxis zum Einsatz kommt. Für die passende Gestaltung der Feier zur Buchpräsentation mit Musik- und Wort-Beiträgen sorgten Dirndl und Buam der Grundschule Halfing unter der Leitung von Evi Landinger, die Bayernbund-Projekt-Musi unter der Leitung von Georg Leidel, der Familien-Gesang Rehm aus dem Werdenfelser Land sowie Kinder der Franziska-Hager-Mittelschule Prien. Nach den geistigen Geschenken gab es als Spendenbeitrag des Entenwirts vom Samerberg noch kulinarische Köstlichkeiten aus dessen neuem Fensterl-Büffet.

Das Lesebuch „Freude an der Mundart“ hat 208 Seiten. Grundlagen und Anregungen für Kindergärten, Schulen und Jugendgruppen“ (Herausgeber: Dr. Helmut Wittmann und die Kreisverbände Rosenheim und Traunstein im Bayernbund) ist für Förderer der Mundart – insbesondere in Kindergärten, Schulen und Jugendgruppen - kostenlos (zuzüglich Versandkosten), für weitere Interessenten zum Preis von 5 Euro erhältlich bei: Bayernbund e. V., Münchener Str. 41, 83022 Rosenheim, Telefon: 08031/9019140, Email: bayernbund@t-online.de. Weitere Informationen unter www.bayernbund.de.

Quelle: rosenheim24.de

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